Gesundheit

Autor: Reader's Digest Book

Lebenserwartung: Gene unwichtiger als gedacht

Unsere Lebenserwartung wird durch unsere Lebensweise beeinflusst. Häufig liegt die Langlebigkeit in der Familie, so dass auch die Gene eine maßgebliche Rolle zu spielen scheinen.

© iStockphoto.com / ivanastar

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Eine aktuelle Studie untersuchte nun die Stammbaum-Daten von mehr als 400 Millionen Menschen und kam zu einem unerwarteten Ergebnis. Bisherige Studiendaten fußten im wesentlichen auf Zwillingsstudien oder den Daten aus Stammtafeln von Adeligen. Die Forscher des Unternehmens Calico gingen einen anderen Weg: Sie nutzten einen der größten Datensätze zu diesem Thema – die gesammelten Informationen aus Ahnenforschungsportalen im Internet.

Ihre Befunde sind überraschend: Ihrer Einschätzung nach machen die Gene nur etwa 7 % aus; frühere Schätzungen darüber, wie sehr Gene die Lebensdauer beeinflussen, lagen zwischen etwa 15 und 30 %. Bedeutung. Wie erklärt sich dann aber das häufige Auftreten sehr alter Menschen innerhalb einer Familie? Dazu die US-Forscher: „Soziokulturelle Faktoren, die die Lebensdauer beeinflussen, können genauso innerhalb von Familien weitergegeben und geteilt werden wie genetische Faktoren.“ So sei es viel wahrscheinlicher, dass Menschen Partner mit einer ähnlichen Lebensdauer auswählen, als es der Zufall voraussagen würde. Dieses Phänomen der „übereinstimmenden Partnerwahl“ kann auf genetischen Merkmalen beruhen, aber genauso auf soziokulturellen Merkmalen wie ähnlichem Bildungsstand, Reichtum oder Lebensweise. Diese wiederum tragen auch zu einem gesünderen und längeren Leben bei. Daraus ergibt sich ein positives Fazit: Unsere Lebensdauer ist weit weniger vorherbestimmt als man dachte.

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