Wissenswertes

Inhalt

 

• 70 Jahre Neujahrskonzert

• Frohe Weihnachten mit Musik

• Gospels und Spirituals

• Musik & Fußball

• Der Frühling in der Musik

• Die erste CD

• 50 Jahre Musikkollektionen

 

 

70 Jahre Neujahrskonzert

 
Am 31. Dezember 1939 gaben im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins die Wiener Philharmoniker ein so genanntes „Außerordentliches Konzert“. Damit beabsichtigten sie zwei Dinge: ihrem österreichischen Publikum in schweren Zeiten die Möglichkeit der Rückbesinnung zu geben und zugleich den Menschen mitten im Krieg Hoffnung auf bessere Zeiten zu machen. Mit diesem Konzert legten sie den Grundstein zu dem weltberühmten Wiener Neujahrskonzert, das auf diese Weise, wenn man so will, paradoxerweise an Silvester seinen Ursprung fand.
 
Das berühmteste Klassikkonzert der Welt
 
Doch bereits ein Jahr darauf, am 1. Januar 1941, wurde das Konzert auf den Neujahrsmorgen verlegt – und so wird 2011 dieses in der ganzen Welt berühmte kulturelle Großereignis zum 70. Mal aufgeführt, ohne dass es je ausgefallen wäre. Allerdings verzichtete man im Jahr 2004 unter dem Eindruck des verheerenden Tsunami, der wenige Tage zuvor Asien heimgesucht hatte, auf die berühmte Zugabe des Radetzkymarsches.
 
Grandioses Bildschirmereignis
 
Den endgültigen Namen „Neujahrskonzert“ erhielt die Veranstaltung im ersten Nachkriegsjahr 1946. Seit 1959 ist dieses Konzert auch für viele Menschen außerhalb Österreichs zu einer lieb gewordene Tradition geworden. Denn in diesem Jahr wurde die Veranstaltung erstmals vom Fernsehen ausgestrahlt. Heute übertragen mehr als 50 TV-Sender und fast 40 Rundfunkstationen live die beschwingten Klänge aus der Donaumetropole.
 
Vergnügen für Ohren und Augen
 
Der Erfolg hat viele Ursachen. Da ist zum einen die grandiose Musik, die hauptsächlich aus Werken der Strauß-Dynastie besteht. Doch darüber hinaus ist das Konzert nicht nur ein Ohren-, sondern auch ein Augenschmaus. So gibt es prachtvolle, zuvor aufgezeichnete Einlagen der Ballette der Wiener Staatsoper, der Volksoper und der Bayerischen Staatsoper, die an berühmten Wiener Plätzen wie dem Schloss Schönbrunn oder des Barockgarten des Schlosses Hof tanzen. Im Jahr 2008 gab es erstmals eine Live-Tanzeinlage aus dem Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. Besonders die Damen erfreuen sich außerdem seit drei Jahrzehnten auch am reichhaltigen Blumenschmuck, mit denen dieser Saal verziert ist. Diese Farbenpracht ist übrigens seit 1980 ein Geschenk der italienischen Stadt San Remo. In jenem Jahr wurde das Konzert erstmals in Farbe übertragen.
 
Die Strauß-Dynastie und ein bisschen mehr
 
Aber im Mittelpunkt der Veranstaltung bleibt letztlich und gerechterweise die Musik. Und hier vor allem die Werke von Johann Strauß Vater und seinen Söhnen Johann, Eduard und Josef. Der Fundus, den dieses Quartett hinterlassen hat, ist schier unerschöpflich. Doch auch andere Komponisten wie beispielsweise Josef Lanner oder Josef Helmesberger kommen zu ihrem Recht, und selbst Berühmtheiten wie Joseph Haydn und Jacques Offenbach waren bereits zu hören.
 
Zugabe, Zugabe!
 
Längst ist das Neujahrskonzert zu einem Ritual geworden. Gewissermaßen in zwei Halbzeiten unterteilt, wechselt das Programm zwar von Jahr zu Jahr. Doch vor allem drei Zugaben sind quasi ein Muss. Ist die erste Zugabe dem jeweiligen Dirigenten quasi freigestellt, so weiß jeder, dass danach „An der schönen blauen Donau“ folgt. Und genauso selbstverständlich unterbricht das Publikum sein Orchester an dieser Stelle mit lang anhaltendem Applaus. Die Musiker bedanken sich mit einem launigen „Prosit Neujahr!“, gerichtet an die Gäste im Saal und die Fernsehzuschauer in aller Welt. Für viele Menschen beginnt das neue Jahr jedes Jahr aber erst so richtig, nachdem als Höhepunkt und Abschluss des Wiener Neujahrskonzerts der „Radetzkymarsch“ erklungen ist, dessen Rhythmus das Publikum begeistert mitklatscht.
 
Die Festspiele als Vorspiel
 
Die Geschichte dieses grandiosen Ereignisses ist auch eine Geschichte seiner Dirigenten. Eigentlicher „Erfinder“ ist Clemens Krauss. Bereits 1929 dirigierte er bei den Salzburger Festspielen ein Programm, das ausschließlich aus Werken der Strauß-Dynastie bestand. Krauss war es auch, der bis zum Kriegsende und, abgesehen von einer kurzen Unterbrechung, bis zu seinem Tod im Jahr 1954 die Konzerte leitete. Auch sein Nachfolger bleibt unvergessen: Willi Boskovsky stand 25 Jahre an der Spitze des Orchesters und war beim Publikum überaus beliebt. Fast wie Johann Strauß selig nahm auch er manchmal launig statt des Taktstockes die Geige zu Hilfe, um sein Ensemble schwungvoll zu leiten. Ihm war das Glück beschieden, das Konzert ins Fernsehzeitalter zu begleiten und es auf diese Weise so richtig berühmt zu machen. Sein gesundheitsbedingter Rückzug im Jahr 1979 bedeutete das Ende einer Ära.
 
Nur die Größten am Taktstock
 
Was nun folgte, liest sich wie eine Ahnentafel der weltberühmten Dirigenten. Allein diese Auflistung beweist, welch Ehre es ist, dieses außergewöhnliche Konzert mit dem Taktstock zu leiten. Lorin Mazeel (der elfmal am Dirigentenpult stand), Herbert von Karajan, Claudio Abbado, Carlos Kleiber, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Nikolaus Harnoncourt, Seiji Okawa, Mariss Jansons, Georges Prêtre (mit 85 der älteste Aktive, der je ein Neujahrskonzert dirigierte) und Daniel Barenboim haben sich bei den Wiener Philharmonikern verewigt. 2011 wird ein neuer Name diese Liste erweitern: Franz Welser Möst, seit 2010 Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper.
 
Neujahrskonzert made in China
 
Wenn man von dem Neujahrskonzert spricht, ist dies genau genommen in zweierlei Hinsicht nicht richtig. Erstens: Das Konzert der Wiener Philharmoniker findet dreimal statt. Am 30. Januar gibt es ein Vorkonzert und einen Tag später ein Silvesterkonzert. Zweitens: Es hat natürlich längst weltweit jede Menge Nachahmer gefunden. 1998 trat beispielsweise erstmals auf Einladung des damaligen Wiener Bürgermeisters Helmut Zilk ein chinesisches Orchester im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins auf. Und allein in Wien gibt es mit dem „Vienna Art Orchestra“, den Wiener Symphonikern und dem Wiener Hofburg Orchester mindestens drei Klangkörper, die zum Beginn eines neuen Jahres für festliche Stimmung sorgen. Von ähnlichen Veranstaltungen in aller Welt ganz zu schweigen.
 
Karten werden verlost
 
Am begehrtesten freilich bleibt das „Original“. Wer an eine der gefragten Eintrittskarten kommen möchte, braucht jede Menge Glück. Denn die werden inzwischen übers Internet verlost. In den ersten drei Wochen des neuen Jahres kann man sich online für eine solche Karte bewerben. Die Preise liegen zwischen 25 und 940 €, je nachdem, ob man sich für das Vorkonzert, das Silvesterkonzert oder das klassische Neujahrskonzert entscheidet und welche Platzkategorie man Welt. Die Qualität bei allen drei Konzerten ist übrigens gleich, sowohl von der Reihenfolge der gespielten Stücke als auch vom Dirigenten her. Na denn: Prost Neujahr!

 

 

 

Frohe Weihnachten mit Musik

 
Was wäre Weihnachten ohne die Musik? Zwischen Advent und Dreikönig ist die ganze Welt von Klängen erfüllt – von den traditionsreichen und unverändert gern gesungenen Liedern ebenso wie von modernen Weihnachtsmelodien.
 
Im Dunkeln scheint ein Licht
 
Wenn das Herz vor Gefühlen überfließt, dann muss unser Innerstes nach außen, dann will die Freude einfach hinaus. Was eignet sich besser dafür als die Musik? Das gilt für alle Feste im Leben, aber ganz besonders gilt es für Weihnachten. Dieses Fest, das mitten im dunklen Winter das Licht feiert, hat wie kein zweites die menschliche Fantasie angeregt. In unzähligen Texten und Melodien wird die Geschichte vom Kommen des Heilands wieder und wieder erzählt – „Alle Jahre wieder“, wie es in dem beliebten Lied aus dem 19. Jahrhundert heißt.
 
Lieder vom Warten
 
Jedes Kapitel der Weihnachtsgeschichte hat seine eigenen Lieder. Es beginnt mit den Adventsliedern, die ab Ende November auf das Warten einstimmen: Allen voran erklingt da „Macht hoch die Tür“. Der Königsberger Pfarrer Georg Weissel schrieb die Verse um 1630 nieder. Gleich mehrere Melodien entstanden dazu, die bekannteste stammt vom Anfang des 18. Jahrhunderts.
Die Zeit des Wartens wird besonders verkörpert durch Maria, die auf die Geburt ihres Kindes wartet. Viele schöne Lieder erzählen von der Mutter Jesu und verknüpfen ihre Person mit Wundergeschichten, die das Einzigartige des Jesuskindes versinnbildlichen: Als „Maria durch ein’ Dornwald ging“, da blühten auf einmal die Rosen wieder, die sieben Jahre lang keine Blüten getragen hatten. Das Lied ist Jahrhunderte alt, wurde aber so richtig erst um 1900 bekannt, als es in den „Zupfgeigenhansel“ aufgenommen wurde, das Liederbuch der Jugendbewegung.
Nicht von einer Rose, sondern von einem Reisig, einem jungen Zweig, handelt das beliebte „Es ist ein Ros entsprungen“, das zuerst in einem Kölner Gesangbuch von 1599 abgedruckt wurde.
 
Hirten und Kinder
 
Neben Maria gehören die Hirten in die Weihnachtsgeschichte. Es sind raue Gesellen, die Wind und Wetter auf den Feldern da draußen gewohnt sind. Ganz überwältigt sind sie, als ihnen der Chor der Engel die frohe Botschaft bringt, wie in diesem böhmischen Lied: „Kommet, ihr Hirten …“!
Wohl niemandem fällt das Warten im Advent schwerer als den Kindern. Für sie sind viele schöne Lieder entstanden, die ihnen die Zeit vertreiben und sie auf das Fest einstimmen. „Morgen, Kinder, wird’s was geben“, verspricht ein 200 Jahre altes Lied, und „Ihr Kinderlein, kommet“, fordert ein anderes, ebenso altes auf.
Weihnachtslieder für Kinder stammen oft aus der Feder von Schullehrern. So auch das beliebte „Kling, Glöckchen, klingelingeling“, das Karl Enslin aus Frankfurt am Main im 19. Jahrhundert niederschrieb. Das amerikanische Pendant ist übrigens „Jingle bells“. Es besingt freilich nur die Glöckchen am Pferdeschlitten, ist aber doch zum Weihnachtskultlied geworden.
 
Morgens geschrieben, abends gesungen
 
Und wenn dann die Zeit des Wartens vorbei ist, wenn das Glöckchen endlich klingelt und die Menschen zur Weihnachtskrippe ruft, dann werden die Lieder immer feierlicher. „Stille Nacht, heilige Nacht“ – gäbe es eine Weihnachtshitparade, dann stünde dieses Lied wohl unangefochten auf Platz eins. Am Morgen des 24. Dezember 1818 übergab im österreichischen Oberndorf der Hilfspriester Joseph Mohr seinem Freund, dem Lehrer und Organisten Franz Xaver Gruber, ein Gedicht und bat ihn, die Melodie dazu zu schreiben. Noch in derselben Nacht wurde das Lied in Oberndorf gesungen. Von dort aus verbreitete es sich dann in alle Welt.
Einen besonders strahlenden Klang besitzt das Lied „Oh du fröhliche“, das zwei Jahre vor „Stille Nacht“ in einem Jugendheim in Weimar entstanden ist. „Himmlische Heere jauchzen dir Ehre“ – wenn bei dieser Strophe der Organist alle Register zieht, dann ist es wirklich hell geworden, dann leuchten die Augen der Singenden mit den Kerzen am Baum um die Wette.
 
Wiegenlieder an der Krippe
 
Eine Sorte Lieder gibt es, die besonders innig sind: jene, mit denen das Jesuskind in den Schlaf gesungen wird: „Still, still, still, weil’s Kindlein schlafen will“, so heißt es in dem um 1800 im Salzkammergut aufgezeichneten Lied. Und „Joseph, lieber Joseph mein, hilf mir wiegen mein Kindelein“, bittet Maria ihren Mann, der ja einen wichtigen Anteil an der Weihnachtsgeschichte hat. Ist Joseph doch derjenige, der später auf einen Hinweis der Engel hin die Flucht nach Ägypten organisiert, als König Herodes alle Neugeborenen umbringen lassen will.
Kein Wiegenlied, sondern ein Liebeslied war ursprünglich „O Tannenbaum“. Ein Potsdamer Lehrer schrieb die Verse um 1820 nach einer Vorlage aus dem 16. Jahrhundert. Er stellte in ihnen die Untreue einer Frau der Treue des ewig grünen Baumes gegenüber. Gleich darauf schrieb ein anderer Lehrer das Lied um und deutete es auf Weihnachten. Als Lied vom Weihnachtsbaum ist es bis heute bekannt und beliebt.
 
„White Christmas“
 
Auch im 20. Jahrhundert sind noch neue Weihnachtsmelodien entstanden. Manche gelten mittlerweile schon als Klassiker. So verfasste der amerikanische Filmkomponist Irving Berlin 1940 ein Weihnachtslied. Es war für ihn „der beste Song, den jemals jemand geschrieben hat“, und der Erfolg sollte ihm recht geben. Am 25. Dezember 1941 spielte der Sänger und Entertainer Bing Crosby „White Christmas“ erstmals in seiner Radioshow auf NBC, im Folgejahr nahm er den Song auf Platte auf. Die Single verkaufte sich ungefähr 50 Millionen Mal. Bis heute weckt das Lied Fantasien vom tief verschneiten Central Park in New York, von Amerikanern, die riesige Weihnachtsbäume in ihre Wohnungen schleppen, und von Liebespaaren, die sich – spätestens an Heiligabend – doch noch finden.
 
Weihnachten mit „Wham“
 
Dieser kleine Streifzug hat schon gezeigt: Weihnachten kommt als Thema nie aus der Mode. Das gilt auch für die jüngere und jüngste Zeit. Ob die Eagles oder „Wham“, ob Sting oder Chris Rea, unzählige Popgruppen und Solisten haben sich vom Fest der Liebe inspirieren lassen und ihre eigene, moderne musikalische Interpretation dazu geschrieben. Mal lustig und mal wehmütig in Erinnerungen schwelgend. An Weihnachten haben eben viele Gefühle im Herzen Platz!
 
Hier finden Sie Weihnachtslieder und –melodien für die schönste Zeit des Jahres:
 

 

 

 

Gospels und Spirituals

 
 
Sie vermögen ein tief empfundenes Glücksgefühl auszudrücken. Daher erfreuen sich Gospels und Spirituals großer Beliebtheit. Und das, obwohl – oder vielleicht gerade weil – die traditionelle Musik der Schwarzen in den USA zu Zeiten von Elend und großen Entbehrungen entstanden ist. Trotzdem kündet sie unbeirrbar von Hoffnung und festem Glauben an eine bessere Welt.
 
Wie alles begann
 
Am 4. Juli 1776 beginnt mit dem Tag der Unabhängigkeitserklärung in Amerika ein neues Zeitalter. Der „amerikanische Traum“ soll jedem Bürger die Möglichkeit bieten, sein Glück zu finden. Das wird sogar elf Jahre später in der Verfassung des jungen Staates festgeschrieben. Die Voraussetzungen sind gut: ein endlos scheinendes, fruchtbares Land, reich an Natur- und Bodenschätzen, verbunden mit einer einzigartige Aufbruchstimmung. Die Folge: Unzählige Einwanderer, oft nur ausgestattet mit dem Nötigsten, suchen und finden im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ihr Glück.
 
Afrikaner in Amerika
 
Es gibt auch Kehrseiten: Die Ureinwohner bleiben oftmals von den Rechten ausgenommen. Und dann sind da noch die Sklaven. Schwarze, seit dem 15. Jahrhundert von der Westküste Afrikas verschleppt, um auf den Feldern der südlichen Staaten als billige Arbeitskräfte verheizt zu werden. Für sie ist Amerika alles andere als das gelobte Land. Technische Errungenschaften ermöglichen großflächigen Anbau von Baumwolle auch in Regionen, die vorher dafür ungeeignet schienen. Mit den Plantagen wächst der Bedarf an Arbeitskräften. Die Zahl der schwarzen Bevölkerung steigt von etwa 700 000 zum Ende des 18. Jahrhunderts auf 3,9 Millionen im Jahr 1860. Und das, obwohl 1808 die „Einfuhr“ neuer Sklaven per Gesetz untersagt wird.
 
Singen ja, trommeln nein
 
Afrikaner haben Rhythmus im Blut. Neben den Gesängen sind es vor allem das rhythmische Klatschen und der Einsatz von Perkussions-Instrumenten, die für Schwung sorgen. Ein weiteres typisches Merkmal afrikanischer Musik, das wir auch in der Gospel- und Spiritualmusik finden, ist das „Call- und Response-(Ruf- und Antwort)-Ritual“: Ein Text wird vorgesungen und die Mitsänger antworten. Für die weißen Herren klingt das alles befremdlich. Aber sie verbieten den Sklaven das Singen nicht, sondern ermutigen sie sogar dazu. Ihr Hintergedanke. Mit Musik gehen schwere Arbeiten leichter von der Hand. Übrigens: Trommeln sind verboten, denn die Weißen haben Angst, dass über größere Entfernungen geheime Botschaften übermittelt werden könnten.
 
Musik für eine göttliche Macht
 
Erlaubt ist den Schwarzen fast nur Musik mit geistlichem Gedankengut. Die frisch missionierten Sklaven lernen christliches Gedankengut kennen, aber auch europäische Kirchenlieder, die ihnen zunächst völlig fremd sind. Diese Lieder, verbunden mit der eigenen Musikalität, sind der Boden, auf dem die Spirituals wachsen. „Spiritual“ heißt im Wortsinn „geistig, geistlich, vergeistigt“. Diese Musik entwickelt sich vornehmlich in unabhängigen schwarzen Kirchen, deren erste 1794 gegründet worden ist.
 
Alles ändert sich
 
Schriftliche Überlieferungen aus dieser Zeit gibt es nicht. Zum einen, weil es Sklaven bei Strafe verboten ist, lesen oder schreiben zu lernen. Aber auch, weil es ist in Afrika sowieso unüblich ist, Musik niederzuschreiben. Und so besitzt kein Song nur eine einzige gültige Fassung. Immer stehen mehrere Interpretationen nebeneinander. Das gilt auch für die Texte und Inhalte, letztlich sogar für die Sprache. Denn die Kinder der nachfolgenden Generationen wachsen ja von Geburt an mit der englischen Sprache auf. Und so ist von den ursprünglichen Liedern bald nicht mehr viel übrig.
 
Parallelen zur Bibel
 
Dafür entdecken die Sklaven neue Inhalte. In der Bibel gibt es wunderbare Erzählungen. Besonders spannend: die lange Leidensgeschichte des Volkes Israel. Sie bietet deutliche Parallelen zur eigenen Situation. Und dann noch dieser Erlöser Jesus Christus, der von Liebe und einem besseren Leben nach dem Tode predigt! Mit diesem Glauben kann man sich anfreunden, auch wenn die weißen Herren selbst ihn anscheinend nicht ganz so ernst nehmen. Der neue Glaube gibt Kraft, schafft mit religiösen Festen einen Zusammenhalt, der über das gemeinsame Leid hinausgeht. Die Musik ist dabei ein wichtiger Bestandteil. Durch die Rhythmen, ein Relikt aus der alten Heimat, versetzen sich viele richtiggehend in Ekstase. Natürlich gibt es auch melancholische Lieder, Songs der stillen Winkel Verzweiflung, aber auch der Hoffnung.
 
Frei mit Einschränkungen
 
Das Ende der Sklaverei in den USA wird Mitte des 19. Jahrhunderts eingeläutet, als endlich das Gesetz kommt, das auch den Südstaaten die Sklavenhaltung untersagt. Die Folge: ein Bürgerkrieg, der beinahe das Ende der Nation bedeutet hätte. Aber nach diesem Sezessionskrieg ist die farbige Bevölkerung „frei“. Soll heißen, es gibt keine Sklaven mehr. Aber vor allem im Süden, und noch lange Zeit im Norden, haben die Farbigen bei weitem noch nicht die Rechte der Weißen.
 
Die Industrie entdeckt die schwarze Musik
 
Trotzdem: Die neuen Freiheiten werden – auch musikalisch – genutzt. Die religiösen Inhalte bleiben erhalten und erstmals werden auch Texte aufgeschrieben. Zu den Spirituals gesellen sich jedoch Stilelemente aus Blues und Jazz. Vielen Weißen ist diese Vermischung ein Dorn im Auge. Und so bleiben die Afroamerikaner weiter unter sich. Nach Herzenslust können sie improvisieren, was so recht nach ihrem Geschmack ist. Um 1920 entstehen in den schwarzen Straßenkirchen der Gettos amerikanischer Großstädte die Gospelsongs. Auf der neuen Erfolgswelle schwimmen auch „Guitar Evangelists“ mit, Straßenmusikanten, die rhythmisierte Blueslieder mit geistlichen Texten singen. Auf sie geht höchstwahrscheinlich der Begriff „Gospel“ zurück, der übersetzt „Evangelium“ bedeutet. Bald steigt die Schallplattenindustrie ein, die nur wenige Berührungsängste mit der neuen Musik hat. Immerhin ist eine Menge Geld damit zu verdienen.
 
Ein Stückchen Wiedergutmachung
 
Und so beginnen die ehemaligen Sklavenlieder ihren Siegeszug rund um den Globus. Niemand vermag so glaubhaft Texte und Musik vorzutragen wie die Nachfahren derer, die darin einst ihre letzte Hoffnung und Zuflucht gefunden hatten. Gleichzeitig bringt dieser Erfolg so manchen Star hervor. Wenn man so will, ist dies ein kleines Stück Wiedergutmachung der Geschichte an einigen wenigen, stellvertretend für ein ganzes ausgebeutetes Volk. Viele der großen Gospelsängerinnen und -sänger werden wie Volkshelden verehrt. Etwa Mahalia Jackson, die ihr Leben lang ausschließlich geistliche Lieder singt! Oder die Gitarre spielende Sister Rosetta Tharpe mit ihrem einzigartigen „Jazz-Feeling“. Nicht zu vergessen das Golden Gate Quartet, eines der bekanntesten Gospel-Ensembles der Geschichte. Und schließlich und endlich Harry Belafonte. Er hat sich – ähnlich wie Mahalia Jackson – schon in den 1960er-Jahren an der Seite von Martin Luther King für die gewaltlose Bürgerrechtsbewegung eingesetzt und gilt bis heute als Vorkämpfer für Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt.
 
Bei uns erhältlich: Oh, Happy Day – Die schönsten Gospels & Spirituals
 
 
 

 

Musik & Fussball - nicht nur zu Zeiten der Weltmeisterschaft

 
Keine Frage: Spätestens mit der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft in Südafrika hat die lautstarke Unterstützung der Kicker durch ihre Fans eine neue Dimension erhalten. Das Stichwort lautet „Vuvuzela“. Dieses Blasinstrument und Symbol des südafrikanischen Fußballs hat die Gemüter allerdings entzweit. Während die einen an aggressive Angriffe durch Hornissenschwärme erinnert werden, begeistern sich die anderen an der Phonstärke dieses Plastikinstruments. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Vuvuzela etwa so laut ist wie eine Kettensäge. Darüber hinaus haben wir bis jetzt noch keinen Fußballsong gefunden, der mit dieser Tröte begleitet wird.

 

Ansonsten bieten wir Ihnen, passend zur Weltmeisterschaft, eine musikalische Sammlung, die nahezu alles enthält, was das musikalische Fußballerherz begehrt. Die Geschichte der Fangesänge in den Fußballstadien beginnt – wie die Wiege des modernen Fußballs überhaupt – in England. Eines schönen Spieltages, es dürfte um 1964 gewesen sein, fiel im Stadion an der legendären Anfield Road, der Heimat des populären FC Liverpool, die Verstärkeranlage aus, aus der ansonsten während der Halbzeitpause die gängigen Hits dudelten. Just in diesem Augenblick lief „You’ll Never Walk Alone“, seinerzeit ein Nummer-1-Hit der Lokalmatadoren „Gerry & The Pacemakers“. Liverpool galt in den frühen Sechzigern sowohl als Fußball-Mekka als auch als Geburtstort der Beatmusik: Man denke nur an die Beatles!
Doch die Stille im Stadion nach dem Stromausfall währte nur Sekunden. Denn die Fans des FC übernahmen einfach den Part der Musikanlage. Dies war die Geburtsstunde des berühmtesten aller Fußball-Songs, und auch vier Jahrzehnte später wird kaum ein Titel in den Stadien auf der ganzen Welt häufiger intoniert als „You’ll Never Walk Alone“. Der Titel, der ursprünglich aus dem Broadway-Musical „Carousel“ stammt, ist als vermutlich einziges Musikstück der Welt in ein Vereinswappen integriert ist – logischerweise in das des FC Liverpool.
 
Ins Stadion zu gehen, ist heute weit mehr, als „nur“ ein Fußballspiel anzuschauen. Der „richtige“ Song für die eigene Mannschaft gilt als unverzichtbares Muss. Wie in so vielen anderen Bereichen des Lebens lässt sich auch auf den Zuschauerrängen mit einem Lied unendlich viel ausdrücken. Die Freude über den Sieg, die Zufriedenheit mit der Überlegenheit über die gegnerische Mannschaft, die Hoffnung darauf, dass ein Rückstand umgewandelt werden kann, Schadenfreude mit dem unterlegenen Gegner, ja selbst Trauer über ein verlorenes Match – das sind nur einige der Gefühle, die sich durch Schlachtgesänge untermalen lassen.
 
Oft haben die Anhänger den einzelnen Melodien ganz vereinsspezifische Texte gegeben. Der Erfindungsreichtum der Fans in diesen Dingen ist wirklich unglaublich. Der Witz, die Ironie, die Eingängigkeit solcher Texte müssten so manchen professionellen Songschreiber vor Neid erblassen lassen. Fußballfans, so scheint es, ist nichts heilig. Ihre musikalischen Vorbilder kommen aus nahezu allen Bereichen der Musik: Schlager, Pop, Rock, volkstümliche Musik, aber auch Oper und Klassik. Genau betrachtet, ist das nicht einmal ein Zufall, Denn ein Fußballspiel ist selbst eine Inszenierung, ein Theaterstück, ein Schauspiel, ein Drama – mit dem großen Unterschied, dass im Stadion keiner wissen kann, wie es am Ende ausgeht. Interessanterweise dauert ein Match mit 90 Minuten in etwa so lang wie ein durchschnittlicher Kinofilm, ein Konzert oder Theaterstück. Und wenn dann noch Verlängerung und gar Elfmeterschießen hinzukommen, dann sind wir durchaus mal bei drei Stunden. Wagner lässt grüßen.
Das alles will musikalisch begleitet sein – vom Einzug der Helden bis zum großen Finale. Denn wie langweilig wäre es, würde ein Fußballspiel schweigend begleitet! Und nicht selten ist das Spektakel der Zuschauer dem auf dem Rasen weit überlegen. Sollte wirklich jemandem eine Anregung fehlen: Wir empfehlen unsere Zusammenstellung!
 

Bei uns erhältlich: Fußball ist unser Leben... Hits & Hymnen aus aller Welt

 

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Der Frühling in der Musik

 
Komm, lieber Mai, und mache
Seit jeher lassen uns Künstler aus allen Bereichen das Erwachen der Natur aus der Winterruhe neu erleben. Gerade in der Musik gibt es unzählige Beispiele, die uns an den Frühlingsgefühlen der Komponisten teilhaben lassen. Aus der Feder von Wolfgang Amadeus Mozart etwa stammt eines der beliebtesten Frühlingslieder: „Komm, lieber Mai, und mache“. Auch andere Dichter haben sich durch den Frühling inspirieren lassen. August Heinrich Hoffmann von Fallersleben jubelte 1844: „So sei gegrüßt viel tausendmal, holder, holder Frühling!“ Robert Schumann schrieb dazu die Melodie.
 
Frühling in Wien
An die Donau lockt uns der begnadete Robert Stolz: „Das ist der Frühling in Wien“, und wenn wir schon einmal in der Hauptstadt des Walzers sind, müssen wir unbedingt den Frühlingsstimmen-Walzer von Johann Strauß Sohn hören. Ebenfalls in Wien wurde 1884 die Operette „Gasparone“ von Carl Millöcker uraufgeführt, aus der wir Ihnen die Arie „Dunkelrote Rosen bring ich, schöne Frau“ präsentieren.
Gönnen Sie sich auch ein paar Operettenlieder über die Rose, diese Königin der Blumen, etwa aus „Der Vogelhändler“ oder aus „Die Rose von Stambul“. Aber auch das Veilchen mit seiner samtigen Bläue verdient es, gewürdigt zu werden, etwa „Wenn die kleinen Veilchen blühen“ von Robert Stolz. Dass stille Wasser tief und Veilchen auch temperamentvoll sein können, zeigt uns die französische Veilchen-Polka, die uns das Klassische Wiener Schrammel-Quartett darbietet.
 
Zeit für Romantik
Höhepunkt dieser Jahreszeit ist ohne Zweifel der Mai, Inbegriff des Neuwerdens und der Jugend. „Zwei Herzen im Mai“, dieses Lied aus dem gleichnamigen Film von 1957, handelt von den Liebeswirren eines zunächst erfolglosen Musikers, den plötzlich das Glück ereilt. Manchmal sind im Frühling die Tage schon so sonnenreich, dass man wunderbar laue Abende erleben kann. Was „In einer Nacht im Mai“ geschah, erzählt das Lied aus dem ähnlich lautenden Film (1938), zu dem Peter Kreuder die Musik komponierte.
Was unterscheidet den Frühling in Berlin von dem in der Toskana? Vergleichen Sie „Das ist der Frühling von Berlin“ und „Frühling in Toskana“ und urteilen Sie selbst! Das Lied über den Berliner Frühling gehört übrigens zu einem reizenden Bühnenstück aus den 1920er-Jahren, in dem eine Scheinehe sich in echte Liebe wandelt. Weshalb das Stück auch „Die Frau ohne Kuss“ betitelt ist … Wenn wir schon in der Toskana sind, sollte ein Abstecher nach Florenz nicht fehlen: „Wenn in Florenz die Rosen blühn“, schwärmen die Stuttgarter Saloniker.
 
Auch der schönste Frühling geht mal zu Ende
Ja, und wenn dann das Frühlingsfest langsam zu Ende geht, kommen Gedanken an den Abschied. „Wenn wir in lauer Frühlingsnacht“, dieses wehmütige Lied aus Giuseppe Verdis Oper „Luisa Miller“, erzählt davon. Aber: „Es wird in hundert Jahren wieder so ein Frühling sein“. Versprochen! Und wenn uns allen irgendwann ein „Letzter Frühling“ erblüht, so wie ihn Edvard Grieg in seinen „Elegischen Melodien“ zum Klingen bringt, dann sind wir dankbar, all das Schöne gehabt zu haben. Wie zum Beweis für die Fülle der Frühlingsfreude erklingt zum Schluss noch der berühmte Blumenwalzer aus Peter Tschaikowskys „Nussknacker-Suite“.
All diesen und noch viel mehr Liedern und Melodien, die Sie kennen und lieben, können Sie nun in der Kollektion „Komm, lieber Mai - Die schönsten Lieder und Melodien zum Frühling“ lauschen! Hören Sie beliebte Volkslieder, Operettenmelodien und klassische Klänge! Für Sie spielen und singen: Mara Kayser, Wiener Schrammel-Quartett, Lolita, Alt-Wiener Strauß-Ensemble, Maria und Margot Hellwig, Edith Prock u. v. a.
 
Bei uns erhältlich: Komm, lieber Mai - Die schönsten Lieder und Melodien zum Frühling
 
 

 

 

Die CD

30 Jahre Silberscheiben

 
Seit 1982 erfreuen sich Musikfreunde an den kleinen Silberscheiben namens „Compact Disc“, kurz CD genannt. Sie ermöglichen seitdem das lang erwartete störungsfreie Musikhören. Auch Sie, liebe Leserin, lieber Leser, genießen sicher die große Speicherfähigkeit und den Komfort der kleinen Silberlinge: Sie ermöglichen uns als CD den Musik- oder als DVD den Kinogenuss in den eigenen vier Wänden. Als CD-ROM können diese Scheiben sogar ganze Lexika speichern. Und vielleicht verwenden Sie sie auch als Speicher Ihrer schönen Urlaubsbilder, die Sie am PC immer wieder anschauen können.
 
Mit dem Laserstrahl von der LP zur CD
Die Entwicklung der Compact Disc und dieser „Silberlinge“ ist eng verbunden mit der Technik der digitalen Tonaufzeichnung und der Anwendung des „Light amplification by stimulated emission of radiation“, kurz Laser-Strahl genannt.
Doch lassen Sie uns kurz zurückblicken auf die Tonträger, die bis dahin jahrelang die Herrschaft über die klingende Klangspeicherung innehatten. Gemeint ist vor allem die Langspielplatte, kurz LP genannt. Sie war die würdige Nachfolgerin der empfindlichen Schellack-Platte und eroberte seit Ende der 40er-Jahre die Plattenteller der Musikliebhaber.
Die aus Polyvinylchlorid (PVC, kurz Vinyl genannt) bestehende Scheibe funktioniert so: Auf ihrer Oberfläche ist eine Rille eingraviert, die die Schwingungen der Musik direkt (analog) wiedergibt. Dazu braucht es einen Tonarm, der mit einer meist aus einem Diamant, seltener aus einem Saphir oder Rubin bestehenden Abtastnadel bestückt ist. Die ertastet die Rille, was eine ganz kleine Reibung und somit eine minimale Strommenge erzeugt. Diese wird mehrfach verstärkt und letztlich zu den Lautsprechern geschickt. Dort bewegt ein Magnet eine Spule, die ein Membran festhält. Bei der Bewegung des Membrans wird die Luft zum Schwingen gebracht. Und so kommt es, dass wir die Musik wieder hören können.
 
Bandsalat inklusive
Mitte der 60er-Jahre kam die Musik-Cassette hinzu, kurz „MC“ genannt. Ein in einer Kunststoffhülle steckendes Tonband speichert auf magnetischem Wege als direkte (analoge) Kopie die Aufnahme von einem Mikrofon, einem Rundfunkgerät oder einem Plattenspieler. Weil Aufnahmen mit dem Kassettenrekorder so simpel und die Geräte so billig sind, sind diese Tonträger vor allem in ärmeren Ländern nach wie vor sehr beliebt. Auch wenn nach einiger Zeit das Abspielen schon oft gehörter MCs immer wieder mit einem nicht mehr zu entwirrenden Bandsalat endet…
 
Und so funktioniert’s…
In unseren Breitengraden wurden beide Systeme, LP und MC, langsam aber sicher von der Compact Disc ersetzt. Deren Anfang der 80er Jahre vorgestellte System funktioniert, grob gesagt, folgendermaßen: Die Scheibe mit einem Durchmesser von 12 cm besteht aus dem lichtdurchlässigen Kunststoff Polycarbonat. Auf deren Oberfläche befinden sich, spiralenförmig angeordnet, extrem kleine Vertiefungen, so genannte Pits. Sie sind nur etwa ein bis drei Millionstel Meter groß. Darüber liegt nun eine reflektierende und zusätzlich gegen Umwelteinflüsse geschützte Aluminium-Schicht. Ein Infrarot-Laser liest die Pits ab, das Licht wird abgelenkt und erzeugt eine geringe elektrische Spannung. Diese wird in mathematische Zahlenreihen umgesetzt, die auf dem binären System (lauter Einsen und Nullen) beruhen. Ein Rechner im Lesekopf stellt fest, wie weit sich der Laserstrahl durch die jeweils längere oder kürzere Spiegelschicht verändert hat. Und aus diesen vielen kleinen Unterschieden rekonstruiert er die ursprüngliche mathematische Zahlenreihe. Ein Decoder verwandelt sie dann in elektrische Impulse, die denen der Musikschwingung entsprechen.
 
 
Superlanger Hörgenuss ohne Knacken und Rauschen
Der Vorteil der CD ist, dass sie nicht wie die Schallplatte abgetastet wird, sondern abgelesen. Mit anderen Worten: Die Compact Disc wird – anders als die Vinyl-Platte – nicht berührt und kann somit mechanisch nicht beschädigt werden. Somit kann sie, jedenfalls theoretisch, viele Jahrzehnte knackser-frei überstehen. Und ihre Abspiel-Dauer ist fast doppelt so lang wie die der LP: fast 80 Minuten!
Dieses störungsfreie Musikhören ermöglicht der CD-Spieler, der 1982 zur Serienreife entwickelt wurde. Er löste zusammen mit den entsprechenden Discs eine Revolution aus: Denn die meisten Musikfreunde wollen seitdem zu Hause nur noch die pure Musik genießen, ohne Knistern oder Knacken, Rauschen oder Rumpeln! Diese Revolution wird erst seit wenigen Jahren von der des „Downloads“, des elektronischen Herunterladens von Musikdateien aus dem Internet, ergänzt. Doch noch legen echte Musikliebhaber nach wie vor größten Wert auf die bespielte Compact Disc, die längst zum echten Kult(ur)gut geworden ist.
 

Hier sehen wir das erste Modell der Fa. Philips:
 
 
Chöre singen für Millionen – auf CD
Bei Reader’s Digest Deutschland begann der Siegeszug der Compact Disc 1988 mit der Kollektion „Chöre singen für Millionen“. Seitdem haben unsere Musikfreunde Millionen dieser „Silberlinge“ erworben, die Ihnen sicher viele schöne Stunden des Musikglücks bescheren!
 
 
 

50 Jahre Musikkollektionen bei Reader's Digest Deutschland

Reader’s Digest – das ist das beliebte Magazin im Taschenbuchformat. Reader’s Digest – das sind auch exquisite Sach- oder Auswahlbücher. Reader’s Digest – das sind schließlich und endlich exklusive und hochwertige Musiksammlungen. Und die gibt es jetzt seit genau 50 Jahren! Damals wie heute gilt die Philosophie, Ihnen, unseren Kunden, eine große Vielfalt an erlesener Musik in bester Qualität anzubieten. Stets wählen wir Musik für Sie aus, die nicht dem Zeitgeist unterworfen ist, sondern die einen "langen Atem" hat.

 

Für jeden ist etwas dabei

Ob es sich um Schlager-Anthologien oder Star-Porträts, Klassik-Sammlungen oder Komponisten-Vorstellungen, Opern oder Operetten, Popmusik, Swing und Country, Tanzmusik oder Melodien zum Träumen und Entspannen handelt – für jeden Geschmack ist garantiert etwas dabei. Unsere Sammlungen, die aus 3 bis 5 Tonträgern bestehen, behandeln immer ein spezielles Thema, eine Epoche oder sind einer Musikgattung gewidmet. Die Melodien, Songs, Lieder oder Evergreens, die wir Ihnen anbieten, bilden zeitlos gültige Zeugnisse unserer vielfältigen, populären Musikkultur. Beinahe jede Zusammenstellung enthält eine liebevolle und aufwändige Broschüre, die Ihnen zusätzliche Informationen bietet: Musikgeschichte, Lebensläufe, Anekdoten und vieles mehr.

 

Die Anfänge

Es begann in den 50er-Jahren: Das Mutterhaus von Reader's Digest in den USA produzierte umfangreiche LP-Kollektionen für seine Musikliebhaber. Bald passten auch die anderen Länder, in denen der Verlag vertreten war, diese Sammlungen ihren jeweiligen Bedürfnissen an und vertrieben sie. Anfangs handelte es sich vor allem um Klassik. Als in den 60er- und 70er-Jahren Reader’s Digest Aufnahmen des Labels RCA kaufte, die weltweit vermarktet werden durften, wuchs das Repertoire enorm.


Jahr für Jahr werden speziell für Sie, unsere Reader’s Digest-Musikfreunde, zahlreiche neue Kollektionen kreiert. Die Palette bietet Musik aus allen Epochen, von maßgeblichen Künstlern aus Gegenwart und Vergangenheit interpretiert und in bestmöglicher Ausführung präsentiert. Bestimmte Sammlungen großer Weltstars werden weltweit angeboten. Ob in New York, Hamburg, Moskau oder Taiwan: Solche Zusammenstellungen gibt es dann in der jeweiligen Landessprache, was die Digest-Musiksammlungen auf ihre Weise einmalig macht!

 Und der Erfolg kann sich sehen lassen. Unsere Statistiker haben errechnet, dass in 50 Jahren:13 Millionen Kollektionen mit 52 Millionen Tonträgern (Schallplatten, MCs und CDs) verkauft wurden. Das macht mehr als 884 Millionen Einzel-Titel mit einer Spielzeit von rund 60 Millionen Stunden! Ein Kunde würde 6.840 Jahre brauchen, um jedes Musikstück auch nur einmal zu hören!

 

Zum Jubiläum eine besondere Musikkollektion

In Kürze erscheint die Jubiläums-Kollektion „50 Jahre Musik bei Reader’s Digest“. Sie präsentiert Ihnen „das Beste“ aus der Unterhaltungsmusik der letzten 50 Jahren. 

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Wie entsteht eine Musikkollektion bei Reader’s Digest ?

Um Ihnen, liebe Musikfreunde, eine erfolgreiche Musikkollektion anzubieten, überlassen wir nichts dem Zufall. Zunächst erstellen wir im Vorfeld umfangreiche Kundenbefragungen, die uns ein genaues Bild dessen liefern, was Sie sich von uns wünschen. Zu diesem Zweck entwickeln wir immer neue Ideen für Kollektionen, die wir Ihnen, den Kunden, auf Fragebögen vorstellen.

Nach Auswertung dieser Fragebögen sammeln wir eine Vielzahl von Musikstücken, die zu dieser speziellen Kollektion passen könnten. Nun müssen wir vom Rechteinhaber dieser Musik, dem so genannten Lizenzgeber, die Genehmigung einholen, diese Titel in unsere Sammlung aufzunehmen. Sobald wir vom Lizenzgeber – meist dem Verlag oder Produzenten des jeweiligen Werkes – die Genehmigung erhalten haben, liefert er uns Masterkopien der Musikstücke für das Tonstudio.

Parallel dazu verfassen unsere Autoren (meistens erfahrene Musik-Journalisten mit einer „flotten Schreibe“) den Text für die beiliegende Broschüre, auch Booklet genannt. In ihr werden die Künstler vorgestellt, Musikgeschichte erläutert und Zusammenhänge erklärt. Der Text soll unterhalten und Sie mit Wissen, Anekdoten und Infos überraschen!

Zur gleichen Zeit gestaltet unsere Grafik Vorderseite (Cover), Broschüre und die komplette „Verpackung“ der Kollektion.

Im Tonstudio fügen unsere Spezialisten aus den Masterkopien die einzelnen Tonträger Stück für Stück zusammen. Unglaublich: Bis in die 90iger-Jahre fand dieser Vorgang noch auf Tonbändern statt! Heute erledigen Computer diese Arbeit. Unsere Toningenieure achten auf die bestmögliche technische Qualität der Stücke: Rauschen, Knistern oder Brummen werden nach Möglichkeit entfernt, wobei der Charakter der Musik nicht verloren gehen darf! Vom Ergebnis erhalten wir Prüfmuster. Beim Abhören darf unseren kritischen Ohren nichts entgehen, was Sie nach der Herstellung (Pressung) beim Hören stören könnte!

Nun ist die Produktionsabteilung „dran“: Sie koordiniert und terminiert die Pressung der CDs und den Druck der Booklets. Daran anschließend werden sämtliche Bestandteile der Musikkollektion zusammengeführt, oder, wie es in der Fachsprache heißt, „konfektioniert“. Ganz zum Schluss erhält jede Kollektion eine nummerierte Garantiekarte und wird in Zellophan eingeschweißt. Nun endlich ist Ihre Musiksammlung fertig, deren vollständige Herstellung – von der Idee bis zum fertigen Produkt – uns oft ein ganzes Jahr und länger beschäftigt hat! Wie immer, bleibt uns jetzt nur zu hoffen, dass wir Ihren Geschmack getroffen haben.

 

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