Do it yourself: schön gepflegte Füße
Ein bisschen Luxus darf sein. So wird Ihr Badezimmer zum Fußpflegestudio.
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Die Hornhaut an meinen Fersen wird immer dicker, die Nägel könnten einen neuen Schliff vertragen, und Lack haben sie in den letzten Monaten so gut wie gar nicht gesehen. Dabei steht der Sommer praktisch vor der Tür. Höchste Zeit für den Sandalenkauf und eine Generalüberholung meiner Füße. Ein Termin im Fußpflegestudio ist während der Pandemie allerdings nicht zu bekommen. Taugt vielleicht mein Badezimmer zum Fußpflegestudio?
Waschen Sie Ihre Füße täglich und vergessen Sie das Eincremen nicht
„Regelmäßige Pediküre sorgt nicht nur für optisch schönere und gepflegte Füße. Sie hilft auch, schmerzhafte Probleme wie etwa Hühneraugen oder eingewachsene Zehennägel zu beheben und ihnen vorzubeugen“, erklärt Tatjana Pfersich vom Verband Deutscher Podologen. Als Juniorchefin einer Fußpflegepraxis in Reutlingen kümmert sie sich Tag für Tag um Patienten und kennt die häufigsten Probleme genau.
Als Basispflege empfiehlt sie, die Füße täglich mit Wasser und Seife oder Duschgel zu waschen und sorgfältig abzutrocknen. „Die Zehenzwischenräume tupfen Sie am besten mit einem weichen Tuch vorsichtig trocken, damit keine Risse in der Haut entstehen. Denn diese sind die Eintrittspforte für Sporen, die Fußpilz auslösen können“, erklärt die Podologin. Wer möchte, kann zum Trocknen einen Föhn benutzen. Der Luftstrom sollte lediglich handwarm sein, um Verbrennungen zu vermeiden. „Cremen Sie anschließend Ihre Füße inklusive der Sohlen ein, damit die Haut nicht austrocknet“, rät Pfersich. „Das gilt ganz besonders im Winter.“ Ist Ihre Haut gesund, reicht eine Bodylotion als Feuchtigkeitsspender. Weisen Ihre Füße Schrunden auf, sollten Sie zu einer fetthaltigeren Creme greifen. Bei Schweißfüßen sind fettende Cremes hingegen tabu. Lassen Sie die Pflege vor dem Ankleiden gut einziehen, damit die Strümpfe nicht an der Haut kleben.
Um meine Füße sommerfein zu machen, empfiehlt Pfersich mir ein Pflegeprogramm mit Fußbad, Hornhautentfernung und Nagelpflege, das ich mir etwa alle vier bis sechs Wochen gönnen soll. Dafür brauche ich: eine Schüssel oder ein kleines Fußbad, warmes Wasser, etwas mildes Duschgel oder ein spezielles Fußbad-Produkt, ein Handtuch, eine Hornhautfeile oder einen Bimsstein, eine Nagelschere oder einen Nagelknipser, eine feine Nagelfeile, eine pflegende Fußcreme und – wer mag – einen Nagellack.
Entspannung beginnt mit einem Fußbad
Am Anfang steht ein warmes Fußbad. Es weicht die Haut auf und macht die anschließende Pflege deutlich einfacher. Füllen Sie eine Schüssel mit angenehm warmem Wasser und geben Sie ein paar Tropfen Duschgel oder einen Badezusatz hinein. Besonders wohltuend sind Zusätze mit Lavendel, Kamille oder Minze. Sie wirken beruhigend und sorgen gleichzeitig für einen frischen Duft.
Tauchen Sie Ihre Füße für etwa zehn bis fünfzehn Minuten ins Wasser. Viel länger sollte das Bad nicht dauern, denn sonst quillt die Haut zu stark auf. Danach trocknen Sie Ihre Füße gründlich ab – auch zwischen den Zehen.
Sanfte Hilfe gegen Hornhaut
Nach dem Fußbad ist die Haut weich genug, um überschüssige Hornhaut zu entfernen. Dafür eignet sich ein Bimsstein oder eine spezielle Hornhautfeile. Wichtig ist, behutsam vorzugehen. Reiben Sie mit leichtem Druck über die verhärteten Stellen, vor allem an Fersen und Fußballen.
„Zu viel Hornhaut auf einmal zu entfernen ist keine gute Idee“, erklärt Podologin Tatjana Pfersich. „Die Haut reagiert darauf oft mit verstärkter Neubildung.“ Besser ist es, regelmäßig kleine Mengen abzutragen. Auf scharfe Hornhauthobel sollten Sie zu Hause lieber verzichten, um Verletzungen zu vermeiden.
Nägel richtig schneiden
Sind die Füße sauber und die Hornhaut geglättet, kümmern Sie sich um die Nägel. Schneiden Sie sie gerade ab und nicht zu kurz. So verhindern Sie, dass die Nägel einwachsen. Anschließend feilen Sie die Kanten vorsichtig glatt.
Wer seine Nägel lackieren möchte, sollte vorher eventuelle Cremereste mit einem Wattepad und etwas Nagellackentferner entfernen. Dann hält der Lack besser. Eine dünne Schicht Unterlack schützt den Nagel, danach folgen eine oder zwei Schichten Farblack und zum Schluss ein Überlack für mehr Glanz und Haltbarkeit.
Die Pflege zum Abschluss
Zum Schluss kommt die wohl angenehmste Phase: das Eincremen. Massieren Sie eine reichhaltige Fußcreme in Füße und Fersen ein. Das fördert die Durchblutung und sorgt für ein entspanntes Gefühl. Besonders trockene Stellen können Sie etwas dicker eincremen und anschließend Baumwollsocken überziehen – am besten über Nacht.
Kleine Routine mit großer Wirkung
Eine komplette Pediküre zu Hause dauert kaum länger als eine halbe Stunde, kann aber viel bewirken. Wer seine Füße regelmäßig pflegt, beugt Druckstellen, Rissen und anderen Problemen vor – und fühlt sich in offenen Schuhen gleich viel wohler.
Mein Badezimmer hat sich an diesem Nachmittag jedenfalls überraschend gut als kleines Fußpflegestudio bewährt. Und während meine frisch gepflegten Füße langsam trocknen, wächst schon die Vorfreude auf den ersten Spaziergang in neuen Sandalen.





