1 Worauf wurde Venedig erbaut?

Die ersten Siedler wählten die sumpfigen Inseln, weil diese Schutz gegen Eindringlinge aus dem Norden boten, die nach dem Zerfall des Römischen Reiches im 4. Jahrhundert (nach Chr.) über die Alpen kamen. Leider war es nicht so einfach, auf dem nachgiebigen, wasserdurchtränkten Boden eine Fischerhütte zu errichten, geschweige denn Steinbauten wie große Kirchen.

Zuerst trieben die Venezianer Pfähle in die Erde, in der vergeblichen Hoffnung, sie würden auf Grundgestein stoßen und könnten ihre Gebäude darauf setzen. Bis zum Mittelalter wurden mit Erfolg größere Steinbauwerke auf Fundamente aus Hunderten von Kiefern- oder Lärchenstämmen gesetzt, die man in den weichen Boden gedrückt hatte. Danach bekamen die venezianischen Baumeister die Entwässerung allmählich in den Griff und schafften damit festeren Baugrund. Ein Staatsbeamter, der proto alle acque (Gewässeraufseher), koordinierte den Kanalbau.


2 Warum ist schimmeliger Käse eine Delikatesse?

Lebensmittel, die nur mit Mühen oder hohen Kosten zu bekommen sind, gelten als Delikatessen. Trüffel beispielsweise sind außerordentlich schwer zu finden und haben deshalb Seltenheitswert. Das gilt auch für den berühmten Roquefort, der aus Schafsmilch gemacht wird. Der sogenannte Käsebruch wird mit schimmeligen Brot- krümeln geschichtet, damit sich die blaue Äderung bildet.

Nach dem Salzen und Pressen darf er in den natürlichen Höhlenkellern von Roquefort in Südfrankreich bei konstanter Temperatur sehr langsam reifen. Ein Höhlensee sorgt für hohe Luftfeuchtigkeit. Nur diesen Höhlen entstammender Käse darf Roquefort genannt werden. Ähnlich exklusiv ist der englische Schimmelkäse Stilton.


3 Seit wann essen wir mit Messer und Gabel?

Bis weit ins 17. Jahrhundert hinein aßen die Menschen in Europa vorwiegend nur mit Messer und Löffel. Mehr brauchte man auch nicht, weil die Nahrung entweder trocken oder suppig war und daher geschnitten oder gelöffelt werden konnte. Große zweizinkige Gabeln benutzte man nur in der Küche bei der Zubereitung; allerdings hatten sich vornehme Speisende schon im antiken Griechenland und Italien eine Zeit lang einer kleineren Version bei Tisch bedient.

Die moderne gebogene vierzinkige Gabel wurde in Deutschland im 18. Jahrhundert erfunden. Um diese Zeit erhielt das Tafelmesser ein abgerundetes Ende – seine Funktion als Speisenspieß hatte sich überlebt. Erst im 19. Jahrhundert verbreiteten sich Gabeln in den USA, wo man sie oft als split spoons (Löffel mit Spalt) bezeichnete.


4 Warum gibt’s im Golfsport eine eigene Sprache?

Ähnliche Spiele gab es auch in China und den Niederlanden, aber die anerkannte Heimat des Golfs ist Schottland. Zum ersten Mal 1457 erwähnt, könnte Golf jedoch schon 200 Jahre früher gespielt worden sein. Musselburgh Links, östlich von Edinburgh, bezeichnet sich als den ältesten noch bespielten Golfplatz der Welt.

Die schottische Sprache gab uns den putt, abgeleitet von einem Wort für vorwärts treiben. Caddie stammt von der schottischen Form von cadet, die einen jungen Mann bezeichnet. Der Warnruf Fore! ist wohl ein Ableger der alten Gepflogenheit, forecaddies „voraus“ zu schicken und beobachten zu lassen, wo der Ball landet.

Die Golfersprache ist indes nicht nur schottischen Ursprungs. In fairway (Spielbahn) steckt der englische Seemannsausdruck für Fahrrinne. Bogey (mit einem Schlag über Par gespieltes Loch) entstand 1890 im Golfklub der englischen Stadt Great Yarmouth. Anfangs bedeutete es die Sollanzahl der Schläge pro Loch; angeblich leitet es sich von bogeyman her, dem Kinderschreck Butzemann, der bezwungen werden musste. Da gute Golfer mit verbesserten Bällen regelmäßig weniger Schläge brauchten, führte man den Begriff par (im Sinne von Standard, nach lat. par = gleich) für eine niedrigere Sollzahl ein.

Birdie (mit einem Schlag unter Par gespieltes Loch) kommt aus den Vereinigten Staaten. Um 1900 sollen Spieler im Country Club Atlantic City in New Jersey eine solche Schlaganzahl a bird (gut, eigentlich Vogel) genannt haben. Zwei unter Par wurde dann zum Eagle (Adler), drei unter Par zum Albatross.


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