Die CD

30 Jahre Silberscheiben

Seit 1982 erfreuen sich Musikfreunde an den kleinen Silberscheiben namens „Compact Disc“, kurz CD genannt. Sie ermöglichen seitdem das lang erwartete störungsfreie Musikhören. Auch Sie, liebe Leserin, lieber Leser, genießen sicher die große Speicherfähigkeit und den Komfort der kleinen Silberlinge: Sie ermöglichen uns als CD den Musik- oder als DVD den Kinogenuss in den eigenen vier Wänden. Als CD-ROM können diese Scheiben sogar ganze Lexika speichern. Und vielleicht verwenden Sie sie auch als Speicher Ihrer schönen Urlaubsbilder, die Sie am PC immer wieder anschauen können.

 
Mit dem Laserstrahl von der LP zur CD
Die Entwicklung der Compact Disc und dieser „Silberlinge“ ist eng verbunden mit der Technik der digitalen Tonaufzeichnung und der Anwendung des „Light amplification by stimulated emission of radiation“, kurz Laser-Strahl genannt.
Doch lassen Sie uns kurz zurückblicken auf die Tonträger, die bis dahin jahrelang die Herrschaft über die klingende Klangspeicherung innehatten. Gemeint ist vor allem die Langspielplatte, kurz LP genannt. Sie war die würdige Nachfolgerin der empfindlichen Schellack-Platte und eroberte seit Ende der 40er-Jahre die Plattenteller der Musikliebhaber.
Die aus Polyvinylchlorid (PVC, kurz Vinyl genannt) bestehende Scheibe funktioniert so: Auf ihrer Oberfläche ist eine Rille eingraviert, die die Schwingungen der Musik direkt (analog) wiedergibt. Dazu braucht es einen Tonarm, der mit einer meist aus einem Diamant, seltener aus einem Saphir oder Rubin bestehenden Abtastnadel bestückt ist. Die ertastet die Rille, was eine ganz kleine Reibung und somit eine minimale Strommenge erzeugt. Diese wird mehrfach verstärkt und letztlich zu den Lautsprechern geschickt. Dort bewegt ein Magnet eine Spule, die ein Membran festhält. Bei der Bewegung des Membrans wird die Luft zum Schwingen gebracht. Und so kommt es, dass wir die Musik wieder hören können.
 
Bandsalat inklusive
Mitte der 60er-Jahre kam die Musik-Cassette hinzu, kurz „MC“ genannt. Ein in einer Kunststoffhülle steckendes Tonband speichert auf magnetischem Wege als direkte (analoge) Kopie die Aufnahme von einem Mikrofon, einem Rundfunkgerät oder einem Plattenspieler. Weil Aufnahmen mit dem Kassettenrekorder so simpel und die Geräte so billig sind, sind diese Tonträger vor allem in ärmeren Ländern nach wie vor sehr beliebt. Auch wenn nach einiger Zeit das Abspielen schon oft gehörter MCs immer wieder mit einem nicht mehr zu entwirrenden Bandsalat endet…
 
Und so funktioniert’s…
In unseren Breitengraden wurden beide Systeme, LP und MC, langsam aber sicher von der Compact Disc ersetzt. Deren Anfang der 80er Jahre vorgestellte System funktioniert, grob gesagt, folgendermaßen: Die Scheibe mit einem Durchmesser von 12 cm besteht aus dem lichtdurchlässigen Kunststoff Polycarbonat. Auf deren Oberfläche befinden sich, spiralenförmig angeordnet, extrem kleine Vertiefungen, so genannte Pits. Sie sind nur etwa ein bis drei Millionstel Meter groß. Darüber liegt nun eine reflektierende und zusätzlich gegen Umwelteinflüsse geschützte Aluminium-Schicht. Ein Infrarot-Laser liest die Pits ab, das Licht wird abgelenkt und erzeugt eine geringe elektrische Spannung. Diese wird in mathematische Zahlenreihen umgesetzt, die auf dem binären System (lauter Einsen und Nullen) beruhen. Ein Rechner im Lesekopf stellt fest, wie weit sich der Laserstrahl durch die jeweils längere oder kürzere Spiegelschicht verändert hat. Und aus diesen vielen kleinen Unterschieden rekonstruiert er die ursprüngliche mathematische Zahlenreihe. Ein Decoder verwandelt sie dann in elektrische Impulse, die denen der Musikschwingung entsprechen.
 
 
Superlanger Hörgenuss ohne Knacken und Rauschen
Der Vorteil der CD ist, dass sie nicht wie die Schallplatte abgetastet wird, sondern abgelesen. Mit anderen Worten: Die Compact Disc wird – anders als die Vinyl-Platte – nicht berührt und kann somit mechanisch nicht beschädigt werden. Somit kann sie, jedenfalls theoretisch, viele Jahrzehnte knackser-frei überstehen. Und ihre Abspiel-Dauer ist fast doppelt so lang wie die der LP: fast 80 Minuten!
Dieses störungsfreie Musikhören ermöglicht der CD-Spieler, der 1982 zur Serienreife entwickelt wurde. Er löste zusammen mit den entsprechenden Discs eine Revolution aus: Denn die meisten Musikfreunde wollen seitdem zu Hause nur noch die pure Musik genießen, ohne Knistern oder Knacken, Rauschen oder Rumpeln! Diese Revolution wird erst seit wenigen Jahren von der des „Downloads“, des elektronischen Herunterladens von Musikdateien aus dem Internet, ergänzt. Doch noch legen echte Musikliebhaber nach wie vor größten Wert auf die bespielte Compact Disc, die längst zum echten Kult(ur)gut geworden ist.
 

Hier sehen wir das erste Modell der Fa. Philips:
 
 
Chöre singen für Millionen – auf CD
Bei Reader’s Digest Deutschland begann der Siegeszug der Compact Disc 1988 mit der Kollektion „Chöre singen für Millionen“. Seitdem haben unsere Musikfreunde Millionen dieser „Silberlinge“ erworben, die Ihnen sicher viele schöne Stunden des Musikglücks bescheren!