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Autor: Cornelia Krappel

Tilda Swinton: „Ich bin eigentlich ein fauler Mensch“

Ihr Status als Filmstar liegt Tilda Swinton nicht am Herzen. Für sie zählen Freunde, Familie und ihre Hunde.
Tilda Swinton: „Ich bin eigentlich ein fauler Mensch“
Die schottische Schauspielerin Tilda Swinton

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©Andrea Raffin / Alamy Stock Photo
Ein wenig wirkt Tilda Swinton wie ein Wesen aus einer anderen Welt. Das liegt zum einen an ihrem blassen Teint, dem wasserstoffblondierten Haar und den hellgrünen Augen, zum anderen an der Vorliebe der Oscar-Gewinnerin für extrava­gante Projekte, die von komplizierten Kunstdramen über schrille Satiren bis hin zu großen Märchenepen reichen. Am 1. September kommt ihr neuer Film Three Thousand Years Of Longing ins Kino. Im Gespräch ist die 62-Jährige völlig ungekünstelt.

Reader’s Digest: In Ihrem neuen Film verlieben Sie sich in einen Dämon. Sie scheinen ungewöhnliche Rollen zu bevorzugen. Woher kommt diese Lust am Extremen?
Tilda Swinton: Ich mag Abenteuer. Schon als Kind bin ich aufs Sofa gestiegen und habe mich über die Lehne geworfen. Meine Mutter hat dann Kissen hingelegt, damit ich mir nicht wehtue. Und ich habe versucht, hinter den Kissen zu landen. Allerdings: Ich bin keine Masochistin oder jemand, der im Leben Risiken eingeht. Beim Wandern im Himalaja zum Beispiel war ich in Begleitung eines erfahrenen Bergführers.

Exzentrische Figuren sehen auf der Leinwand nicht immer vorteilhaft aus. Braucht es Mut, sie zu spielen?
Für mich fühlt sich das nicht sonderlich mutig an, weil es mir eben so viel Spaß macht. Ich würde mich aber nicht als Schauspielerin bezeichnen.

Welchen Begriff würden Sie wählen?
Man könnte sagen, ich bin ein Model. Ich gebe vor, ein anderer Mensch zu sein, und das ist nach meinem Dafürhalten keine Schauspielerei, eher Hochstapelei. Es ist auch reiner Zufall, dass ich vor der Kamera gelandet bin. Ich habe das Kino immer schon geliebt, und wollte einfach in diesem Metier arbeiten. Mein Sohn arbeitet in der Filmrequisite, das hätte mir genauso gefallen.

Denken Sie beim Lesen eines Drehbuchs oft: „Das muss ich spielen“?
In der Regel nicht, denn am Anfang meiner Arbeit steht Freundschaft. Gelegentlich kommen Filmemacher mit Projekten auf mich zu, die ich noch nicht kenne, aber sie müssen die gleiche Einstellung wie ich haben und wir müssen uns gut verstehen. Manchmal reicht auch schon ein gemeinsames Frühstück aus, um Freunde zu werden.

Sie jagen also keinen Projekten hinterher?
Nein, denn eigentlich bin ich ein sehr fauler Mensch. Ich liebe es, zu schlafen, ich liebe es, am Feuer zu sitzen und ich liebe es, Zeit mit meinen Hunden zu verbringen.

Mit Ihren Hunden?
Für mich sind sie eigentlich keine Tiere, sondern Familienmitglieder. Sie verkörpern eine Unbekümmertheit, von der ich viel gelernt habe. Wenn sie durch die Natur laufen und ganz mit dem Moment eins sind, dann spielt nichts mehr eine Rolle. Wenn dir die politische Situation Sorgen macht, dann gehe mit deinen Hunden raus!

In der Politik spielt das Thema Na­tionalstolz eine große Rolle. Wie ist es um Ihren bestellt?
Nationalstolz sollte man äußerst vorsichtig einsetzen. Eine Überdosis davon ist höchst gefährlich. Aber wenn eine Nation unterdrückt wurde, dann ist kulturelle Identität sehr wichtig. Wenn man mich als britische Schauspielerin bezeichnet, schaltet sich dieser Sinn sofort ein. Dann kehre ich als Gegenreaktion meine schottischen Nationalgefühle heraus.



Zur Person:
Tilda SwinTon kam am 5. November 1960 in London zur Welt. Sie entstammt einem alten, schottischen Clan und wuchs in den Scottish Borders auf. Ihr Filmdebüt feierte sie 1986 in Derek Jarmans Caravaggio. Seither drehte Swinton mit zahlreichen Kultregisseuren wie den Coen- Brüdern, Wes Anderson oder Jim Jarmusch. Für Michael Clayton erhielt sie 2008 den Oscar als beste Nebendarstellerin. Tilda Swinton hat Zwillinge (* 1997) aus der Beziehung mit dem schottischen Autor und Maler John Byrne. Seit Mitte der 2000er-Jahre ist sie mit dem Künstler Sandro Kopp liiert. Swinton lebt in Schottland.

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