Gesundheit hautnah
Schöne Haut ist keine Hexerei und auch keine Frage des Alters. Lesen Sie, worauf es wirklich ankommt ...
By ELISABETH HUSSENDÖRFEREigentlich hatte Karin Steiger* sich mit dem Kauf einer besonders hochwertigen Creme etwas Gutes tun wollen. Jeden Morgen gönnte sie ihrem Gesicht eine üppige Portion des teuren Produkts — bis sie beim Blick in den Spiegel längst vergessene Pubertätspickel auf Kinn und Wangen entdeckte. Und das im Alter von 34 Jahren! Verunsichert suchte Steiger eine Kosmetikerin auf. "Bei der Terminvereinbarung wurde ich gebeten, alle meine Pflegeprodukte mitzubringen“, erinnert sich die Sekretärin aus Unterhaching. "Als Erstes trug die Kosmetikerin meine neue Creme auf ihren Handrücken auf, wartete einige Minuten und stellte dann fest, dass ein Film zurückblieb.“ Danach empfahl sie ihrer Kundin, sich von dieser Creme zu verabschieden. Für Steigers leicht fettige Haut sei das Produkt zu reichhaltig und der Auslöser für ihre Mitesser.
"In der Tat ist falsche Pflege eine der häufigsten Ursachen von Hautproblemen“, bestätigt Isolde Hof, Kosmetikerin an der Klinik für Dermatologie der Technischen Universität München. Unter zu reichhaltigen Cremes können sich bei empfindlicher Haut Hitzestaus bilden, was zu roten Flecken und hartnäckigen Reizungen führt. Wird dagegen zu viel Feuchtigkeit entzogen, fängt die Haut an zu spannen, im schlimmsten Fall können sogar brennende Einrisse entstehen.
Es kommt also auf die richtige Pflege an. Nur: Was genau ist die richtige Pflege?
Das Wunderwerk Haut — unser größtes Organ
Die Haut ist das größte menschliche Organ. Sie wiegt bis zu zwölf Kilo und würde ausgebreitet eine Fläche von zwei Quadratmetern überspannen! Ihre Aufgaben sind vielfältig: Sie hält den Körper zusammen und schützt vor Stößen, wehrt Schmutz und Chemikalien ab, hindert Keime und Pilze am Eindringen. Außerdem sorgt sie über das Schwitzen dafür, dass der Körper eine konstante Temperatur hält.
Unsere Haut besteht aus drei Schichten: Die aus Fettfilm und Hornhaut bestehende Oberhaut schützt vor allem vor Einflüssen von außen. Die darunterliegende Lederhaut sorgt für Elastizität und Stabilität, regelt den Wärmehaushalt und leitet Reize. Die Unterhaut schließlich besteht hauptsächlich aus Fettgewebe und dient als Wärmepolster und Nahrungsdepot.
Auch wenn dieser Aufbau bei allen Menschen derselbe ist: Haut ist trotzdem nicht gleich Haut. War früher häufig die Rede von Hauttypen, sprechen die Experten heute von Hautzuständen, teilen in normal, fett-feucht, fett-trocken, fettarm-feucht und fettarm-trocken ein. Jeder dieser Hautzustände verlangt eine andere Pflege (siehe Kasten auf Seite 36). All denen, die unsicher sind, in welche Kategorie die eigene Haut fällt, rät Kosmetikerin Hof aus München: "Gönnen Sie sich den Luxus einer Hautanalyse.“
Durchgeführt von einer erfahrenen Fachkraft wohlgemerkt, denn Kosmetikerin ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung. Zwischen einem vierwöchigen Schnellkurs und einer dreijährigen Ausbildung kann alles dahinterstecken.
"Scheuen Sie sich nicht nachzufragen, welchen fachlichen Hintergrund Ihr Gegenüber hat“, empfiehlt Hof. "Nur wenn Sie wissen, in welchem Zustand Ihre Haut ist, können Sie ihr die Pflege geben, die sie wirklich braucht.“
Der Gegensatz von trocken ist feucht — nicht fett
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