Gesundheit

Autor: Reader's Digest

Keine Medikamente bei demenzbedingter Unruhe

Neben Gedächtnisproblemen weisen Demenzpatienten häufig psychische Symptome auf wie Angstzustände, Depressionen, Apathie, Aggressionen und Unruhe.

© istockfoto.com / kali9

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Die beiden letztgenannten Symptome betreffen etwa ein Viertel aller Patienten mit Demenz, die zu Hause leben, und einen noch höheren Prozentsatz von Demenzkranken, die im Pflegeheim untergebracht sind. Um die effektivste Behandlungsmethode zu finden, analysierte Dr. Jennifer Watt vom kanadischen St. Michael’s Hospital in Toronto mehr als 160 Studien.

Damit Demenzkranke zur Ruhe kommen, werden sie oft mit Antipsychotika behandelt. Bei der Analyse schnitten jedoch andere Therapien wie Massage und Berührungstherapie am besten ab. „Diese Methoden erwiesen sich als effektiver im Vergleich zu medikamentöser Behandlung, die die Patienten bereits erhielten“, berichtet Dr. Watt. Ihr Team fand heraus, dass Outdoor-Aktivitäten wie Gartenarbeit bei körperlichen Aggressionen in der Regel besser helfen als Antipsychotika. Im Pflegeheim bewährten sich vor allem Musiktherapie und kognitive Stimulation. Nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden scheinen jedoch nicht nur effektiver zu sein, sie bergen auch weniger Risiken. „Antipsychotika wurden mit einem erhöhten Sterbe-, Sturz-, Fraktur- und Lungenentzündungsrisiko in Verbindung gebracht – alles Komplikationen, die wir vermeiden wollen“, so Dr. Watt. „Ich denke, diese Studie liefert einige Beweise dafür, dass man zuerst nicht-medikamentöse Therapien ausprobieren sollte.“

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