Gesundheit

Autor: Lisa Fitterman

Impfen schützt

Um das Ausbrechen längst ausgerottet geglaubter Krankheiten zu vermeiden, ist Aufklärung nötig.

© iStockfoto.com / baona

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Es war an einem feuchtkalten Februarabend. Nicole Gommers hatte ihr acht Monate altes Baby Micha in die Wiege gelegt und brachte
dessen älteren Bruder Ben zu Bett. Da klingelte ihr Handy. „Nicole, ich habe schlechte Nachrichten“, sagte die Leiterin der Kinderkrippe in Den Haag, Niederlande, in die ihre Kinder gingen. „Ein Mädchen im Hort, das nicht geimpft war, hat die Masern. Deshalb rufe ich die Eltern aller Kinder an, die womöglich Kontakt zu ihr hatten.“

„Es geht nicht um Ben“, fuhr die Leiterin fort. „Es geht um Micha, ihn sollten Sie beobachten.“ Micha? Aber der war doch bei den Babys. Dort durften die älteren Kinder nicht hin, weil die Kleinen zu jung waren zum Impfen. Offenbar hatte das infizierte Mädchen den Babys ein Spielzeug gebracht. Und das Masernvirus kann auf Oberflächen bis zu zwei Stunden überleben.

Die Niederlande erlebten gerade eine anhaltende Masernwelle. Im Mai des Vorjahres waren die Masern in Gemeinden von Seeland im Süden bis zur Provinz Overijssel im mittleren Nordosten ausgebrochen. Dort leben viele strenggläubige Anhänger reformierter Kirchen. Das Virus breitete sich sogar bis in das 7500 Kilometer entfernte British Columbia, Kanada, aus: durch einen Touristen, der sich in den Niederlanden angesteckt hatte.
Einige Tage später bekam Micha Fieber, wurde apathisch und übergab sich. Schließlich zeigte sich auch der charakteristische Hautausschlag. Er zählte zu den 2700 Menschen, die an Masern erkrankt waren.

Doch was bedeuten Zahlen im Vergleich zu dem, was Nicole und ihr Mann Jörgen, ein Architekt, in den schlaflosen Nächten an der Seite ihres Sohnes erlebten? Selbst heute, viereinhalb Jahre später, kann Nicole die Bilder und Geräusche nicht vergessen. Micha, wie er schwach und teilnahmslos in dem Krankenhausbettchen lag, sein kleiner Körper bedeckt von Schläuchen, die ihn mit Nahrung und Antibiotika versorgten, um die Lungenentzündung zu bekämpfen, die er zusätzlich bekommen hatte. Ärzte und Pfleger hinter Atemschutzmasken huschten ins Zimmer und wieder hinaus, das langsame Piep-piep-piep des Monitors übertrug seine Lebenszeichen. Selbst als Michas Körper auf die Antibiotika ansprach, erklärten die Ärzte nüchtern, dass er noch nicht über den Berg sei. Als Folge der Masern könnte eine Ohrenentzündung ihn taub werden lassen...

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der November 2018-Ausgabe des Reader’s Digest Magazin.

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