Beauty und Fitness

Autor: Christina Frangou

Warum Wunden im Alter langsamer heilen

Was Sie gegen die Hautalterung tun können.

© istockfoto.com / tommaso79

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Zieht ein Kind sich eine kleine Schramme zu, ist diese in der Regel nach ein, zwei Tagen unter einem Verband verheilt. Bei einem Erwachsenen dagegen dauert dies länger – bei einem 40-Jährigen schon etwa doppelt so lange wie bei einem 20-Jährigen, und die Heilung verlangsamt sich immer weiter. Doch wieso? „Wir haben keine vollständige Erklärung dafür“, sagt Dr. Dennis Orgill, medizinischer Direktor des Wundversorgungszentrums am Boston’s Brigham and Women’s Hospital, USA. „Meiner Erfahrung nach handelt es sich um einen allmählichen Rückgang der Heilungsgeschwindigkeit von der Geburt an.“ Die Wundheilung ist ein komplexer Prozess, bei dem viele Zellen zusammenarbeiten, um zunächst die Blutung zu stoppen und anschließend die Haut wieder aufzubauen. Im Alter können körperliche Veränderungen diesen Prozess stören. Verheilen Wunden langsamer, geht dies mit einem erhöhten Infektionsrisiko und länger anhaltenden Schmerzen einher.

Der Aufbau der Haut umfasst drei Schichten. Von außen nach innen sind dies: Epidermis (Oberhaut), Dermis (Lederhaut) und Subcutis (Unterhaut). Die Epidermis, die nur einen halben Millimeter dick ist, besteht hauptsächlich aus Keratinozyten. Diese Zellen werden beständig durch jüngere, gesündere Zellen ersetzt – ein Prozess, der sich mit zunehmendem Alter verlangsamt. Gleichzeitig kommen immer weniger Fette und Aminosäuren in der Epidermis vor, was zu trockener, rissiger Haut führt. Selbst in kleinste Risse können Bakterien eindringen und die Wundheilung verzögern. Die Dermis unterhalb der Epidermis verleiht der Haut ihre Dicke, reguliert die Körpertemperatur und versorgt die Epidermis mit nährstoffreichem Blut. In dieser Schicht finden sich Blut- und Lymphgefäße, Schweiß- und Fettdrüsen sowie Kollagen, ein Protein, das die Haut elastisch und belastbar hält.

Was tun gegen die Hautalterung?

Ab dem Alter von 50 Jahren verliert man jedoch etwa 1 Prozent Kollagen pro Jahr, was die Hautreparatur immer weniger effektiv macht. Die Subcutis, die unterste Hautschicht besteht vor allem aus Binde- und Fettgewebe. Neben Hautveränderungen können auch Krankheiten, die bei Senioren häufiger auftreten, wie Herzinsuffzienz, rheumatoide Arthritis und chronisch obstruktive Lungenerkrankung die Wundheilung behindern.

Insbesondere mit Diabetes gehen viele Faktoren einher, die Wunden langsamer heilen lassen. Dazu zählen etwa Hormonstörungen und veränderte Kollagen-Akkumulation sowie eine schlechtere Nierenfunktion, Gefäßerkrankungen und Neuropathie. Medikamente wie Steroide oder nicht-steroidale Entzündungshemmer, Chemo- oder Strahlentherapie können ebenso eine verlangsamte Wundheilung bedingen. Diese kann aber auch durch einen Nährstoffmangel verursacht sein. Darum rät Dr. Orgill, bei schlecht heilenden Wunden den Vitamin- und Mineralstoffspiegel überprüfen zu lassen, vor allem auf Vitamin C und Zink.

Wer die Selbstheilungskräfte seines Körpers stärken möchte, sollte Hautschäden durch Sonneneinstrahlung vermeiden, das Rauchen einstellen, regelmäßig feuchtigkeitsspendende Produkte auf die Haut auftragen und ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Auch sollte man Wunden idealerweise mit einem Verband feucht halten. Übrigens: Muskelkraft kann ebenso bei der Wundheilung helfen. Körperlich inaktive Menschen verlieren ab 30 Jahren pro Jahrzehnt zwischen 3 und 8 Prozent ihrer Muskelmasse, ab 60 Jahren noch mehr. Es lohnt sich also, früh mit dem Training zu beginnen.

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