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Warren: Warum nicht?

Obama: Weil die Ehe historisch betrachtet nicht Teil unserer Verfassung ist. Sie war traditionell immer Sache der Gesetzgebung der Bundesstaaten. Der Grund, warum manche Leute finden, dass es eine Verfassungsänderung geben sollte, ist die Kontroverse um die gleichgeschlechtliche Ehe. Ich bin zwar nicht jemand, der die gleichgeschlechtliche Ehe propagiert, aber ich glaube an die Existenzberechtigung eingetragener Lebenspartnerschaften. Ich glaube, wenn schwule Lebenspartner einander im Krankenhaus besuchen wollen, dann sollten die Behörden sagen: „Ja natürlich, das geht in Ordnung.“ Mein Glaube ist stark genug, und meine Ehe ist stark genug, dass ich es mir leisten kann, anderen diese bürgerlichen Rechte zu gewähren, auch wenn ich selbst eine unterschiedliche Auffassung zu diesem Thema vertrete.
 

Warren: Existiert so etwas wie „das Böse“? Und falls ja, wie sollten wir uns verhalten: es ignorieren? Mit ihm verhandeln? Es eindämmen? Es vernichten?

Obama: Das Böse existiert tatsächlich. Ich meine, wir sehen überall und immer Böses. Wir sehen Böses in Darfur. Wir sehen Böses, leider, in den Straßen unserer Städte. Wir sehen Böses in Eltern, die ihre Kinder brutal misshandeln. Und wir müssen ihm mit großer Entschlossenheit entgegentreten.

Ein Punkt, von dem ich absolut überzeugt bin, ist, dass wir als Einzelne nicht in der Lage sein werden, das Böse aus der Welt zu verbannen. Das ist Gottes Aufgabe. Aber wir können in diesem Prozess seine Kämpfer sein, und wir können dem Bösen überall da entgegentreten, wo es uns begegnet.

Doch ein Punkt ist in diesem Zusammenhang außerordentlich wichtig, nämlich dass wir uns der Art und Weise, wie wir das Böse bekämpfen wollen, mit einer gewissen Demut nähern, denn viel Böses wurde bereits mit dem Anspruch verübt, das Böse bekämpfen zu wollen.
 

Warren: Im Namen des Guten?

Obama: Im Namen des Guten. Und ich denke, eine wirklich wichtige Sache ist, dass wir erkennen, dass wir nicht immer automatisch auch Gutes zuwege bringen werden, wenn unsere Absichten gut sind.
 

Warren: Ich möchte mit Ihnen über die Verantwortung unseres Landes gegenüber dem Rest der Welt sprechen. Wir sind die am meisten von Gott gesegnete Nation der Welt, und wir sind gesegnet, um ein Segen für die Welt zu sein. Wer viel empfängt, von dem wird auch viel erwartet. Lassen Sie uns zuerst über Krieg sprechen. Was ist für einen US-Bürger oder eine Bürgerin so viel wert, dass er oder sie sein Leben dafür gibt? Was ist es wert, dass Menschen dafür ihr Leben lassen?

Obama: Nun, natürlich die Freiheit Amerikas, die Bürger Amerikas, die nationalen Interessen Amerikas.
 

Warren: Welches Kriterium wäre für Sie ein Anlass, Truppen zur Beendigung eines Völkermordes auszusenden? Zum Beispiel bezogen auf die derzeitige Lage in Darfur?

Obama: Ich glaube nicht, dass es eine unumstößliche Faustregel gibt, nach der man entscheidet. Ich denke, dass man immer abwägen muss. Grundsätzlich sollten wir uns an das Prinzip halten: Wenn es in unserer Macht steht, Massentötungen und Völkermord zu verhindern, und falls wir in der internationalen Gemeinschaft Verbündete finden, dies zu verhindern, dann sollten wir handeln.
 

Warren: Der nächste Punkt liegt mir am Herzen. Die meisten Menschen wissen nicht, dass es 148 Millionen Waisenkinder auf der Welt gibt. Die sollten jedoch nicht in Waisenhäusern leben müssen, sie sollten in Familien leben. Aber viele Familien können es sich nicht leisten, solche Kinder aufzunehmen. Wären Sie bereit, darüber nachzudenken und sich vielleicht sogar dafür einzusetzen, eine Art Notfallplan für Waisenkinder ins Leben zu rufen?

Obama: Ich denke, das ist eine tolle Idee. Dafür sollten sich verschiedene Parteien zusammensetzen und gemeinsam überlegen, welche Möglichkeiten wir haben – also eine Zusammenarbeit zwischen Nichtregierungsorganisationen, internationalen Institutionen und der amerikanischen Regierung. Teil dieses Plans muss aber auf jeden Fall die Überlegung sein, wie wir verhindern können, dass weiterhin Kinder zu Waisen werden. Das bedeutet, dass wir auf der gesamten Welt an einer Verbesserung der allgemeinen medizinischen Versorgung arbeiten müssen.
 

Warren: Was sollte Amerika Ihrer Meinung nach tun, um der religiösen Verfolgung in Ländern wie China, dem Irak und vielen unserer angeblich verbündeten Staaten ein Ende zu setzen? Mir geht es dabei nicht nur um die Verfolgung von Christen, denn schließlich werden überall auf der Welt Millionen von Menschen ihres Glaubens wegen verfolgt.

Obama: Das Erste, das wir tun müssen, ist, diese Zustände anzuprangern und unsere Stimme dagegen zu erheben und nicht so zu tun, als existiere das Problem nicht. Zudem erscheint es mir absolut unerlässlich, eine Regierung zu haben, die Stellung bezieht und Mitglied in internationalen Gremien ist, von denen Menschenrechtsverletzungen und fehlende religiöse Freiheit angeprangert werden.

Außerdem ist es sehr wichtig, dass wir in diesen Fragen durch unser eigenes Verhalten ein Vorbild sind. Deshalb ist es so wichtig, dass wir hier in den Vereinigten Staaten von Amerika Glaubenstoleranz üben. Deshalb ist es so wichtig für uns – wenn wir andere Länder in Bezug auf ihre Gesetze kritisieren –, dass wir uns an unsere eigenen Gesetze und die „Habeas-Corpus-Akte“ halten und dass es bei uns keine Folter gibt. Erst so erwerben wir das moralische Recht, etwas zu diesen anderen Themen zu sagen.

Dr. Rick Warren wurde vom Time Magazine als eine der „100 einflussreichsten Persönlich-keiten der Welt“ eingestuft. Sein Buch The Purpose Driven Life (deutsch: Leben mit Vision) wurdein über 50 Sprachen übersetzt und weltweit mehr als 40 Millionen Mal verkauft. Diese Auszüge aus seinem vor dem Wahltag durchgeführten Interview mit Barack Obama wurden der besseren Verständlichkeit halber zusammengefasst. Mehr Informationen über Rick Warren und seine Initiative Purpose Driven Connection finden Sie im Internet unter www.purposedriven.com/connection

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2 Kommentare

peter kahasha on 27 February 2010 ,12:24

he is verry verry special congretillation

Rick on 16 December 2009 ,16:52

Alkohol,Drogen, Kumpel von Tiger Woods, go home !!

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