Dustin Hoffman verrät ein Geheimnis
Ein Filmstar – und doch ein Außenseiter. Ist das in Hollywood möglich?
By VON MEG GRANTDustin Hoffman versteht sich bestens auf die Darstellung von Außenseitern, denn er sei, so sagt er, selbst einer. Wie Benjamin Braddock in Die Reifeprüfung oder Raymond Babbitt in Rain Man oder einer der Nichtangepassten in seinem schauspielerischen Repertoire hat er seit seiner Kindheit „dieses Gefühl, das Geschehen von außen zu beobachten“. Und er gibt zu: „An gesellschaftlichen Veranstaltungen teilzunehmen fällt mir schwer. Keiner weiß das besser als meine Frau.“
Mit Lisa Gottsegen, einer Rechtsanwältin, ist er seit 27 Jahren verheiratet. Der 71-Jährige ist immer noch mit Begeisterung Schauspieler, und er liebt seine sechs erwachsenen Kinder abgöttisch. Anders gesagt, seine Berühmtheit verblasst neben der Freude an der Arbeit und seiner Familie. Doch, ob er will oder nicht, er strahlt dieses besondere Charisma aus, der braun gebrannte, gut aussehende Hoffman
Im neuen Animationsfilm Kung Fu Panda, der in Deutschland und Österreich im Juli in die Kinos kam, leiht er seine Stimme einem kleinen roten Geschöpf. Unlängst sprach er in Los Angeles darüber, und ein lausbübisches Grinsen begleitete seine witzigen Bemerkungen.
Reader’s Digest: Sie sagten früher schon, dass Sie sich nicht zur Hollywoodszene zugehörig fühlten.
Dustin Hoffman: In der Schule war ich immer Außenseiter, und das ist auch lange so geblieben. Mein Erfolg hat mich förmlich überrumpelt – ich habe ihn immer als Laune des Schicksals bezeichnet, weil ich Schauspieler geworden bin, ohne an Ruhm oder Reichtum zu denken.
RD: Verraten Sie uns das Geheimnis einer langen Ehe?
Hoffman: Eigentlich ist an der Ehe vieles unnatürlich. Monogamie zum Beispiel halte ich für nicht natürlich, ebenso wenig, dass man so verliebt bleibt wie am ersten Tag. Und trotzdem halte ich Treue für sinnvoll. Meiner Meinung nach ist sie in einer Beziehung unersetzbar.
RD: Sind Sie also absolut ehrlich zu Ihrer Frau?
Hoffman: Das ist mein Ziel. Wenn beide Partner versuchen, ehrlich zueinander zu sein, wird die Ehe besser, und die Liebe wird intensiver. Das kommt daher, weil man weiß, dass das Leben begrenzt ist. Ich sage oft zu meiner Frau: „Ich habe zu wenig Zeit, mir bleibt nicht genügend Zeit, die ich mit dir verbringen kann.“
RD: In dem Film Kung Fu Panda ist Ihre Figur der Panda Shifu. Er ist ein Meister der Kampfkunst Kung-Fu. Sein Schüler Po, ein pummeliger Panda, absolviert in der Nudelsuppenküche seines Vaters eine Lehre. Der Vater erzählt ihm, dass seine Suppen deshalb so lecker sind, weil er eine geheime Zutat verwendet. Wissen Sie, welche das ist?
Hoffman: Ich will Ihnen ein Familiengeheimnis verraten. Als ich ein kleiner Junge war, half bei uns gelegentlich eine Frau im Haushalt, die ich von ganzem Herzen liebte. Ich habe die Verbindung zu ihr aufrechterhalten, selbst als Erwachsener, bis sie gestorben ist.
Als Kind war ich ein schlechter Esser, aber sie hatte ihre Tricks. Egal, welches Gericht sie zubereitete, es hat mir immer gut geschmeckt. Wenn ich sie dann fragte: „Was ist denn da alles drin?“, antwortete sie nur: „Simsalabim.“ Sie hat mir nie verraten, was es tatsächlich war. Ich vermute, die geheime Zutat war ihre Liebe.
RD: Was halten Sie vom heutigen Trend, um jeden Preis berühmt sein zu wollen? Denken wir einmal an die Hotelerbin Paris Hilton.
Hoffman: Meine Familie kennt sie. Früher verbrachten wir gemeinsam die Weihnachtsferien auf Hawaii, und sie war oft mit meinen Kindern zusammen. Ich habe sie unlängst getroffen, und sie ist genauso nett und höflich wie damals. Meine Kinder finden das übrigens auch. Ich weiß nicht, was sie verbrochen haben soll. Ich glaube, das Problem ist nicht Paris, sondern unsere sensationsgierige Gesellschaft.
|
| ||||||
Kommentar abgeben
| Name* | |
| Email* | |
| Kommentar* | |

Abonnieren Sie jetzt Reader's Digest, das Magazin!


Weitersagen






