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Autor: Reader's Digest Book

Insulin: Gel statt Spritze

Insulinabgabe mittels eines „intelligenten Gels“ scheint falsche Dosierungen zu verhindern.

© istockfoto.com / ratmaner

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Viele Diabetespatienten sind auf regelmäßiges Zuckermessen und Insulinspritzen angewiesen. Dies ist nicht nur unangenehm bis schmerzhaft, sondern auch mit Risiken wie Über- oder Unterzuckerungen durch eine falsche Dosierung verbunden. Die medizinische Forschung arbeitet deshalb seit Längerem daran, ein System zu entwickeln, das ähnlich wie die gesunde Bauchspeicheldrüse sowohl den Blutzuckerspiegel misst als auch bedarfsgenaue Mengen von Insulin an der Körper abgibt.

Japanische Forscher der Tokyo Medical an Dental University haben nun eine mögliche Lösung gefunden: eine Art Miniapparatur, die unter die Haut gepflanzt wird und ein Insulindepot beinhaltet, das mit einem „intelligenten Gel“ abgedichtet wird. Dieses Gel besteht aus einem Polymer auf Boronsäurebasis, dessen Eigenschaften von der Zuckerkonzentration abhängen: Steigt sie in der Gewebsflüssigkeit an, binden die Zuckermoleküle an die Polymerbausteine – das Gel wird kurzfristig feucht und durchlässig und ermöglicht so die Insulinabgabe über einen Minikatheter. Bei niedrigen Zuckerwerten dagegen bildet das Gel eine trockene Hautschicht, die undurchlässig für das Insulin ist. Bei zuckerkranken Labormäusen konnte das Gel über einen Beobachtungszeitraum von drei Wochen den Blutzuckerspeigel bereits ohne Über- und Unterzuckerungen kontrollieren.

Im Vergleich zu ähnlichen Forschungsprojekten, bei denen der Blutzucker mittels Enzymproteinen gemessen wird, hat das rein synthetische Gelmaterial den großen Vorteil, dass es nicht zerfällt und auf diese Weise lange funktionsfähig bleibt.

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