Streiflicht
13. Jahrh. In Deutschland setzen sich die Geldsteuern durch. Davor standen Naturalabgaben und Frondienste im Vordergrund.
16. Jahrh.
Die sogenannte Türkensteuer wird erhoben. Sie soll dem deutschen Kaiser die notwendigen Mittel für die Kriege gegen die erstarkenden Osmanen zur Verfügung stellen.
1820
Preußen führt Steuerklassen ein, in die die Zahlungspflichtigen anhand ihrer geschätzten Leistungsfähigkeit eingeteilt werden. Dieses System ist eine der Grundlagen für das preußische Drei-Klassen-Wahlrecht.
Ende 19. Jahrh.
In den deutschen Einzelstaaten hat sich die allgemeine Einkommenssteuer durchgesetzt. Der erste progressive Steuersatz wird eingeführt.
20erJahre des 20. Jahrh.
In der Weimarer Republik vereinheitlichen die Länder die Einkommenssteuer. Die Steuersätze steigen erheblich – in der Spitze auf bis zu 60 Prozent. Unternehmen sind von nun an körperschaftssteuerpflichtig.
1933-1945
Die Nationalsozialisten machen auch das Steuerrecht zum Instrument ihrer Schreckensherrschaft. Mit einer „Reichsfluchtsteuer“ müssen Verfolgte ihre Ausreise und die Chance auf Überleben faktisch erkaufen.
50erJahre
Ein wissenschaftlicher Beirat schlägt eine umfassende Finanzreform für die BRD vor. Sie wird nie Realität.
1990
Mit der deutschen Wiedervereinigung gilt in ganz Deutschland ein einheitliches Steuersystem. Die Bürger der ehemaligen DDR müssen sich wieder ans Finanzamt gewöhnen – diese Behörde wurde dort 1952 abgeschafft.
2005
Im Bundestags-Wahlkampf löst das Konzept des Finanzwissenschaftlers und ehemaligen Verfassungsrichters Paul Kirchhof heftige Diskussionen aus. Er schlägt einen einheitlichen Steuersatz von 25 Prozent vor.
2007
Ab Januar gilt ein Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Die 3 Prozent Erhöhung spülen allein dem Bund 12 Milliarden Euro mehr in die Kasse.
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