Essen und Trinken

Autor: Reader‘s Digest Book

Ein Mittel gegen Erdnussallergie?

Schon kleinste Spuren der Frucht können für Erdnuss-Allergiker fatale Folgen haben.

 

© istockfoto.com / michellegibson

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Betroffene Kinder (und ihre Eltern) leben in ständiger Wachsamkeit, nicht versehentlich z. B. einen Schokokeks zu essen, der zuvor auf einem Teller mit Erdnüssen lag. Das kann nicht nur zu Atemnot und Schwindel führen, sondern tödlich sein. Diesen Kindern wäre enorm geholfen, wenn sie wenigstens kleine Mengen Erdnuss vertragen würden.

Möglicherweise wird das bald Realität: Internationale Forscher haben eine Substanz getestet, die das Immunsystem von Erdnussallergikern sozusagen trainiert, nicht so überschießend allergisch zu reagieren. Ähnlich wie bei der sogenannten Spezifischen Immuntherapie zum Beispiel bei Insektengiftallergie wird den Kindern der „Auslöser“ (Allergen), also Erdnussprotein, in zunächst kleinsten Mengen unter ärztlicher Überwachung gegeben. Langsam wird die Menge gesteigert. In der Studie handelte es sich um ein Erdnusspulver namens AR101, das die Kinder ins Essen streuen konnten. Am Ende der mehrmonatigen Studie mit fast 500 Kindern konnten zwei Drittel der Kinder in der Behandlungsgruppe problemlos ein bis zwei Erdnüsse täglich essen, viele sogar vier Erdnüsse. In der Kontrollgruppe ohne AR101 waren es nur 4 % (selten bessert sich die Allergie von selbst). Das Medikament wird nun noch genauer geprüft, die Zulassung ist beantragt; möglicherweise steht es in zwei bis drei Jahren, also ab 2023 zur Verfügung.

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