Gesundheit

Autor: Reader's Digest Book

Grippe schwächt das Gedächtnis

Wer an Grippe (Influenza) leidet, ist in der Regel nicht nur erschöpft, sondern auch nicht in der Lage, z. B. eine schwierige Matheprüfung abzulegen: Eine solche Virusinfektion wirkt sich meist stark auf die kognitiven Fähigkeiten und Hirnfunktionen aus. Die gute Nachricht: der Effekt läasst wieder nach.

© iStockfoto.com / Dr_Microbe

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Studien zufolge können Menschen sogar epileptische Krämpfe im Rahmen einer Grippe bekommen. Offenbar wird das Hirn jedoch nicht nur während der Krankheitsphase, sondern viel länger in Mitleidenschaft gezogen. Studie. Um Langzeitfolgen einer Grippe zu erforschen, infizierten Forscher aus Braunschweig Mäuse sowohl mit bestimmten sogenannten neurotropen Influenza-A-Viren (solchen, die ins Hirngewebe vordringen können) als auch nicht-neurotropen Influenza-A-Viren (die nur den übrigen Körper befallen können).

30 Tage nach beiden Infektionen schnitten die Tiere in Lerntests schlechter ab. Zudem hatten die Nervenzellen im Hippocampus, der für das Langzeitgedächtnis entscheidenden Hirnregion, zahlreiche Kontaktstellen zur Aufnahme von Nervensignalen verloren. Erst drei Monate später hatten sich die Veränderungen wieder zurückgebildet. Ein anderes Virus (H1N1) verursachte hingegen keine langfristigen Schäden, obwohl es während einer Grippekrankheit sehr wohl zu kognitiven Einbußen führt. Fazit. Wahrscheinlich, so die Forscher, ist das Gehirn bei vielen Grippekranken also nicht nur während der akuten Krankheitsphase lahm gelegt, sondern es können auch längerfristige Veränderungen entstehen. Einige Wochen nach einer akuten Infektion ist es also wohl ratsam, nicht gerade geistige Höchstanforderungen von sich zu erwarten.

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