Foto: © by Regina Geisler

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Dora Heldts Erfolgsroman „Urlaub mit Papa“ stürmte sofort die Bestsellerlisten und wurde inzwischen sogar verfilmt. Jetzt hat die Autorin einen Fortsetzungsband vorgelegt. Als traumhafte Kulisse ihrer heiteren Urlaubslektüre hat Dora Heldt diesmal die Nordseeinsel Sylt gewählt, zu der sie eine ganz besondere Beziehung hat: sie ist dort geboren und aufgewachsen. Und noch immer fährt sie mindestens einmal im Monat von ihrem Wohnort Hamburg aus nach Sylt, um dort ein wenig Ruhe zu finden und aufzutanken. Dann besucht sie ihre Eltern und die Verwandtschaft und erholt sich bei langen Strandspaziergängen fernab vom Touristenrummel, atmet den Geruch der Insel ein, der für sie ganz unverwechselbar ist, und lauscht dem vertrauten Klang der Wellen.

Doch ihr neuer Roman ist nicht nur eine liebevolle Hommage an ihre Heimat, sondern auch eine erzählerische Verbeugung vor ihrer Familie. Denn dafür, dass Dora Heldts Romanfiguren immer so lebendig wirken, als seien sie direkt „aus dem Leben gegriffen“, gibt es eine simple Erklärung: Sie sind tatsächlich aus dem Leben gegriffen. Für „Urlaub mit Papa“ stand Dora Heldts eigener Vater, der in Wirklichkeit Rudolf Heinz heißt, Pate. Tante Inges Name im „echten Leben“ ist Karin, sie ist Dora Heldts Patentante und trägt in der Tat gern einen roten Hut. Und wie man beim Lesen unschwer erkennen kann, empfindet die Autorin sehr viel Sympathie für „Tante Inge“, die auch im fortgeschrittenen Alter kein bisschen leise geworden ist, noch immer neugierig auf Neues ist und keine Angst vor Veränderungen kennt. Tante Inge muss sich im Leben nichts mehr beweisen, ist ganz entspannt, von einer unbändigen Lebenslust getrieben und verfügt über einen entwaffnenden Mutterwitz. Wenn man die Autorin fragt, wie die Betroffenen darauf reagieren, von ihr in einem Roman „zur Schau gestellt zu werden“, antwortet Dora Heldt ganz gelassen: „Die fühlen sich ganz gut getroffen.“ Fairerweise jedoch, so die Autorin, bekommen die jeweiligen Personen immer das unveröffentlichte Manuskript vorab. Und bisher hat noch niemand Einspruch dagegen erhoben. Inzwischen sitzt Dora Heldt bereits an einem neuen Buch: „Ich hatte so gute Laune beim Schreiben der beiden Bücher, ich denke, ich mache noch weiter.“ Auch in ihrem nächsten Buch wird sie sich ein Thema aus ihrer Familie vornehmen, so verrät die Autorin, diesmal wird es um die Beziehung zwischen einer jüngeren und einer älteren Schwester gehen.

In ihrem neuen Buch „Tante Inge haut ab“ freut sich Christine auf einen entspannten Urlaub auf Sylt, als eines Tages Tante Inge gänzlich unerwartet ohne Ehemann, dafür aber mit einer stattlichen Anzahl von Koffern auf Sylt auftaucht. Und nicht nur Tante Inges knallroter Hut lässt ahnen, dass sie die Lebenslust neu für sich entdeckt hat …


Die Autorin im Interview

Reader’s Digest: Werden Sie irgendwann ganz auf Sylt leben?
DH: Das stelle ich mir immer vor, wenn mir Hamburg im Sommer zu heiß und zu voll ist. Aber so viele heiße Tage gibt es hier ja eigentlich auch nicht.

RD: Sie gehen ja durchaus auch kritisch mit dem Thema um, was sich eigentlich noch schickt im fortgeschrittenen Alter. Worauf kommt es denn Ihrer Meinung nach an?
DH: Meine fabelhafte Großmutter hat mal zu mir gesagt: „Du musst dich so verhalten, dass du es ein Jahr später genauso erzählen kannst, ohne dich dafür zu schämen.“ Das halte ich für eine gute Anweisung.  

RD: Gibt es noch Lebensträume, die Sie auf Ihren Ruhestand verschoben haben?
DH: Siehe Frage 1.: Irgendwann auf Sylt leben.

RD: Sie sind voll berufstätig und haben neuerdings zusätzlich noch Lesungen. Wann schreiben Sie?
DH: In der Zeit dazwischen. Wenn die Kollegen mit Schwimmringen und großen Koffern in die Ferien fliegen (was mir nichts ausmacht, da ich unter Flugangst leide).

RD: Gibt es Orte, an denen Sie besonders gern schreiben? Haben Sie Rituale?
DH: Rituale habe ich eigentlich nicht, Laptop auf und los. Ich brauche aber einen großen Tisch und Ausblick nach draußen.

RD: Wie reagieren Familienmitglieder und Freunde, wenn sie sich in Ihren Büchern wiederfinden?
DH: Die meisten, die sich wiederfinden, sind eigentlich gar nicht gemeint. Die, die gemeint sind, werden vorher gefragt. Und halten das aus.

 

Neben Dora Heldts heiterer Urlaubslektüre sind in diesem Band der „Reader’s Digest Auswahlbücher“ noch drei weitere Romane der Extraklasse erschienen.

 

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