Gesundheit

Autor: Reader‘s Digest Book

Die Körpergröße ist erblich

Größtenteils entscheiden die Gene darüber, wie groß ein Mensch wird. Bereits in früher Jugend ist es möglich, die Größe eines Kindes vorauszusagen.

© istockfoto.com / Morsa Images

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Wer mit überdurchschnittlicher Körpergröße gesegnet ist, hat im täglichen Leben häufig Probleme, und auch wer besonders klein geraten ist, hat’s oft nicht leicht. Ergonomen, also Wissenschaftler, die die Dinge des täglichen Gebrauchs den menschlichen Bedürfnissen anpassen, wissen es: Die Türhöhe darf sich nicht einfach am Durchschnitt orientieren, sonst stößt sich ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung ständig den Kopf an. Statt sich am wenig aussagekräftigen statistischen Mittelwert auszurichten, berechnet man beispielsweise Stuhl- und Tischhöhen so, dass 90 % aller möglichen Körpergrößen abgedeckt werden können. Nur die 5 % ganz Kleinen und die 5 % ganz Großen fallen aus diesem Raster der Normalität heraus; ihnen helfen auch Verstellmechanismen und das Angebot unterschiedlicher Kleider- und Schuhgrößen nicht mehr. Sie müssen auf Sonderanfertigungen zurückgreifen.
Die Hauptrolle spielen dabei das Somatotropin und das Schilddrüsenhormon Thyroxin. Diese Hormone werden bis zum Ende der Pubertät ausgeschüttet; die Geschlechtshormone beenden schließlich das Wachstum. Die Körpergröße wird wesentlich vom Wachstum der langen Röhrenknochen bestimmt. Diese sind an ihren Enden, den Epiphysen, mit Gelenkknorpel überzogen, unter dem die sogenannte Epiphysenfuge liegt. Auf ihrer Außenseite werden ständig neue Knorpelzellen gebildet. Dadurch können die Zellen zur Schaftseite hin verknöchern, der Knochenanteil am Schaft wächst. Verknöchert die Fuge, ist das Skelettwachstum abgeschlossen. Erleidet sie, etwa bei einem komplizierten Armbruch, vorzeitige Schäden, kann der betroffene Arm deutlich kürzer bleiben als sein gesundes Gegenstück.

Entscheidend: Aktivität der Hirnanhangdrüse

Leidet die Hirnanhangsdrüse, etwa aufgrund eines Tumors, unter Störungen bei der Hormonproduktion, kann es zu abnormalem Wachstum kommen. Werden zu viel Wachstumshormone ausgeschüttet, sind die Knochen zu krankhaft anhaltendem Wachstum gezwungen, das schon junge Menschen in Riesen verwandelt. Überproduktion während der Entwicklungszeit, bei noch offenen Epiphysenfugen, führt zu Riesenwuchs in sämtlichen Körperpartien, sodass die Körperproportionen insgesamt harmonisch bleiben. Wenn die Fugen schon verknöchert sind und keine weitere Ausdehnung der Röhrenknochen mehr erlauben, weicht das verstärkte Wachstum auf Gesichtsknochen und Extremitäten aus. Menschen, die davon betroffen sind, leiden vor allem unter vergrößerten und vergröberten Händen, Füßen, Nase und Kinn. Größtenteils entscheiden die Gene darüber, wie groß ein Mensch wird. Bereits in früher Jugend ist es möglich, die Größe eines Kindes vorauszusagen.

Was ist schon normal?

Auffallend ist, dass die Durchschnittswerte für die Körpergröße sehr schwanken. Ein 65-Jähriger ist bis zu 9 cm kleiner als ein 19-Jähriger, Frauen messen 8 – 12 cm weniger als Männer. In Deutschland sind junge Männer nach Abschluss ihres Längenwachstums, mit 17 – 18 Jahren, rund 1,80 m groß. Junge Frauen im gleichen Alter erreichen eine durchschnittliche Körpergröße von 1,71 m. In Norddeutschland sind die Menschen etwas größer als in Süddeutschland. Beim Blick auf ganz Europa macht das Nord-Süd-Gefälle sogar 7 – 10 cm aus. In Italien wird ein Mann durchschnittlich 1,74 m groß; eine Frau 1,62 m. In Spanien sind Männer 1,70 m und Frauen 1,61 m groß.

Große Afrikaner

Am oberen Ende der Größenskala rangieren die Mitglieder des sudanesischen Stammes der Watussi – die hochgewachsenen Afrikaner über ragen mit einer Durchschnittsgröße von über 1,80 m die meisten anderen Erdbewohner. Der Türke Sultan Kösen gilt mit 2,51 m derzeit als der größte Mensch der Welt. Der Amerikaner Robert Pershing Wadlow (1918 – 1940) brachte es auf 2,72 m. Damit ist er der größte Mensch der Geschichte, dessen Körpergröße einwandfrei belegt ist. Um seine endgültige Größe zu erreichen, muss der Mensch wachsen – ein Prozess, der neben Atmen, Essen, Ausscheiden, Bewegen, Fortpflanzen und Reagieren auf die Umwelt zu den elementaren Eigenschaften gehört, die das Leben ausmachen. Was während der rund 20-jährigen Wachstumsperiode geschieht, ist größtenteils schon vor der Geburt festgelegt – die Größe ist hauptsächlich genetisch bestimmt. Das heißt: Meist haben große Eltern eher größere, kleine Eltern eher kleinere Kinder. Dennoch gibt es Ausnahmen: So bekam ein chinesisches Ehepaar, 1,63 und 1,56 m groß, eine Tochter, die als Erwachsene eine Körpergröße von 2,47 m erreichte. Mit 4 Jahren war Zeng Jin-Lian schon 1,56 m groß, mit 13 bereits 2,17 m. Wissenschaftler gehen derzeit davon aus, dass die Körpergröße zu 80 % durch das Erbgut festgelegt ist. Allerdings ist nicht ein einzelnes Gen, sondern ein komplexes Wechselspiel verschiedener Erbinformationen für die Größe verantwortlich. Die übrigen 20 % werden von Umweltfaktoren bestimmt. Ein wichtiger dieser Faktoren ist die Ernährung. So passten sich die japanischen Essgewohnheiten in den letzten Jahrzeiten immer mehr den westlichen an – mit dem Ergebnis, dass die Durchschnittsgröße der Japaner deutlich zugenommen hat. Als ein weiterer Beweis für den Einfluss der Ernährung gilt, dass im 19. Jh. englische Jungen aus der Oberschicht rund 13 cm größer waren als hungernde Altersgenossen aus ärmeren Schichten.

Hormone steuern Wachstum

Damit das genetisch festgelegte Größensoll erfüllt werden kann, muss der wachsende Mensch ständig Körpergewebe aufbauen. Diese Zellvermehrung wird gesteuert und kontrolliert von den Wachstumshormonen – chemischen Botenstoffen, die vor allem in der Hirnanhangsdrüse produziert werden. Die Hauptrolle spielen dabei das Somatotropin und das Schilddrüsenhormon Thyroxin. Diese Hormone werden bis zum Ende der Pubertät ausgeschüttet; die Geschlechtshormone beenden schließlich das Wachstum. Die Körpergröße wird wesentlich vom Wachstum der langen Röhrenknochen bestimmt. Diese sind an ihren Enden, den Epiphysen, mit Gelenkknorpel überzogen, unter dem die sogenannte Epiphysenfuge liegt. Auf ihrer Außenseite werden ständig neue Knorpelzellen gebildet. Dadurch können die Zellen zur Schaftseite hin verknöchern, der Knochenanteil am Schaft wächst. Verknöchert die Fuge, ist das Skelettwachstum abgeschlossen. Erleidet sie, etwa bei einem komplizierten Armbruch, vorzeitige Schäden, kann der betroffene Arm deutlich kürzer bleiben als sein gesundes Gegenstück.

Leidet die Hirnanhangsdrüse, etwa aufgrund eines Tumors, unter Störungen bei der Hormonproduktion, kann es zu abnormalem Wachstum kommen. Werden zu viel Wachstumshormone ausgeschüttet, sind die Knochen zu krankhaft anhaltendem Wachstum gezwungen, das schon junge Menschen in Riesen verwandelt. Überproduktion während der Entwicklungszeit, bei noch offenen Epiphysenfugen, führt zu Riesenwuchs in sämtlichen Körperpartien, sodass die Körperproportionen insgesamt harmonisch bleiben. Wenn die Fugen schon verknöchert sind und keine weitere Ausdehnung der Röhrenknochen mehr erlauben, weicht das verstärkte Wachstum auf Gesichtsknochen und Extremitäten aus. Menschen, die davon betroffen sind, leiden vor allem unter vergrößerten und vergröberten Händen, Füßen, Nase und Kinn.

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