Gesundheit

Autor: Reader's Digest

Medikamentenallergie bei Kindern oft überschätzt

Viele Eltern werden mit ihren Kindern in der Notaufnahme vorstellig, weil sie vermuten, dass ihr Kind allergisch auf ein bestimmtes Medikament reagiere. In Wirklichkeit sind Medikamentenallergien bei Kindern sehr selten. Vielleicht haben Eltern gerötete Haut oder Juckreiz nach bestimmten Mitteln falsch interpretiert und waren ubervorsichtig.

© Matthias Stolt / Fotolia.com

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Um solche und ähnliche Situationen wie etwa den Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie zu vermeiden, raten Experten Eltern dazu, das Kind bei einem Allergologen vorzustellen und eine Allergietestung vornehmen zu lassen. Bei einer wirklichen Allergie auf ein Arzneimittel muss der Arzt auf eine meist nicht so geeignete und häufig nebenwirkungsreichere Alternative ausweichen. Zunächst müssen Eltern oder Kinder dem Arzt genau die beschriebenen Reaktionen auf ein bestimmtes Mittel erklären. In einem Hauttest lässt sich dann mit geringen Mengen des Mittels prufen, ob eine Reaktion auftritt. Darüber hinaus sind Bluttests möglich und schließlich – bei weiterhin unklarem Verdacht – ein sogenannter Provokationstest.

Eine neue Leitlinie zur Nahrungsmittelallergie ist 2015 erschienen: In den aktualisierten Experten-Empfehlungen zur Nahrungsmittelallergie geht es nicht nur um geeignete Verfahren zur Allergietestung geht, sondern auch um Vorbeugung einer Nahrungsmittelallergie bei Kindern. Eine Nahrungsmittelallergie wird bei ca. 20% der Menschen in Deutschland vermutet – tatsächlich betroffen sind aber „nur“ 4,2% der Kinder und 3,7% der Erwachsenen.

  • Demnach sollten Kinder ohne bestehende Allergie mit einem hohen oder ohne Risiko fur eine Allergie am besten vier Monate voll gestillt werden.
  • Ist dies nicht möglich, ist für Risikokinder (bei allergiekranken Eltern oder Geschwistern) hydrolysierte Säuglingsnahrung (HA) zu empfehlen.

  • Anschließend sollten Eltern – wenn keine Allergie besteht – die Beikost nicht verzögern, recht früh schon u. a. Fisch zufüttern und nicht bereits vorbeugend gegen Hausstaubmilben vorgehen.

  • Schimmel und Feuchtigkeit in der Wohnung sowie Passivrauchen sind zu meiden.

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