Essen und Trinken

Autor: Reader's Digest Book

Ananas kurbelt nicht die Fettverbrennung an

Die tropische Frucht ist eine gesunde Köstlichkeit. Das in ihr enthaltene Bromelain ist einer der wertvollen Inhaltsstoffe. Aber Bromelain verbrennt kein Fett und wirkt demnach auch nicht gegen Übergewicht.

© iStockfoto.com / THEPALMER

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Schon vor mindestens 4000 Jahren kultivierten Amazonas-Indianer diese Frucht, und Kolumbus brachte dann erste Ananas-Früchte nach Europa. Heutzutage werden weltweit 27 Mio. Tonnen produziert.

Wertvolle Frucht

Beliebt ist die Frucht nicht zuletzt wegen ihrer Süße. In 100 g Ananas stecken 12 g Kohlenhydrate. Zudem ist sie reich an Vitaminen, besonders Vitamin C, sowie an Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium und Magnesium. Zudem ist sie reich an Ballaststoffen. Besonderes Interesse findet ein Eiweißstoff, das gerinnungs- und entzündungshemmende Enzym Bromelain (sprich -la-in). In Reagenzglas-Studien zeigte Bromelain sogar immunsteigernde und krebshemmende Wirkungen. Allerdings hat nur frische Ananas solche Effekte.

Einer der Hollywood-Mythen

Vor allem aber hat Bromelain den Ruf, den Fettabbau im Körper zu beschleunigen. Der Mythos entstand wohl schon vor etwa hundert Jahren unter Hollywood-Schauspielerinnen. In Wirklichkeit wirkt das Bromelain aber gar nicht gegen Fette, sondern spaltet Eiweiße. Deshalb wird es industriell genutzt, um Fleisch zart zu machen, sowie in der Aufbereitung von Leder. Sogar in der Medizin wird es eingesetzt: Tübinger Forscher berichteten 2016, dass auf Brandwunden aufgetragenes Bromelain-Gel zerstörtes Gewebe zersetzt, gesundes Gewebe hingegen schont. Allerdings ist diese Methode noch nicht genügend wissenschaftlich untersucht.

Fern aller Fettpolster

Da Bromelain ein Eiweißstoff ist, wird es im Magen durch Enzyme wie Pepsin rasch gespalten – wie alle Eiweißstoffe aus der Nahrung. Bromelain wird zerlegt in Aminosäuren, die u. a. zum Aufbau körpereigener Eiweißstoffe dienen. Das Bromelain gelangt also gar nicht an Fettpolster oder Stellen, wo es den Fettstoffwechsel beeinflussen könnte. Wissenschaftliche Studien haben auch keine derartigen Wirkungen gezeigt. Im Gegenteil: Der Wohlgeschmack der Frucht und ihr Zuckergehalt verleiten dazu, reichlich davon zu essen – und damit viele Kalorien zu sich zu nehmen.

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