Veronika Peters - Was in zwei Koffer passt
Mit 21 Jahren tritt Veronika Peters ins Kloster ein. Sie beginnt ein neues Leben, das in vielerlei Hinsicht völlig anders ist, als sie erwartet hat.

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Im Alter von 21 Jahren fasst Veronika Peters einen außerordentlichen Entschluss: Sie packt zwei kleine Koffer und tritt ins Kloster ein. Doch was bedeutet ein Leben hinter Klostermauern wirklich? Wie sieht der Alltag dort aus, welche Erfahrungen macht man? Für Veronika Peters beginnt ein völlig neues Leben.
Was mache ich hier?
Ursprünglich wollte ich nur ein paar Fragen stellen, als ich die eigenartig gekleidete Frau ansprach, von der mir andere Kursteilnehmer sagten, sie sei Nonne und Benediktinerin. Sie leitete den „Arbeitskreis Gregorianischer Choral“, den ich für den Rest der „Musiktage“ belegte.
Ich hatte bis dahin einiges unternommen, um irgendeinen Sinn jenseits von Geldverdienen und Sachenanhäufen zu finden, hatte mich in Zen-Meditation vertieft, an Gebetskreisen teilgenommen, linksalternative Wohngruppen besucht, mit missionseifrigen Freichristen diskutiert, gegen Atomkraft und Startbahn West demonstriert. Jetzt stand eine attraktive Nonne um die vierzig vor mir, die eine Klarheit und Entschiedenheit ausstrahlte, die ich ebenso verwirrend wie faszinierend fand.
Was das für ein Leben sei, wollte ich von ihr wissen, und ob es zufrieden machen könne, ein Glaubensleben in Gemeinschaft zu führen. „Besuchen Sie mich im Kloster, wenn Sie möchten; dann können wir uns weiter unterhalten, und Sie schauen sich das selbst an. Aber erwarten Sie keine fromme Romantik, die gibt es bei uns nicht.“
Hedwig, die Musikerin, die Nonne mit den antikapitalistischen Ideen, eine Frau, die von Gott reden konnte, ohne dass es peinlich war. So hat das angefangen.
Etwa acht Wochen später bin ich zum ersten Mal ins Kloster gefahren. Das war vor zwei Jahren. Ich bin immer öfter dort aufgetaucht, habe zugehört, beobachtet, nachgedacht, gefragt.
Wahrscheinlich ist die Frage, warum man in ein Kloster eintritt, genauso schwer oder unmöglich zu beantworten wie die Frage, warum man sich in einen bestimmten Menschen verliebt und nicht in einen anderen, der vielleicht klüger, hübscher, reicher oder sonst wie besser ist. Vielleicht ist es die Faszination des „alternativen Lebens“, die Rückzugsmöglichkeit, die Suche nach dem Grund des Daseins, nach etwas, was bleibt, der Kampf gegen die Auslöschung der eigenen Existenz. Germana hat in einem unserer ersten Gespräche zu mir gesagt: „Im Kloster kommt man sehr bald an die eigenen Grenzen.“
Umso besser. Da will ich hin. Es ist ein Versuch, eine Art Expedition mit ungewissem Ausgang. Wir werden sehen.
"Was in zwei Koffer passt" von Veronika Peters' finden Sie in unserer Buchreihe " Im Spiegel der Zeit".
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