Andrew Smith – Mondmänner
Als "Helden des Weltraumzeitalters" prägten sie eine Ära – die 18 Apollo- Astronauten, die zwischen 1969 und 1972 zum Mond flogen.

„Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit …“ Mit diesen Worten schrieb Neil Armstrong, Kommandant von Apollo 11, Geschichte, als er am 20. Juli 1969 den Mond betrat. Wie Millionen anderer Zuschauer verfolgte der damals achtjährige Andrew Smith gebannt die Stunden der ersten Mondlandung vor dem Bildschirm. Mehr als drei Jahrzehnte später begab er sich als Journalist auf eine spannende Spurensuche zu den letzten neun noch lebenden Männern, die die Mondoberfläche betreten haben, schildert die Höhepunkte ihrer Missionen und lässt sie von ihrer faszinierenden Reise berichten. Immer wieder kam es dabei zu dramatischen Situationen:
Zehn Minuten vor der Landung befand sich die Eagle 15.000 Meter über der Mondoberfläche. Armstrong und Aldrin, die nebeneinander in ihren Weltraumanzügen standen, waren mit Gurten am Boden verankert. Alles war bisher nach Plan verlaufen, und sie lagen mit ihren Vorbereitungen gut in der Zeit. Sie schalteten die Kamera an und machten das Landetriebwerk startklar. Dann drückte Aldrin auf den Knopf für die Zündung und das Raketentriebwerk wurde gestartet. 30 Sekunden später erzitterte die Fähre, als sie mit voller Schubkraft dahindonnerten.
Und dann gab es ein Problem.
Die Eagle war dem Mond zugewandt, als Armstrong auffiel, dass die Punkte, an denen er sich orientierte, zwei Sekunden früher als erwartet auftauchten: Sie waren drauf und dran, über das Zielgebiet hinauszuschießen, doch der Computer hatte den Fehler nicht registriert. In 14.000 Meter Höhe drehte Armstrong das Raumfahrzeug um, sodass das Landeradar nach unten gerichtet war und er und Aldrin plötzlich die schimmernde, einer Fata Morgana ähnelnde Erde im Blick hatten. Der Flug war deutlich holpriger als bei den Simulationen, als Aldrin die Daten vom Radar mit denen des Computers verglich und auf eine Diskrepanz von knapp tausend Metern stieß. Da er wusste, dass das Radar zuverlässiger war, entschied er sich, den Computer so einzustellen, dass er dessen Informationen übernahm und mit ihnen arbeitete. Als er aber die dafür erforderlichen Tasten drückte, erfüllte auf einmal das durchdringende Schnarren des Masteralarms die Kabine der Eagle. Sie schauten nach unten und sahen auf dem Computermonitor ein Licht mit der Aufschrift „PROG“ schwefelgelb aufleuchten.
„Programmalarm“, verkündete Armstrong. Seine Stimme blieb ruhig, doch die Worte kamen abgehackt und hastig.
Aldrin gab dem Computer den Befehl, den Alarmcode anzuzeigen, woraufhin auf dem Bildschirm „1202“ aufleuchtete. Er wusste nicht, was das bedeutete, vermutete aber, dass es etwas damit zu tun hatte, dass der Computer überlastet war. Das hatte es bisher bei keiner Simulation, die er mitgemacht hatte, gegeben. Jetzt war der ungünstigste Zeitpunkt dafür.
„Mondmänner“, Andrew Smiths packendes Buch über die Apollo-Astronauten, ist in unserer Buchreihe „Im Spiegel der Zeit“ erschienen.
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