Jeder Mensch gilt in dieser Welt nur so viel, als wozu er sich selbst macht.“ Diese Erkenntnis stammt keineswegs aus einem Karriereführer der Neuzeit, sondern aus einem Werk des Schriftstellers Adolph Freiherr Knigge, das vor mehr als 200 Jahren erschienen ist: Über den Umgang mit Menschen. Womöglich war Knigge (1752-1796), der heute als Vater aller Benimmratgeber gilt, der erste deutsche Persönlichkeitscoach. Ein Visionär war er auf jeden Fall.

Wer sich heutzutage gut verkaufen kann, hat nicht nur bessere Karten bei der Jobsuche, sondern tut sich auch leichter beim Klettern auf der Karriereleiter. Die aktuelle Wirtschaftsflaute hat die ohnehin angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt weiter verschärft. „Nun ist es wichtiger denn je, an seinem Marktwert zu arbeiten“, erklärt Maren Lehky, Inhaberin einer Hamburger Unternehmensberatung.

Natürlich weiß die 47-Jährige, dass sich viele Menschen ungern in den Vordergrund spielen und beim Small Talk mit einem Vorgesetzten schnell ins Schwitzen kommen. Deshalb hat Lehky eine spezielle Selbstmarketing Übung in ihren Trainingskatalog für Bewerber aufgenommen: „Wir simulieren eine zufällige Aufzugfahrt mit dem Chef, die 18 Sekunden dauert. Bei so einer Gelegenheit sollte man als Angestellter nicht verlegen auf den Boden starren, sondern Werbung in eigener Sache machen, etwas Interessantes über seine Arbeit erzählen. Zum Beispiel, welches Projekt gerade ansteht und was einem daran gefällt.“ Entscheidend sei, „gut rüberzukommen und eine positive Ausstrahlung zu zeigen“.

Die Erfüllung dieser Vorgabe fällt nicht immer leicht – im Workshop wie in der Realität. Besonders wenn die Arbeit in der Firma auf immer weniger Köpfe verteilt wird. Nach einer aktuellen Umfrage des Internetportals jobvoting.de leistet fast jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland 40 Überstunden pro Monat oder mehr. Managementtrainerin Lehky empfiehlt, mit diesem Problem offen umzugehen. „Zeigen Sie sich bei der Arbeitszeit flexibel. Wird die Belastung aber zu groß, sollten Sie Alarm schlagen.“ Das sei allemal besser, als den Frust in sich hineinzufressen und unter den Kollegen schlechte Stimmung zu verbreiten: „So ein Verhalten wird gerne als Illoyalität ausgelegt und ist nicht gerade förderlich für das berufliche Weiterkommen.“

Eine große Hilfe sind dagegen gute Kontakte. Wer Messen, Seminare oder betriebliche Feiern nutzt, um Kollegen aus dem eigenen oder anderen Unternehmen kennenzulernen, besitzt schon nach relativ kurzer Zeit ein Infonetz, über das er interessante Tipps für seine Arbeit erhält – vielleicht sogar Jobangebote. Das Internet hilft, sich mit Menschen aus den verschiedensten Branchen auszutauschen. So zählt das führende europäische Business-Netzwerk XING (www.xing.com) bereits mehr als 7,5 Millionen Mitglieder, der amerikanische Konkurrent LinkedIn (www.linkedin.com) weltweit sogar mehr als 42 Millionen.

 

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