Gesundheit

Autor: Reader‘s Digest Book

Autobahnen für das Blut

Die Blutgefäße sind wie Straßen, die unseren Körper durchziehen, angefangen von der Autobahn der Arterien und Venen bis hinunter zum schmalsten Fußpfad der Kapillaren.

© istockfoto.com / sitox

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Das Wegenetz der Blutgefäße – rund 100.000 km lang – ist Teil des unentbehrlichen Transportsystems der Endlosschleife Kreislauf. Angetrieben vom Motor Herz benutzt das Blut die Gefäße, um jede einzelne Körperzelle mit all dem zu beliefern, was sie zum Leben und Funktionieren braucht. Dazu zählen vor allem das Atemgas Sauerstoff (O2), bestimmte Hormone, der Körperabwehr dienende Substanzen und die energiereichen Brennstoffe der Nahrung. Ebenso transportiert das Blut via Gefäße alles wieder ab, was an Stoffwechselabfällen und Restgasen wie Kohlendioxid (CO2) anfällt.
Der große Körperkreislauf beginnt damit, dass Blut aus dem Herzen weggepumpt wird. Die Röhren, die es aufnehmen, sind die Arterien. Ihr mächtigster Vertreter, die Hauptschlagader oder Aorta, bringt es immerhin auf bis zu 3 cm Durchmesser. Die Arterien müssen bei ihrer Arbeit höchste Elastizität beweisen; immerhin haben sie dem enormen Anfangsdruck des pumpenden Herzens, den sie am unmittelbarsten spüren, standzuhalten. Deshalb besitzen die Gefäßwände eine verhältnismäßig dicke Muskelschicht und sind mit gummibandartigen Bindegewebsfasern durchsetzt. Der Pumpschwall wird dadurch aufgefangen und in ruhigerem Strom den nächstkleineren Gefäßen, den Arteriolen, zugeleitet. Diese spalten sich ebenfalls weiter auf, und zwar in das haarfeine Röhrchensystem der Kapillaren, die jede Gewebefaser erreichen. Ihre hochverzweigte Gesamtheit bildet eine Querschnittsfläche von enormen 4500 cm2. Damit ist der Ladung des Blutes reichlich Platz gegeben für den lebenswichtigen Stoffaustausch mit den Körperzellen.

Der lange Heimweg

Natürlich ist der Druck des Blutes in unmittelbarer Herznähe am höchsten und sinkt ab, je weiter sich das Blut in Richtung Körperextremitäten entfernt. Am Ende des arteriellen Kapillarnetzes, beim Übertritt ins venöse, sinkt er auf fast Null. Für die Rückreise muss sich der Kreislauf verschiedener Tricks bedienen, um dem Blut gegen die Wirkung der Schwerkraft zum Herzen zurück zu helfen. Zum einen borgen sich die Venen oft die Pulsationskraft in der Nähe liegender Arterien, zum andern erweist sich der immer wiederkehrende Sog, den der Rhythmus des Ein- und Ausatmens im Brustraum entstehen lässt, als äußerst hilfreich.
Und nicht zuletzt sorgen Ventile dafür, dass der Rückweg abgeschnitten ist und keine andere Fließrichtung als die zum Herzen zugelassen wird. Da kein Druck mehr in ihnen herrscht, müssen Venen auch nicht so robust sein wie Arterien. Ihre Wände sind dünner und weniger elastisch, die Form wird unregelmäßig und das Blut fließt erheblich langsamer.

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