Gesundheit

Autor: Reader‘s Digest Book

Verhütung: Pflaster statt Pille

Pille und Kondom sind bislang die am häufigsten verwendeten Verhütungsmittel.

© istockfoto.com / blackCAT

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Langzeitverfahren wie Hormonimplantate oder Spiralen, die in die Gebärmutter eingesetzt werden, sind deutlich seltener in Gebrauch, da sie für viele Frauen einen größeren Eingriff bedeuten und nur mit ärztlicher Hilfe zu erhalten sind. US-Bioingenieure haben jetzt ein neues Depotverhütungsmittel entwickelt, das auf mehr Anklang stoßen könnte. Verfahren. Die Alternative, die das Forscherteam am Georgia Institute of Technology in Atlanta entwickelt hat, ist auch ohne ärztliche Unterstützung nutzbar. Es handelt sich um ein Pflaster, das mit Hunderten feinster, hormonbefüllter Nadeln bestückt ist. Wird es kurz auf die Haut gedrückt, dringen die Mikronadeln schmerzfrei ein. Bei Abziehen des Pflasters brechen die Nadeln dann an einer Sollbruchstelle – eine Art Luftbläschenbrücke zwischen Nadel und Pflasteroberfläche – ab und verbleiben in der Haut. Da sie aus Milchsäure- und Glycolsäurepolymeren bestehen, werden sie vom Körper mit der Zeit abgebaut und setzen dabei das Verhütungshormon Levonorgestrel frei. Es täuscht dem Körper eine Schwangerschaft vor und unterbindet so einen Eisprung.

Tierversuche konnten bereits zeigen, dass über einen Zeitraum von mehr als 30 Tagen Gestagenkonzentrationen erreicht werden, die eine sichere Verhütung gewährleisten. Bedeutung. Statt an die tägliche Pilleneinnahme zu denken, müssten Frauen das Mikronadelpflaster nur einmal monatlich kurz auf die Haut drücken, um einen sicheren Empfängnisschutz zu erhalten. Ein Besuch beim Arzt, wie er z. B. auch beim Setzen von Gebärmutterspiralen vonnöten ist, wäre hier nicht erforderlich. Das Mikronadelpflaster war ursprünglich zu Impfzwecken entwickelt worden. Bei ersten klinischen Studien zu Verträglichkeit, Abgabe der Wirkstoffe in den Körper und dem Auftreten von Nebenwirkungen hat sich die Mikropflasterform bereits bei gesunden Menschen bewährt. Entsprechende Studien, die seine Wirksamkeit und Sicherheit als Verhütungspflaster bei Menschen belegen, sind in der Vorbereitung.

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