Volker Klüpfel / Michael Kobr – Seegrund
Kommissar Kluftinger stößt bei einem Spaziergang am Ufer des Alatsees auf einen leblosen Taucher. Was suchte er in dem See?
Bei einem Sonntagsspaziergang am Alatsee im idyllischen Allgäu macht Kommissar Kluftinger eine schreckliche Entdeckung: am Ufer des Bergsees liegt ein Taucher leblos in einer roten Lache. Doch vieles erweist sich als anders, als es zunächst den Anschein hat – das Blut ist gar keins und die Leiche ist nicht tot. Kommissar Kluftinger beschließt, dem Geheimnis des Sees endgültig auf den Grund zu gehen …
Die beiden Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr betreiben Heimatkunde auf ganz eigene Art: sie spüren in ihrer Heimat immer wieder alte Mythen und Sagen auf, die sie dann zum Thema eines Krimis machen.
In ihrem Buch Seegrund haben sie den geheimnisvollen Alatsee als Schauplatz gewählt, der 6 Kilometer von Füssen entfernt, nicht weit von dem berühmten Märchenschloss Neuschwanstein liegt. Dieser See hat durch seine stellenweise blutrote Farbe und seinen seltsamen Geruch schon immer die Fantasie der Menschen beflügelt. Bis in die Neuzeit wird der Alatsee von Einheimischen gemieden, denn dort sollen Fabelwesen ihr Unwesen treiben und Gespenster umgehen, die ahnungslose Wanderer in den See ziehen und in Erdspalten locken. Tatsächlich sind dort auch immer wieder Menschen verschwunden. Durch reinen Zufall entdeckte Volker Klüpfel in der Zeitung einen Artikel über Geheimnisse und gefährliche Substanzen im Alatsee. Kurz danach sah er einen Film mit gleichem Thema. Ein Wink des Schicksals, dachte sich das Autorenteam und griff zu.
Als ersten Schritt machten sich die beiden ins Münchener Staatsarchiv auf, um die Fakten zu recherchieren. Dabei fanden sie heraus, dass die leuchtend rote Schicht in 15-18 Metern Tiefe aus Purpur-Schwefelbakterien besteht, die auf einer extrem schwefelhaltigen Schicht schwimmen. Die Herkunft des Schwefels ist bis heute nicht geklärt. Dagegen belegen Dokumente, welche Rolle der Alatsee im Zweiten Weltkrieg gespielt hat. Damals wurde das gesamte Gebiet um den See zum Sperrgebiet erklärt. Die Recherche im Archiv brachte ans Licht, dass die Luftwaffe während dieser Zeit im See mit Unterwassermodellen der Focke-Wulf Ta 154 Aerodynamikversuche durchgeführt hat. Unbewiesen ist bisher jedoch die sich hartnäckig haltende Legende, dass damals auch Goldschätze auf dem Seegrund versenkt wurden. In den Fünfziger- und Sechzigerjahren hatte dieses Gerücht immer wieder Taucher angelockt. Doch nach wiederholten Todesfällen ist der See heute für Taucher gesperrt. Nachdem die Fakten geklärt waren, wurde um Kluftinger, diesen sympathisch-kauzigen Kommissar, ein spannender Fall konstruiert, der am Alatsee spielt.
Die beiden Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr haben mit ihren Allgäuer Heimatkrimis den deutschen Buchmarkt im Sturm erobert. Nach dem Erfolg ihres Erstlings Milchgeld legten sie bald die Bände Erntedank, Seegrund, Laienspiel und Raunacht nach. Eines ihrer Bücher, Erntedank, wurde inzwischen verfilmt. In der Rolle des Kommissars Kluftinger glänzte der im nahen Sonthofen geborene Herbert Knaup, der den Allgäuer Dialekt natürlich perfekt beherrscht. Seine Leistung in dieser Rolle brachte dem Schauspieler den Bayerischen Fernsehpreis 2010 ein.
Volker Klüpfel, Jahrgang 1971, arbeitet „hauptberuflich“ als Kulturredakteur der Memminger Zeitung, Michael Kobr, Jahrgang 1973, ist Realschullehrer für Deutsch und Französisch. Trotz ihres Erfolgs denken die Autoren nicht daran, ihren Erstberuf aufzugeben. „So wie es jetzt ist, ist das Schreiben für uns Luxus“, erklären sie. „Wir können, aber wir müssen nicht.“ Also werden sie weiter schreiben und ihr Publikum mit neuen Krimis beglücken. „Und in den allerletzten Band schreiben wir dann auch Kluftingers Vornamen“, verspricht Klüpfel. „So in Band 73 vielleicht.“
Der Erfolgskrimi aus dem Allgäu – jetzt in den „Reader’s Digest Auswahlbüchern“.
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