Man kann und soll sich nicht von seinen Nachbarn trennen, meint Melanie Finn, selbst wenn man 14 Monate lang 14 Stunden am Tag bei 40 Grad unter gleißender Sonne ausgehalten hat, um einen spektakulären Film zu drehen. Einen Film über das Leben der intensiv rosa gefärbten Zwergflamingos des Natronsees in Tansania, Ostafrika. „Die einheimischen Massai störten sich von Beginn an nicht an unserer Anwesenheit“, erzählt Melanie Finn. „Im Gegenteil. Obwohl sie eigentlich nicht verstehen konnten, warum wir uns ausgerechnet für die Flamingos interessierten und nicht für etwas Lohnenderes wie Kühe.“

Die 44-jährige Melanie Finn hat das Drehbuch zu dem Film Das Geheimnis der Flamingos geschrieben, der am 3. Dezember in Kinos in Deutschland und Österreich anläuft. Die Regie führten ihr Mann Matthew Aeberhard und Leander Ward.

Die Schriftstellerin und Journalistin Melanie Finn liebt das Leben in freier Natur. Sie ist in Ostafrika geboren und aufgewachsen. Sie spricht Suaheli, aber sie lebte auch in Großbritannien und den Vereinigten Staaten, wo sie auf einer Ranch Heu wendete und Zäune flickte.

Ihre große Leidenschaft gehört dem Natronsee. Sie sah ihn zum ersten Mal im Jahr 2001. „Ich ging mit Matt dorthin, als wir uns zu einem unserer ersten Rendezvous trafen.“

Auf dem See geben die 500 000 Flamingos eine außergewöhnliche Vorstellung. Sie brüten nicht einzeln, nicht zu zweit oder zu zehnt, sondern in Massen, angeregt von einer Art gigantischem Paarungstanz. Das hat zur Folge, dass 80 Prozent aller Zwerg-flamingos der Welt auf der Salzinsel schlüpfen, die sich mitten im Natronsee gebildet hat. Über den See ist bislang wenig geschrieben und bis zu Das Geheimnis der Flamingos kein einziger Film gedreht worden.

Für Menschen sind die Lebensbedingungen hier fast unerträglich. Der US-amerikanische Ornithologe Leslie Brown, der 1959 das Buch The Mystery of the Flamingos veröffentlicht und die Gegend um den See sehr gründlich erforscht hat, „verlor fast seine Beine bei dem Versuch, vom Ufer zur Salzinsel zu waten. Das Salz ist extrem ätzend.“

Und genau das macht den Natronsee zum perfekten Brutplatz für die Flamingos: Menschliche und tierische Räuber können die Insel nicht erreichen. Die Flamingos haben sich optimal an das Salz angepasst und nutzen es für den Bau ihrer Nester.

Aber das Salz ist nicht nur ein Segen: „Es gibt Pfützen auf der Insel“, berichtet Melanie Finn, „und wenn die Küken durchlaufen, bilden sich apfelgroße Salzablagerungen um ihre Beine. Das ist gleichbedeutend mit einem Todesurteil, denn wenn sie von der Kolonie zum Ufer waten, schaffen sie kaum den Rückweg.“ Eine weitere Gefahr droht den Flamingos von den aasfressenden Marabus.

Die Filmemacher wussten, dass Marabus Räuber sind; sie hatten jedoch nicht geahnt, „wie gewalttätig sie vorgehen. Diese hässlichen Vögel hacken den niedlichen Küken die Köpfe ab und fressen sie nicht einmal ganz auf ...“

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2 Kommentare

Günter Bode on 01 Januar 2010 ,15:33

Schließe mich dem Kommentar von Frau Gerdes voll an. Bin genau so enttäuscht. Gruß G.Bode

Uschi Gerdes on 28 Dezember 2009 ,14:57

Nachdem ich Ihren sehr interessanten Artikel über den Natronsee und die Flamingos gelesen hatte, wollte ich mir den angekündigten Ausschnitt im Internet ansehen - doch - leider ist NICHTS da!? Ich bin enttäuscht. Gruß U. Gerdes

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