Gesundheit

Autor: Samantha Rideout

Mundkrebs erkennen

Nicht nur Karies und Zahnfleischerkrankungen können durch einen Zahnarztbesuch abgewendet werden. Es gibt einen weiteren Grund für regelmäßige Kontrollen: das frühzeitige Erkennen von Mundkrebs.

© iStockfoto.com / shironosov

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Unter diese Bezeichnung fallen bösartige Wucherungen am oder im Mund, an Lippen, Wangen, Gaumen, Zunge oder Zahnfleisch. Obwohl Mundkrebs nicht zu den häufigsten Krebserkrankungen zählt, werden in Europa jährlich knapp 100.000 Fälle von Mund- oder Kehlkopfkrebs diagnostiziert. Die Fünf-Jahres- Überlebensrate bei einem Lippentumor liegt in Europa bei rund 90 Prozent, bei Mund- oder Zungenkrebs bei etwa 45 Prozent. Je früher der Krebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Zahnärzte kontrollieren auch die Bereiche, die Sie selbst nicht sehen können. Zudem erkennen sie Verfärbungen, weiße Flecken oder andere Symptome.
Auf diese Anzeichen sollten Sie selbst achten: Schmerzen, schlecht heilende Wunden im Mund, Ohrenschmerzen, geschwollenes Zahnfleisch, Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Blut im Speichel oder lockere Zähne. Hält eines dieser Symptome länger als drei Wochen an, sollten Sie einen Zahnarzt aufsuchen, rät Dr. Brano Bystricky von der European Society for Medical Oncology (Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie). Er weist darauf hin, dass man selbst bei einem relativ kleinen Mundtumor häufig deutlich geschwollene Lymphknoten erkennt. „Die Schwellung kann der Patient als Knoten am Hals oder unter dem Kinn ertasten, der größer wird und trotz Antibiotikum nicht verschwindet.

Die Risikogruppen

Tabakraucher haben ein erhöhtes Risiko im Vergleich zu Konsumenten von E-Zigaretten, da diese weniger Karzinogene enthalten. Starker Alkoholkonsum ist ein weiterer wichtiger Risikofaktor, denn Alkohol reizt die Zellen im Mund. Er könnte die Wirkung des Tabaks zusätzlich steigern und dazu führen, dass schädliche Substanzen leichter in die Zellen eindringen.
Daneben gibt es immer mehr Fälle von Mundkrebs, die durch Humane Papillomviren (HPV) ausgelöst werden. Die Viren können beim Oralsex und möglicherweise auch beim Küssen mit geöffnetem Mund übertragen werden. Letzteres bedarf aber noch weiterer Forschung. Die meisten oralen HPV-Infektionen verursachen keine Symptome oder gesundheitlichen Probleme, da das Immunsystem sie normalerweise innerhalb von ein bis zwei Jahren bekämpft. Überleben die Viren allerdings länger, führen sie möglicherweise zu krebsartigen Zellveränderungen.

Impfungen gegen Krebserreger

Männer sind von Mundkrebs doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Eine mögliche Ursache könnte sein, dass sie im Durchschnitt mehr Alkohol konsumieren und häufiger rauchen. Männer sind auch anfälliger für die Entwicklung von Mund- und Kehlkopfkrebs durch HPV. „Sie scheinen weniger Antikörper gegen diese Infektion zu produzieren“, erklärt Dr. Brano Bystricky, weist aber darauf hin, dass sich die Experten noch nicht einig sind, ob diese Erklärung stimmt.

Mittlerweile gibt es Impfstoffe gegen die gefährlichen HPV-Stämme. Solche Impfungen haben sich bei der Verringerung von Gebärmutterhalskrebs als effektiv erwiesen – vor allem bei jungen Frauen, bevor sie sexuell aktiv sind. Auch wenn es noch keinen endgültigen Beweis dafür gibt, dass ein systematisches Immunisierungsprogramm in den kommenden Jahren vor Mundkrebs schützt, besteht Hoffnung, da zumeist dieselben Virenstämme im Spiel sind.

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