Gesundheit

Autor: Reader's Digest Book

Diabetes: Zuckercheck per Tattoo?

Zu hoher Blutzucker: braun, normaler Blutzucker: grün – könnten die Farben einer Hauttätowierung vor entgleisten Glukosewerten warnen?

© istockfoto.com / Mykola Sosiukin

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Amerikanische Wissenschaftler der Harvard Medical School und des MIT Massachusetts Institute of Technology entwickelten in einem ersten Schritt eine „intelligente“ Tattoo-Tinte, die Dermal Abyss Ink. Statt der reinen Farbpigmente herkömmlicher Tinen basiert sie auf biosensorischen Partikeln, die über eine Veränderung von Farbe oder Fluoreszenz eine Mengenbestimmung von Glukose ermöglichen – ähnlich wie z.B. bei Urinstäbchen. In der Testphase an Schweinehaut, deren Aufbau der menschlichen sehr ähnlich ist, konnte bereits gezeigt werden, dass die Zuckererfassung zuverlässig funktioniert: Steigt der Zuckerspiegel an, wird die grüne Tinte braun. Die Messung erfolgt dabei nicht am Blutstrom selbst, sondern in der sogenannten Interstitialflüssigkeit, die die Zellen in einem Gewebe umspült.

Zurzeit (2019/2020) testen die Forscher die Tinte am Menschen. Dabei muss zunächst abgeklärt werden, ob es zu Hautirritationen oder Allergien kommen kann, denn gerade Diabetiker haben ein deutlich erhöhtes Risiko, dass sich Wunden dauerhaft infizieren. Für junge Menschen, für die Tattoos bereits eine Selbstverständlichkeit sind, konnte dieses neue Verfahren eine gelungene Alternative zur bisherigen Zuckermessung werden.

Die Wissenschaftler verweisen auch darauf, fass mit entsprechenden Tinten nicht nur Glukose, sondern auch Substanzen wie Natrium oder Kalium oder der pH-Wert erfasst werden können. Sollten sich die Biosensor-Tattoos klinisch bewähren, lägen die Vorteile auf der Hand: Diabetiker müssten ihren Blutzucker nicht mehr per schmerzhaftem Piks bestimmen, denn das Tattoo reagiert von selbst, ohne dass der Patient daran denken oder seine Gerätschaften zur Hand haben muss.

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