Peter Prange - Der letzte Harem
Peter Prange erzählt die Geschichte zweier Freundinnen im Harem des letzten Sultans in Konstantinopel. Doch dann wird der Harem im Zuge politischer Umbrüche aufgelöst und die Frauen in eine Freiheit entlassen, auf die sie nicht vorbereitet sind …

Seine Entscheidung, Schriftsteller zu werden, fiel exakt am 19. August 1989 um 21.45 Uhr. Damals wurde im Fernsehen gezeigt, wie DDR-Bürger in Ungarn durch den Zaun kletterten. "Da hatte ich die Idee zu meinem ersten Roman: ‚Das Bernstein-Amulett‘". Viele Menschen aus seinem Umfeld konnten eine solch riskante Berufsentscheidung nicht verstehen. Doch die Leser gaben Prange Recht: seine Auflagen erreichten Millionenhöhe, seine Bücher wurden in 15 Sprachen übersetzt. Nach seinem Durchbruch mit dem "Bernstein-Amulett", das auch verfilmt wurde, folgte die "Weltenbauer-Trilogie" mit den Romanen "Die Principessa", "Die Philosophin" und "Die Rebellin". 2006 legte Prange mit "Werte – Von Plato bis Pop" ein erfolgreiches Sachbuch vor, "Der letzte Harem" ist sein fünfter Roman.
"Der letzte Harem" spielt in Konstantinopel um 1909. Als der Sultan gestürzt wird, geraten die beiden Haremsdamen und ungleichen Freundinnen Fatima und Elisa in den Sturm der Revolution. Was ist ihr Kismet? Welches Schicksal wird ihnen vorherbestimmt?
Der Autor im Interview
Reader's Digest: Wie kamen Sie auf die Idee, ein Buch über einen Harem zu schreiben?
PP: Meine Frau und ich waren Pfingsten 2004 in Istanbul und haben dort das Topkapi-Serail besichtigt. Dabei erzählte der Führer, dass 1909 der letzte Sultan zur Abdankung gezwungen und im Zuge dessen der letzte Harem aufgelöst und 500 Frauen an die frische Luft gesetzt wurden. Ich fragte mich, wie es wohl diesen Frauen ging, die nach vielen Jahren in der künstlichen Paradieswelt des Harems in diese außer Rand und Band geratene Welt hinausgeworfen wurden.
RD: Hat Ihre Entscheidung für den Stoff auch etwas damit zu tun, dass Ihre Frau Türkin ist?
PP: Natürlich. Zuerst ganz trivial - weil meine Frau Türkin ist, sind wir zusammen nach Istanbul gefahren, um uns nach längerer Zeit anzuschauen, wie sich diese Stadt entwickelt hat. Und ich muss sagen, es ist eine wunderbare Stadt, eine Stadt, in der es nur so brummt vor Leben und Vitalität und Aufbruch ins Neue. Ich bin seit 20 Jahren glücklich "gegen" eine Türkin verheiratet, und wir erleben den "Kampf der Kulturen" in unseren eigenen vier Wänden. Aber das erleben wir nicht als etwas Schlimmes, sondern als etwas sehr Schönes. Die gegenseitige Bespiegelung im Anderssein, im Fremden, ist ja eine ungeheure Bereicherung.
RD: Was macht den Reiz beim Schreiben aus?
PP: Schreiben ist der schönste Beruf, den es gibt. Während ich scheinbar harmlos am Schreibtisch sitze, erlebe ich dramatische Abenteuer und leidenschaftliche Liebesaffären. Und selbst wenn ich in Gedanken die schlimmsten Verbrechen begehe, macht mir niemand einen Vorwurf. Ja man gibt mir sogar noch Geld dafür.
RD: Wie sieht Ihr Alltag als Autor aus?
PP: Weil ich von Natur aus faul bin, arbeite ich sehr diszipliniert. Statt morgens mit mir zu diskutieren, ob ich inspiriert bin oder nicht, betrete ich jeden Tag Punkt neun Uhr mein Arbeitszimmer, öffne das Fenster und bitte die Muse freundlich herbei, mich zu küssen. Manchmal kommt sie, meistens nicht. Doch nie kann sie behaupten, sie hätte mich nicht am Platz gefunden.
Peter Pranges historischer Roman "Der letzte Harem" ist in unserer Buchreihe "Reader's Digest Auswahlbücher" erschienen.
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