10 Tipps für Ihr Herz
1 Gehen Sie täglich 30 Minuten spazieren, bei jedem Wetter – und rufen Sie danach jemanden an. Täglich eine halbe Stunde laufen verringert die Gefahr eines Herzinfarkts um rund 30 Prozent. Ich habe festgestellt, dass jeder, der das schafft, auch die Willensstärke hat, weitere Vorsätze zu verwirklichen, die seiner Gesundheit guttun. Wer sich drückt, gefährdet seine Gesundheit auch auf andere Art und Weise. Der springende Punkt jedoch ist der tägliche Anruf: Damit sind Sie eine Verpflichtung eingegangen! Am besten wählen Sie jemanden, der Ihnen den Rücken stärkt und nicht verärgert reagiert, wenn Ihr Anruf einmal ausbleibt, sondern sich selbst meldet. Übrigens ist dieser Partner in der Regel eine „Sie“. Männer stellen sich nämlich in diesen Dingen meistens ziemlich ungeschickt an.
2 Achten Sie auf Ihren Blutdruck.
Er sollte einen Wert von 115 zu
75 haben.
Ihr Blutdruck kann
sogar wichtiger sein als Ihr Cholesterinwert.
Und Sie können ihn selbst unnach
unten drücken. Wollen Sie wissen,
wie? Indem Sie sich mehr bewegen
und indem Sie versuchen, Ihr
„inneres Bauchfett“ loszuwerden.
Warum gerade dieses Bauchfett? Das
Omentum majus (großes Netz, Bauchnetz)
hängt von der sogenannten großen
Kurvatur des Magens herab. Das
darin gespeicherte Fett versorgt die
Nieren, die Leber und andere lebenswichtige
Organe.
Hier nun die Hypothese: Wenn Sie
an Gewicht zulegen, lagern Sie auch
mehr Fett innerhalb der relativ starren
Nierenkapsel ab. Dieses Fett engt
die Nieren ein, die Alarm schlagen:
„Hilfe, ich brauche mehr Druck, um
das Blut durch meine Arterien zu
pumpen – sonst werde ich von dem
Fett erdrückt.“ Also setzen sie Hormone
frei, die den Blutdruck in die Höhe treiben. Die Konsequenz: Selbst
wenn Sie nur ein klein wenig von diesem
Bauchfett abbauen und ein paar
Pfund Gewicht verlieren, sinkt Ihr
Blutdruck im Handumdrehen.
Manchmal hilft auch eine salzärmere
Kost. Bei manchen Menschen
kann eine Einschränkung des Zuckerkonsums
und der Aufnahme gesättigter
Fette noch wirkungsvoller sein.
Vor Kurzem betreute ich einen
Patienten, der einen Blutdruck von 160
zu 100 hatte, ohne dass eine arterielle
Erkrankung vorlag. Ihm gelang es,
innerhalb von sieben Wochen allein
durch Abspecken, Walking und Reduzieren
des Zucker- und Fettanteils in
seiner Ernährung seinen Blutdruck auf
115 zu 75 zu senken.
Wer allerdings einen Blutdruck von
mehr als 140 zu 90 hat und es nicht
schafft, Maßnahmen wie diese konsequent
durchzusetzen, sollte zum Arzt
gehen und sich besser ein blutdrucksenkendes
Medikament verschreiben
lassen. Es gibt inzwischen Mittel, die
den Blutdruck auch ohne größere
Nebenwirkungen normalisieren.
3 Essen Sie täglich eine Handvoll Nüsse. Nüsse heben den HDLSpiegel (das „gute“ Cholesterin) und wirken gleichzeitig entzündungshemmend. Doch nicht nur das. Sie sind auch gut für Ihr Herz. Warum das so ist, weiß man noch nicht genau. Nüsse enthalten gesunde Omega-3- Fettsäuren, gesundes Eiweiß und Ballaststoffe. Und dieser Ratschlag ist leicht zu befolgen! Essen Sie rohe, frische, unnachgesalzene Nüsse, sie sind am wertvollsten. Probieren Sie es, vielleicht kommen Sie auf den Geschmack. Wer geröstete Nüsse – etwa geschälte Walnüsse – bevorzugt, kann sie für zirka neun Minuten in den auf 175 Grad erhitzten Backofen geben. So ist die Gefahr gering, dass gesundheitsschädliche Fette oder – infolge chemischer Reaktionen – Acrylamide entstehen. Diese Stoffe können sich beim Braten und Frittieren stärkehaltiger Lebensmittel entwickeln. Sie sind möglicherweise krebserregend und schädlich für das menschliche Erbgut.
4 Informieren Sie sich über Ihren
HDL-Wert, und setzen Sie alles
daran, ihn auf 50 anzuheben.
Manche Fachleute sind der Meinung,
dass für Frauen ein hoher HDL-Wert
wichtiger ist als ein niedriger LDL-Wert
(das „schlechte“ Cholesterin).
Die genauen Gründe sind noch nicht
bekannt, aber einige Studien bestätigen
die HDL-Theorie: Je höher der
Wert, desto besser (50 ist gut).
Es gibt einige Möglichkeiten, dem
HDL auf die Sprünge zu helfen: viel
körperliche Bewegung, ein Gläschen
Wein oder Bier pro Tag, gesunde Fette
wie Oliven- oder Rapsöl und Nüsse.
Fragen Sie Ihren Arzt nach Medikamenten,
die die Blutfette senken. Niacin
(Nicotinsäure) hebt den HDLSpiegel,
kann jedoch Nebenwirkungen
haben. Die Behandlung mit
Statinen ist in erster Linie darauf ausgerichtet,
das LDL-Cholesterin zu senken.
Einige allerdings erhöhen auch
den HDL-Spiegel.
5 Essen Sie 10 Esslöffel Tomatensoße pro Woche. Dieser Ratschlag ist einer meiner Favoriten. Tomatensoße enthält jede Menge blutdrucksenkendes Kalium. Hier ist natürlich keine stark gesalzene, fetthaltige Tomatensoße oder Tomatensoße mit einer Riesenportion Nudeln gemeint. In möglichst unverfälschter, natürlicher Form verzehrt, ist sie am wirkungsvollsten.
6 Reinigen Sie Ihre Zähne regelmäßig mit Zahnseide. Vorbeugung gegen Parodontose verhindert Entzündungen in den Arterien und hilft auch, Herzkrankheiten vorzubeugen. Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass ihre „Mundgesundheit“ zugleich Auswirkungen auf die Gesundheit ihrer Gefäße hat. Das gilt übrigens auch für die Durchblutung des Herzens und der Geschlechtsorgane und möglicherweise sogar für die Faltenbildung der Haut.
7 Nehmen Sie maximal 20 Gramm gesättigte Fette pro Tag zu sich und möglichst wenig Transfette. Gesättigte Fette sowie Transfette – das sind künstliche Fettsäuren, die bei der industriellen Härtung von Pflanzenfetten entstehen – fördern Entzündungen in den Arterien. Eine Zimtschnecke (ein süßes Gebäck) kann bis zu sieben Gramm gesättigte Fette enthalten. 250 Gramm gebratene Schweinelende enthalten etwa vier Gramm dieser Fettart. Die in vielen Fertiggerichten und Backwaren enthaltenen Transfette sind nach Einschätzung einiger Fachleute mindestens genauso ungesund wie gesättigte Fette oder sogar noch etwas schädlicher.
8 Meiden Sie Nahrungsmittel mit
hohem Zuckeranteil.
Lesen Sie
das Etikett mit den Inhaltsstoffen
genau durch. Lassen Sie sich nicht von
Produkten täuschen, die einen geringen
Fettgehalt, aber einen hohen Zuckeranteil
aufweisen. Zucker wirkt
nämlich entzündungsfördernd. Außerdem
verwandelt sich bei Menschen,
die mehr Zucker aufnehmen, als ihr
Körper verbrauchen kann, dieses Zuviel
an Zucker in Bauchfett – den ungeliebten
und gefährlichen „Rettungsring“
in Taillenhöhe.
In den 90er-Jahren waren eine Zeit
lang fettreduzierte Salatdressings in
Mode, die sich als überzuckerte Kalorienbomben
erwiesen. Außerdem
enthielten sie keine „guten“ Fette wie
beispielsweise Olivenöl, die gesundheitsfördernd
sind. Gesunde Fette sind
besser als wertlose Zuckerkalorien.
Der in Obst enthaltene Zucker zählt
zu den komplexen Kohlenhydraten
und ist deshalb in der Regel nicht zu
bemängeln.
9 Gönnen Sie sich ein Glas Wein oder Bier am Tag. Man weiß nicht genau, worin die günstige Wirkung von Alkohol besteht. Vielleicht wirkt er entzündungshemmend. Es gibt jedoch eindeutige Belege, dass Abstinenzler, die überhaupt keinen Alkohol trinken, eher Gefahr laufen, herzkrank zu werden, als Menschen, die ihm in kleinen Mengen zusprechen. Wer es übertreibt, hat zwar weniger Probleme mit dem Herzen, stirbt aber eher an Krebs. Sieben Gläser an einem Abend sind nicht dasselbe wie je ein Glas an sieben Abenden der Woche. Häufiger Alkoholgenuss birgt ernste Gefahren – doch in Maßen genossen, tut Alkohol den Arterien gut.
10 Essen Sie neun Portionen buntes Obst und Gemüse am Tag. Das sind eine Menge Ballaststoffe. Deshalb sollten Sie Ihre Tagesration schrittweise und nicht sofort auf diese Menge steigern. Sonst besteht die Gefahr, dass es niemand mit Ihnen in einem Raum aushält! Lassen Sie sich zwei bis sechs Wochen Zeit dafür. Achten Sie darauf, dass Sie frische Produkte sorgfältig und gründlich waschen. Fast überall gibt es heute Obst- und Gemüsemärkte. Probieren Sie es mal mit gut zubereitetem, frischem Gemüse aus örtlichem Anbau. Sie werden erstaunt sein, wie lecker das schmeckt!
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