
Eine der herausragendsten Gruppen aus Österreich sind „Die Paldauer“ – Vollblutmusiker, die ihrer Heimat seit nunmehr fast vier Jahrzehnten viel Ehre einlegen. Ihre fröhlichen, besinnlichen, traditionellen, manchmal aber auch überraschend modernen Lieder haben weit über die Grenzen der Steiermark hinaus zahllose Fans gefunden
Paldau zu Ehren
Die Geschichte dieser Band aus dem Örtchen Paldau im Raabtal beginnt in den späten 1960er-Jahren. Gerade einmal zwölf Jahre zählt der 1956 geborene Franz Griesbacher, als er seinen zwei Jahre älteren Halbbruder Erwin Pfundner dazu überredet, mit ihm gemeinsam eine Musikgruppe zu gründen. Man schreibt das Jahr 1968 – die beiden Buben, die mit den Klängen ihrer Heimat aufgewachsen sind und schon früh verschiedene Instrumente beherrschen, finden in den Nachbarsjungen Johann Kaufmann, Alfred Kien und Franz Scheucher drei Mitstreiter und schon ist das „Paldauer Quintett“ gegründet.
Vom Hobby zum Beruf
Doch es dauert noch ein paar Jahre, während denen die Fünf sich als Hobbymusiker versuchen, ehe sie das Hobby zum Beruf machen. Erst nachdem 1975 alle den Wehrdienst absolviert haben und ermutigt durch erste Erfolge in Sölden und Kitzbühel, gehen sie das Wagnis ein, Berufsmusiker zu werden. Wenig später wird der erste große Kontrakt unterschrieben: Für 36 Tage gastieren die Paldauer im Südtiroler Ort Kaltern.
Es folgen Gastspiele in der Schweiz und ab 1977 gehören sie dort zu den beliebtesten Live-Bands. Für das eine oder andere Bandmitglied ist der Dauerstress zu viel – erste Umbesetzungen sind die Folge. Heute besteht die Band aus den beiden Gründungsmitgliedern Griesbacher und Pfundner sowie aus Renato Wohllaib, Didi Ganshofer, Anton Peter „Tony“ Hofer sowie Harry Muster, einem Cousin des berühmten Tennisspielers Thomas Muster.
Echte Profis
Alle Mitglieder besitzen eine grundsolide Ausbildung, haben zum Teil sogar Konservatorien besucht und jedes einzelne Mitglied der Band beherrscht selbstverständlich mehrere Instrumente. Das merkt man vor allem bei ihren Konzerten, die durchweg vollständig live gespielt werden. 1977 wird die erste eigene Schallplatte produziert. Bei „Mit uns macht’s Spaß“ sitzt Franz Koch am Mischpult, dessen Musikverlag „Koch International“ heute als Branchenriese gilt. Auch für die Paldauer laufen die Dinge prächtig: Spätestens ab Mitte der 80er-Jahre zählt die Band zu den populärsten Gruppen ihrer Heimat. Außerdem verfügt man auch in der Schweiz, in Südtirol und in Süddeutschland über eine stetig wachsende Fangemeinde.
Ein Ritterschlag in der Musikszene
Nach dem ersten Fernsehauftritt in Deutschland 1988 wird der Megahit „Tanz mit mir, Corinna“ ihr endgültiger Durchbruch. Die erste „Goldene“ wird von Dieter Thomas Heck persönlich überreicht – eine Art „Ritterschlag“ in der Musikszene. 1991, zum zwanzigjährigen Jubiläum, folgt ein weiterer Meilenstein: die Auszeichnung als „Showband des Jahres“ in der Bundesrepublik. Mit dem Titel „Ich muss dich wiedersehn“ platziert sich die Band 1994 zwei Monate auf Platz 1 der deutschen Radiocharts und überbietet diesen Erfolg ein Jahr später noch einmal mit dem Album „Unendlich glücklich“. Ganz nebenbei gelingt es den Musikern um Franz Griesbacher auch noch dreimal in Folge die Nummer 1 der ZDF-Hitparade zu werden – eine Premiere für Künstler aus der Alpenrepublik.
Es folgen Jahre mit großen Tourneen und Konzerten: Allein 1997 spielt die Band in 40 deutschen Städten, erhält eine Platin-Schallplatte und ist im darauf folgenden Jahr bei etlichen riesigen Open-Air-Veranstaltungen präsent. Mittlerweile sind auch holländische und belgische Fans zur stetig wachsenden Anhängerschar dazu gestoßen.
Zum Markenzeichen der Paldauer im neuen Jahrtausend sind populäre Schiffs-Fernreisen mit ihren Fans geworden, etwa in die Dominikanische Republik, nach Florida und nach Mauritius. Die jeweils rund 400 Tickets für solche Kreuzfahrten sind meist bereits Monate im Voraus ausgebucht. Auch das mittlerweile berühmte Paldauer-Open-Air in Graz ist schon zur Tradition geworden. Und das Schönste: Ein Ende des Erfolgs ist nicht abzusehen!
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