Gesundheit

Autor: Reader's Digest Book

Schwermetalle müssen nicht aus dem Körper ausgeleitet werden

Nicht alle alternativen Behandlungs- und Heilmethoden sind der sogenannten „sanften Medizin“ zuzurechnen. Manche sind sogar ausgesprochen riskant. Das gilt vor allem für bestimmte ausleitende Verfahren.

© iStockfoto.com / madeusamse

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Wir alle nehmen seit Urzeiten nicht nur dem Körper nützende Nahrungsmittel zu uns, sondern auch in der Umwelt vorhandene unverdauliche Substanzen, etwa Schwermetalle. Bereits im Altertum kam die Idee auf, solche Stoffe würden sich im Körper ansammeln und Krankheiten aller Art verursachen. Das ist die Grundidee hinter den „ausleitenden Verfahren“. Insbesondere solle es dabei um Schwermetalle wie Quecksilber gehen, aber auch um moderne Umweltgifte. Die Verfechter dieser Methode versprechen eine Fülle an Erfolgen: gegen Arteriosklerose, Gicht, Alzheimer, Bluthochdruck, Diabetes, Osteoporose, Gedächtnisschwäche, Impotenz, Geschwüre und vieles mehr. Allein dieser Strauß an Heilwirkungen für ganz unterschiedliche Leiden ist ein typisches Anzeichen für mangelnde Seriosität.

Der fehlende Beweis

Zum „Ausleiten“ sind diverse Stoffe im Einsatz, darunter Algen, Silizium, Tonerde, Glutathion und diverse Kräuter. Nichts davon hat in methodisch einwandfreien Untersuchungen seine Wirksamkeit bewiesen. Dabei wäre ein Nachweis leicht möglich. Man muss nur den Gehalt an Schwermetallen im Stuhl und im Urin vor und nach einer solchen Behandlung messen.

Die gefährliche Chelattherapie

Besonders riskant ist die sogenannte Chelattherapie. Chelatbildner sind Moleküle, die jeweils ein Metallatom binden und es beim Verlassen des Körpers mitnehmen. Solche Chelatbildner kommen in der Akutmedizin bei bedrohlichen Schwermetallvergiftungen zum Einsatz. Doch eine Chelattherapie ist nicht nur unwirksam gegen die propagierten Leiden, sondern hat zudem gravierende Nebenwirkungen. Denn Chelatbildner können nicht unterscheiden zwischen schädlichen Metallen und Metallen, die wichtig sind. Auf bestimmte Metalle ist unser Körper nämlich angewiesen, etwa auf Eisen für die Blutbildung, Kalzium für die Knochen, dazu Chrom, Kobalt, Kupfer, Mangan, Selen und Zink. Schwemmt man aber alle aus, treten Mangelerscheinungen auf, die manchen Organfunktionen gefährlich werden können. Aus diesen Gründen lehnen die internationalen medizinischen Gesellschaften diese Therapie ohne Vorliegen einer konkreten Schwermetallvergiftung ab.

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