Essen und Trinken

Autor: Reader's Digest Book

Spätes Abendessen macht dick

„Iss morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann.“ Die alte Weisheit galt mehrere Jahre lang nichts mehr. Doch mittlerweile hat erneut ein Umdenken eingesetzt.

© iStockfoto.com / mediaphotos

©

©© iStockfoto.com / mediaphotos

Wer abnehmen möchte, muss weniger Kalorien zu sich nehmen, als er verbraucht. Das gilt immer noch: Doch es galt jahrelang als ziemlich gleichgültig, zu welcher Tageszeit man die Nahrung zu sich nahm. Es zählte nur die Gesamtbilanz.

Gegenargumente aus Chicago

Eine Studie von Forschern der North Western University in Chicago stellte das im Jahr 2009 in Frage. Die Wissenschaftler fanden – allerdings nur bei Experimenten an Mäusen – einen deutlichen Einfluss des Tag-Nacht-Rhythmus der Tiere. Sie verabreichten ihnen ein besonders fettreiches Futter, und zwar einer Gruppe zu ihrer natürlichen Schlafenszeit, einer anderen zu ihrer Wachzeit (bei Mäusen in der Nacht). Die tagsüber während ihrer Schlafenszeit gefütterten Tiere nahmen viel mehr zu (48 %) als die nachts während ihrer Wachzeit gefütterten (20 %). Beim Menschen scheint der Sachverhalt tatsächlich ähnlich zu sein, wie eine 2013 veröffentlichte Studie israelischer Forscher nahelegt.

Israelische Vergleichsstudie

Bei einer Reduktionsdiät wurde zwei Gruppen adipöser Frauen mit metabolischem Syndrom zwölf Wochen lang ein reichhaltiges Frühstück oder ein opulentes Abendessen aufgetischt; die Gesamtkalorienmenge aber war gleich. Das Ergebnis: Die Frühstücksgruppe nahm mehr ab, hatte weniger Hunger und einen besseren Zuckerstoffwechsel. Ähnlich verhält es sich bei Männern, wie 2017 Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung ermittelten. Offenbar ist es also nicht gleichgültig, wann man isst. Der Körper wird von inneren Uhren gesteuert, und der Stoffwechsel mit seinen Hormonen und seinem komplexen biochemischen Zusammenspiel unterliegt einem Tag-Nacht-Rhythmus.

Das könnte Sie auch interessieren

Angebote aus unserem Shop