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Als die Band Nena im August 1982 in der ARD-Sendung „Musikladen“ auftrat, löste sie ein musikalisches Erdbeben aus. Bereits am Tag nach der Sendung verkaufte sich ihre Single „Nur geträumt“ über 40 000 Mal. Nena wurde zur Ikone einer ganzen Generation - und ist es bis heute geblieben. 2010 geht sie, pünktlich zu ihrem 50. Geburtstag am 24. März, auf Europatournee - vermutlich als jüngste und rockigste Großmutter aller Zeiten. Denn seit kurzem ist sie zweifache Oma.
Kleines Mädchen „Nina“
Bereits als Dreijährige kam Gabriele Susanne Kerner, so ihr richtiger Name, zu dem Namen, unter dem sie später berühmt werden sollte: Während eines Spanienurlaubes wurde sie von den Einheimischen „nina“ gerufen - „kleines Mädchen“. Die Kleine aus dem westfälischen Hagen machte in ihrer kindlichen Sprache „Nena“ daraus – nicht ahnend, dass dieser Name einmal auf der ganzen Welt bekannt sein würde.
„Nur geträumt“ macht den Traum wahr
Mit 19-jährige engagierte sie die New-Wave-Band „The Stripes“ 1979 als Frontfrau. Da der große Erfolg jedoch ausblieb, jobbte sie im Büro des Musikproduzenten und Starfotografen Jim Rakete“, wo sie Mitglieder der erfolgreichen Band „Spliff“ kennenlernte. Mit ihrem Freund Rolf Brendel, Drummer der „Stripes“, zog sie von Hagen nach Berlin. Dort produzierte man im „Spliff“-eigenen Studio mit dem Gitarristen Carlo Karges, dem Keyboarder Uwe Fahrenkrog-Petersen und dem Bassisten Jürgen Dehmel „Nur geträumt“. Der Startschuss für eine Superkarriere war gefallen.
Bald folgte das erste Album, das schlicht „Nena“ hieß und auf dem Höhepunkt der Neuen Deutschen Welle den Nerv der Zeit traf: eingängige Songs mit authentischen Texten – und das Ganze auf Deutsch! Doch auch die englischsprachige Version von „99 Luftballons“ hielt sich wochenlang in den US-Hitlisten. So etwas hatte es zuvor bei einem deutschen Titel noch nicht gegeben. Auch das zweite Album „?“ (Fragezeichen) kletterte in den Hitparaden ganz nach oben. Die Singles „?“ und „Rette mich“ schlugen genau so ein wie mit „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ der nächste Mega-Hit.
Eigene Wege sind auch steinig
1987 trennte sich die Band, und Nena ging eigene Wege. Sie wirkte unter anderem in vier Spielfilmen mit. Bei Dreharbeiten lernte sie den Schauspieler Benedikt Freitag lieben. 1988 kam das erste gemeinsame Kind zur Welt, starb jedoch ein knappes Jahr nach der Geburt. Ihre Erlebnisse verarbeitete die Sängerin unter anderem in dem Album „Wunder geschehn“ aus dem Jahr 1989. Die gleichnamige Single war just zur Zeit des Mauerfalls in den Hitparaden und wurde so zum „Mauersong“.
Auch privat wendete sich vieles zum Guten: Nena brachte 1990 Zwillinge zur Welt. Ein während der Schwangerschaft aufgenommenes Album mit Kinderliedern wurde ein weiterer Erfolg.
Eine Frau, die die Welt verändert hat
2002 landete die zierliche Sängerin mit einem Jubiläumsalbum anlässlich ihres 20-jährigen Künstlerjubiläums einen weiteren Volltreffer: „Nena feat. Nena“ brachte Platin und die „Echo“-Nominierung zur besten nationalen Künstlerin in der Kategorie Rock und Pop ein. Ein Jahr später verlieh ihr der ehemalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow den „Women’s World Award“ – eine Auszeichnung für Frauen, die die Welt verändert haben.
Noch hundert weitere Enkel …
Das Doppelalbum „Willst du mit mir gehn“ aus dem Jahr 2005 knüpfte nahtlos an die bisherigen Erfolge an. Unter dem gleichen Titel erschien im selben Jahr ihre Autobiografie, mit der sie nun auch die Bücherhitparaden stürmte. 2007 machte die Gründung ihrer „Neuen Schule Hamburg“ Schlagzeilen, was ihre musikalische Kreativität jedoch keineswegs einschränkte.
„Made in Germany“, erschienen Ende 2009, sind der Titel ihres aktuellen Studioalbums sowie der anstehenden Tournee. Ihre Tochter Larissa steuerte einen Text dazu bei. Sie und ihr Zwillingsbruder Saskias machten ihrer Mutter Ende Dezember 2009 zwei weitere, ganz außergewöhnliche Geschenke: Innerhalb weniger Tage wurde sie zweifache Großmutter, was sie mit dem Satz kommentierte: „Wenn es nach mir geht, könnten noch hundert weitere Enkelkinder kommen.“
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