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Sänger, Entertainer, TV-Moderator, Musicalstar – es gibt wohl keine Bühne dieser Welt, auf der sich Gunther Emmerlich, das bärtige Multitalent mit der sonoren Bass-Stimme, nicht zu Hause fühlt. „Meine Liebe gehört der Musik. Ihr schenke ich mein ganzes Herz“, schwärmt der charmante Publikumsliebling. Seine musikalische Bandbreite reicht von flotter Popmusik über romantische Volkslieder und Klassiker aus der Opernwelt bis hin zu kecken Gassenhauern aus den Goldenen Zwanzigern.
Von Thüringen hinaus in die Welt
Gunther Emmerlichs Geburtshaus, in dem der Sänger am 18. September 1944 das Licht der Welt erblickte, steht im thüringischen Städtchen Eisenberg. Von dort aus brach er auf, um die Welt der Kunst und der Musik zu erobern. Musikalisch blieb Gunther Emmerlich seiner Heimat immer treu verbunden. Zahlreiche vertonte Volksweisen aus dem Thüringer Land wie „Es steht eine Mühle im Schwarzwälder Tal“ haben maßgeblich zur Beliebtheit des Künstlers beigetragen.
In Erfurt studierte Gunther Emmerlich an der Ingenieurschule Bauwesen. Doch noch während er dem wenig geliebten Studium nachging, fuhr er in das nahe gelegene Weimar, um an der berühmten Franz-Liszt-Musikhochschule vorzusingen. Gunther Emmerlich, der von seiner Musiklehrerin einst den Spitznamen „Caruso“ erhalten hatte, konnte die gestrenge Jury von seinem Talent überzeugen und studierte anschließend fünf Jahre lang Operngesang (Bass) an der Musikhochschule in Weimar. Nach seiner Diplomprüfung wurde er in das Ensemble des Nachwuchsstudios der Dresdner Oper übernommen. Glänzende Sänger, erstklassige Regisseure und Dirigenten prägten in Zukunft seinen Geschmack. Im Rückblick gibt er mit sympathischer Offenherzigkeit zu: „Als Anfänger habe ich der puren Verzweiflung oft näher gestanden als der hohen Kunst.“ Doch Gunther Emmerlichs Laufbahn stand von Anfang an unter einem glücklichen Stern und auch privat traf er die Dame seines Herzens: Seit 1979 ist er mit der Schauspielerin Anne-Kathrein Emmerlich verheiratet, die bis 1992 ein Engagement am Dresdner Staatsschauspiel hatte.
Ein Kessel Buntes: Vom Freischütz zur „Showkolade“
Mehr als zwanzig Jahre stand ihr Mann als festes Ensemblemitglied der Dresdner Semperoper auf der Bühne. Seine größten Triumphe feierte er als Osmin in der „Entführung aus dem Serail“, als Alfonso in „Così fan tutte“, als Bartolo in „Figaros Hochzeit“ und als Sarastro in Mozarts „Zauberflöte“. Seine Paraderolle war jedoch der Erbförster Kuno in Webers romantischer Oper „Der Freischütz“.
Darüber hinaus ist es ihm immer wieder mit traumwandlerischer Sicherheit gelungen, sein Publikum zu begeistern. Legendär sind seine Auftritte als temperamentvoller Banjo-Spieler und Moderator bei der „Semper House Band“, zu der sich 1985 Solisten der Staatskapelle Dresden zusammengeschlossen hatten. Auch im DDR-Fernsehen war er ein gerne gesehener Gast, der in den beliebten Unterhaltungssendungen „Nacht der Prominenten“ und „Ein Kessel Buntes“ seine imponierende Bühnenpräsenz bewies. Zum Fernsehliebling avancierte er mit der Samstagabendsendung „Showkolade“, die bis 1990 lief.
Ich probiere einfach gern Neues aus
Im gleichen Jahr erhielt er den begehrten „Bambi“, nicht zuletzt, weil er wie nur wenige musikalische Brücken zwischen E-Musik und U-Musik baut. Umjubelte Gastauftritte führten Emmerlich fast in die ganze Welt. Und stets aufs Neue begeistert der zweifache Vater sein Publikum mit seiner Leidenschaft und Vielseitigkeit. „Ich probiere einfach gerne Neues aus. Schließlich möchte ich die internationale Musikkultur solange es geht bereichern“, sagt der Sänger mit schelmischem Blick. Zu seiner Philosophie gehört es aber auch, bekannte Traditionals zu pflegen. Deshalb zählt er auch beliebte Volksweisen wie „Die Lorelei“, „Ein Jäger aus Kurpfalz“ und „Hoch auf dem gelben Wagen“ zu seinen persönlichen Favoriten.
Eine Herzensangelegenheit
Nach der Wende moderierte Gunther Emmerlich 1991 die Live-Show „Nimm Dir Zeit“, die in Kooperation mit der Glücksspirale ausgestrahlt wurde und deren Erlös für die Restaurierung historischer Baudenkmäler in den ostdeutschen Bundesländern vorgesehen war. Eine echte Herzensangelegenheit war dem Wahl-Dresdner der Wiederaufbau der Frauenkirche, den er großzügig unterstützte.
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