Ich bin weder Psychologin noch Hellseherin und kann die Stimmung und Wünsche der Kunden nicht schon beim Betreten des Ladens abschätzen oder erahnen.

Verkäuferinnen im Einzelhandel verdienen 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen und haben schlechtere Karrierechancen.

Warum kommen viele Kunden erst kurz vor Ladenschluss und meinen dann, sich alle Zeit der Welt für den Einkauf nehmen zu können?

Unsere langen und unregelmäßigen Arbeitszeiten machen ein normales Familienleben fast unmöglich.

Mangelnde Hygiene lässt grüßen: Probieren manche Kunden Kleidungsstücke an, drängt sich dieser Verdacht sehr eindrücklich auf.

Die Arbeit ist körperlich anstrengend, und das viele Stehen macht die Beine und den Rücken kaputt.

Ich übe meinen Beruf sehr gern aus. Es ist schön, den ganzen Tag mit Menschen zu tun zu haben.

Okay, dass man sich als Verkäuferin angemessen kleiden soll, so zum Beispiel nicht bauch- oder rückenfrei. Aber hohe Schuhe tragen zu müssen, der besseren Figur wegen, finde ich eine Zumutung.

Umtausch scheint für einige Kunden das reinste Hobby zu sein. Sie nehmen wahllos alles mit, um die Ware einen Tag später wieder zurückzubringen, weil zum Beispiel die Bluse plötzlich über Nacht zu klein, zu groß, zu bunt oder zu eintönig geworden ist.

Ich stehe unter enormem Umsatzdruck. Immer nur freundlich, souverän und geduldig zu sein fällt da schwer.

Wenn der Laden schließt, ist der Arbeitstag für mich noch nicht zu Ende. Dann heißt es aufräumen und putzen.

QUELLEN: INTERVIEWS MIT VERKÄUFERINNEN, UNTER-SUCHUNG DES INSTITUTS FÜR ARBEIT UND QUALIFIKATION DER UNIVERSITÄT DUISBURG-ESSEN

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