Beate Sauer - Die Buchmalerin
Eine junge Buchmalerin ist auf der Flucht vor der Inquisition. Eines Nachts wird sie in einer Kirche Zeugin eines hinterhältigen Mordes.

Um seinem Gegner Papst Gregor IX. zuvorzukommen, setzt Kaiser Friedrich II. im Norden seines Reiches Kundschafter ein. Einer von ihnen ist Roger – er stößt auf eine Verschwörung, in die auch eine junge Buchmalerin verwickelt zu sein scheint ...
Am 10. Februar 1242 ereignete sich in den Bergen Kalabriens ein tragischer Unfall. Heinrich, der Sohn Kaiser Friedrichs II. von Hohenstaufen, stürzte vom Pferd und starb kurz darauf an den Folgen. Schnell wollte die Gerüchteküche wissen, dass der 31-Jährige Selbstmord begangen hatte und sein Vater die Schuld dafür trug. Denn seit bereits sieben Jahren war der Sohn nun schon Gefangener seines Vaters und ein Ende war nicht abzusehen. Grund für die Gefangenschaft war eine Rebellion Heinrichs gegen seinen Vater im Jahr 1235, die den Hintergrund für Beate Sauers Roman „Die Buchmalerin“ bildet.
Auslöser der Rebellion war der Inquisitor und Ketzerverfolger Konrad von Marburg, auf dessen Vorbild Beate Sauers Romanfigur Gisbert zurückgeht. Konrad von Marburg ging bei der Ketzerverfolgung so radikal und rücksichtslos vor, dass er sich schnell zahlreiche Feinde machte. Auch vor einer Anklage gegen den Grafen Heinrich von Sayn schreckte er nicht zurück. Im Juli 1233 wurde dieser in Anwesenheit König Heinrichs zwar vorläufig freigesprochen, doch waren es wahrscheinlich Anhänger Konrads, die dafür sorgten, dass der Graf auf der Heimreise ermordet wurde.
Für Heinrich selbst hatte die Angelegenheit ebenfalls Folgen. Er setzte sich in diesem Fall und bei einem Hoftag in Frankfurt so vehement gegen Inquisitoren vom Schlage Konrads ein, dass er dadurch in Opposition zu Papst Gregor IX. und zu seinem Vater geriet, der 1232 die Ketzergesetze verschärft hatte. Nachdem Friedrich mehrere von Heinrichs Anordnungen ohne Rücksprache widerrufen hatte, war für den Sohn das Maß voll: er erklärte offen die Rebellion. Nur wenige Fürsten wagten es jedoch, sich Heinrich anzuschließen. Als der Papst ihn exkommunizierte und Friedrich sich mit großem Pomp auf den Weg nach Deutschland machte, war für den Aufständischen das Spiel verloren. Am 2. Juli 1235 unterwarf er sich auf dem Hoftag in Worms seinem Vater. Auf die Königsinsignien wollte er allerdings nicht verzichten. So ließ ihn der Vater trotz vorheriger Begnadigung schließlich verhaften und bis zu seinem tragischen Tod gefangen setzen.
Den Roman „Die Buchmalerin“ von Beate Sauer finden Sie in unserer Buchreihe "Bibliothek der großen historischen Romane".
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