Wettkampf und schnelle Wagen sind im antiken Griechenland den Männern vorbehalten. Trotzdem beschließt die junge Alexandra, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Ein Entschluss, der sie unversehens in ein Netz fein gesponnener Intrigen treibt …


Der historische Hintergrund des Romans


Im Jahr 66 n. Chr. bereitete sich ganz Griechenland auf ein großartiges Ereignis vor: Kaiser Nero persönlich hatte seinen Besuch angekündigt und wollte das ganze Land bereisen. Die Griechen gaben sich alle erdenkliche Mühe, dem obersten Herrscher des Römischen Reiches den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Man erfüllte Nero sogar einen ganz ausgefallenen Wunsch: Er wollte nur ein paar Monate bleiben, aber in dieser Zeit an allen vier Panhellenischen Spielen, also den gesamt-griechischen Spielen zu Ehren der Götter, teilnehmen. Obwohl diese Spiele eigentlich in ganz verschiedenen Jahren stattfanden, sollten sie für den Kaiser nun alle unmittelbar nacheinander abgehalten werden.


Teilnahme für Frauen verboten

Frauen war die Teilnahme an den Spielen jedoch generell verboten. Der Reise­schriftsteller Pausanias, der im 2. Jahrhundert n. Chr. Olympia besuchte, gibt über diese Regelung detailliert Auskunft. Demnach gab es vor Ort einen hohen Felsen, von dem die Frauen, die es gewagt hatten, das Eingangstor zu passieren, herabgestürzt wurden. In den historischen Quellen werden lediglich drei Frauen in Zusammenhang mit den Olympischen Spielen erwähnt. In den Jahren 396 und
392 v. Chr. soll Kyniska, eine spartanische Prinzessin, von ihrem Bruder angespornt, an den Spielen teilgenommen haben, allerdings nur als Beisitzerin eines Wagens. Gefahren war ein Mann. Doch als Eigentümerin wurde sie ebenfalls in den Siegerlisten geführt. Gleiches gilt für die Makedonin Belistiche, die in den Jahren 268 und 264 v. Chr. mit ihrem Gespann in den Listen erscheint. Als Hetäre – also eine Art Mätresse – des ägyptischen Königs Ptolemaios II. hatte sie keinen guten Ruf, aber exzellente Beziehungen. Beide Frauen werden in den Quellen ausdrücklich als Beispiele dafür angeführt, dass man siegen konnte, ohne selbst anwesend zu sein. Nur eine Zuschauerin wird noch namentlich erwähnt, und zwar Regilla, die Gattin des reichen Herodes Atticus. Für eine gewisse Zeit zur Demeterpriesterin der Spiele bestimmt, genoss sie das Privileg, den Spielen zusehen zu dürfen. Diese Priesterin der Fruchtbarkeitsgöttin war die einzige Frau, die während des Festes den heiligen Bezirk betreten durfte. Das blieb so bis ins Jahr 393 n. Chr., als der christliche Kaiser Theodosius die seiner Ansicht nach heidnischen Spiele abschaffen ließ.
 
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