Peter Alexander

 

In Memoriam Peter Alexander
 
Sein Publikum und die Presse haben ihm den Beinamen „Peter der Große“ gegeben. Das war stets äußerst liebevoll gemeint. Ja, Peter Alexander war wirklich der Größte. Sechs Jahrzehnte belieferte er die Hitparaden, in 39 Kinofilmen hat er mitgespielt, fast alle waren Kassenerfolge. Seine Fernsehshows brachen sämtliche Zuschauerrekorde. Am 12. Februar ist der großartige Künstler im Alter von 84 Jahren gestorben. Doch bereits eineinhalb Jahrzehnte zuvor hatte er sich komplett aus dem Showgeschäft zurückzogen. Dabei hinterließ er eine Lücke, die seitdem von niemandem mehr geschlossen wurde.
 
Ein Gruß vom Videoband
 
Als Peter Alexander 1996 seinen Rückzug verkündete, wollte niemand glauben, dass dies ein Abschied für immer sein sollte. „Was sind schon 70 Jahre?“, lautete der Titel seiner damaligen Geburtstagssendung, seiner letzten, die über den Bildschirm flimmerte. Nur noch einmal, zum 70. Geburtstag seines Freundes, des TV-Produzenten Wolfgang Rademann, war er im Jahr 2005 mit einem Geburtstagsgruß zu sehen – und der kam vom Videoband.
 
Abschied auf dem Gipfel des Ruhms
 
So konsequent wie als Künstler, so konsequent war er auch bei seinem Abschied aus der Öffentlichkeit. Man kann ohne Übertreibung sagen: Peter Alexander trat auf dem absoluten Gipfel seines Ruhms ab. Seine 79 Prozent Einschaltquote aus dem Jahr 1973 gelten bis heute in Deutschland als absoluter Rekord und werden angesichts der komplett veränderten Fernsehlandschaft mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch nie mehr erreicht werden.
 
Vaters Witz, Mutters Charme
 
„Die gute alte Zeit ist tot“, titelte sinngemäß eine große Boulevardzeitung zum Tode des Künstlers, der als Peter Alexander Ferdinand Maximilian Neumeyer am 30. Juni 1926 in Wien das Licht der Welt erblickte. Witz und Gemütlichkeit hatte er vom Vater, einem Bankangestellten, Charme und Musikalität von der Mutter. Schon früh zeigte sich, dass der Bub Musik im Blut hatte.
 
Schauspieler mit Auszeichnung
 
Doch zunächst wurde er Schauspieler und bestand 1948 am berühmten Max-Reinhardt-Seminar die Abschlussprüfung mit Auszeichnung. Ab da nannte er sich nur noch Peter Alexander. In den 1950er-Jahren wurde der berühmte Zahlkellner Leopold vom Wolfgangsee eine seiner Paraderollen, die Zahl seiner Filmkomödien ist Legende. Ob als Graf Bobby oder als Pauker mit Herz: Peter Alexander sorgte stets für Heiterkeit.
 
Sein Lebensmensch
 
1951 lernte er Hilde Hagen, seinen „Lebensmenschen“, wie er seine Frau später einmal nannte, kennen und heiratete sie im Jahr darauf. Sie sollte bis zu ihrem Tod im Jahr 2003 ihrem Peter nicht mehr von der Seite weichen. Gemeinsam gelang es den beiden in all den Jahren, einen konsequenten Weg zu gehen, der Peter Alexander zum absoluten Superstar im deutschsprachigen Showgeschäft machte.
 
Ein Recht auf Träume
 
Peter Alexanders große Stärke: Er polarisierte nicht. Sein Motto: „Millionen von Menschen schließen gerne einmal die Augen, um einfach nur zu träumen. Da schließe ich mich nicht aus. Ist das nicht unser gutes Recht?“ Er war ein Meister der Verwandlung, und seine Sketche gelten heute noch als legendär und vorbildhaft. Dabei gingen seine Veräppelungen niemals unter die Gürtellinie. Peter Alexander war sein ganzes Leben lang ein Gentleman, ein Vorbild.
 
Ein leises Servus
 
Als seine Tochter Susanne im Jahr 2009 bei einem Autounfall ums Leben kam, zog sich ihr Vater noch weiter von der Öffentlichkeit zurück als nach dem Tod seiner Frau. Jetzt ist auch er für immer von uns gegangen. In Erinnerung wird uns dieser letzte große deutschsprachige Entertainer auch mit seiner Melancholie bleiben. Wie heißt es so schön in einem seiner berühmten Lieder: „Sag beim Abschied leise Servus. Und gibt's auch kein Wiedersehen, einmal war es doch schön!“

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