Gesundheit

Autor: Reader's Digest

Falsche Behauptungen über Zöliakie

Bei Personen, die an Zöliakie leiden, löst der Verzehr von Gluten eine Immunreaktion aus, die den Darm schädigen kann.

© iStockphoto.com / Milena Shehovtsova

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Daneben existiert ein weiteres Krankheitsbild, die Glutensensitivität, bei der Patienten keine Anzeichen einer Darmentzündung aufweisen, wohl aber Symptome wie Bauchschmerzen oder „Gehirnnebel“. Einige Alternativmediziner stiften mit ihren Aussagen über die beiden Erkrankungen Verwirrung, so eine Studie der Columbia University, USA und der University of Alberta, Kanada. Die Wissenschaftler untersuchten 500 Websites von Heilpraktikern, Homöopathen, Akupunkteuren und Chiropraktikern. Etwa ein Drittel gab an, Zöliakie und/oder Glutensensitivität diagnostizieren und behandeln zu können, wobei viele nicht zwischen den beiden Erkrankungen unterschieden.

Fast 60 Prozent der aufgestellten Behauptungen waren falsch oder nicht bewiesen. Erhält ein Patient die Fehldiagnose Zöliakie oder Glutensensitivität, wird die tatsächliche Ursache der Beschwerden möglicherweise nie gefunden. Zudem kann eine unnötig teure und unausgewogene Ernährung die Folge sein. Zwar ist eine ballaststoff- und mikronährstoffreiche Ernährung gesund, und es schadet auch nicht, Gluten zu meiden. Eine Ernährungsumstellung sollte jedoch immer unter Anleitung eines Ernährungsberaters erfolgen. „Eine glutenfreie Ernährung ist nicht gesünder“, erklärt Dr. Benjamin Lebwohl, einer der Co-Autoren der Studie. „Sie sollte nicht ohne vorherigen Zöliakie-Test verordnet werden.“

Zöliakie wird mithilfe von Bluttests und einer Biopsie diagnostiziert. Auf keinen Fall sollte man auf Gluten verzichten, bevor eine gesicherte Diagnose vorliegt, da sich die Erkrankung sonst nur schwer feststellen lässt, warnt Dr. Lebwohl.

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