Gesundheit

Autor: Reader's Digest Book

Wie unsere Haut fühlt

Neben Augen, Ohren und Nase gehört die Haut zu unseren wichtigsten Sinnesorganen. Mit ihr können wir unsere Umgebung ertasten und feinste Nuancen wahrnehmen.

© iStockfoto.com / Jacob Wackerhausen

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Jedermann weiß, wie schnell durch eine Berührung Gefühle geweckt werden. Ein freundschaftlicher Händedruck, ein kurzes Streicheln über den Kopf oder ein sanfter Kuss sind Balsam für die Seele und tragen zum Wohlbefinden bei. Was unsere Haut fühlt, steht also in sehr direktem Zusammenhang mit dem, was wir innerlich fühlen. Darüber hinaus liefert uns unser Tastsinn wichtige Informationen über die Umwelt und warnt uns beispielsweise vor Gefahren. So ist diese elastische, wasserdichte und wärmedämmende Hülle, die uns umgibt, gleichzeitig ein wichtiges Sinnesorgan.

Mit Fingerspitzengefühl

Im Inneren der Haut sitzen empfindliche Sinneszellen, die sofort auf äußere Reize wie Druck, Hitze oder Kälte reagieren und diese Reize als Nervenimpulse über das Nervensystem zur Großhirnrinde weiterleiten, wo sie ausgewertet werden. Dabei weisen die empfindlichsten Bereiche des Körpers – also das Gesicht (und dort vor allem die Lippen), die Zunge sowie die Hände und ganz besonders die Fingerspitzen – ein dichtes Netz an Sinneszellen in ihrer Haut bzw. Schleimhaut auf. Daher entsteht beispielsweise an den Fingerspitzen schon ein Reiz, wenn man die Haut dort nur wenige Tausendstel Millimeter eindrückt, während an anderen Stellen des Körpers, etwa am Rücken oder an den Oberschenkeln, die Reizschwelle sehr viel höher ist. Entsprechend bewirkt in den Fingerspitzen bereits eine einzige erregte Sinneszelle, dass ein Nervenimpuls an das Gehirn weitergeleitet wird. Auf dem Rücken muss dagegen eine ganze Reihe von Sinneszellen einen Nervenimpuls abgeben, bevor das Großhirn davon erfährt.

Darüber hinaus ist ein auf die Fingerspitzen wirkender Tastreiz schon Sekundenbruchteile später verarbeitet und das Gehirn kann den nachfolgenden Reiz registrieren und berechnen. Diese hohe zeitliche Auflösung bei der Auswertung der verschiedenen Tastreize macht die menschliche Hand zu einem rasch und präzise arbeitenden Werkzeug. Wenn die Berührung anhält, kommt es jedoch bald zu einem Gewöhnungseffekt und es werden kaum noch Nervenimpulse gebildet. Wäre dies nicht der Fall, könnte man nur mit Mühe einen Knopf annähen oder einen Nagel in die Wand schlagen, denn der dauernde Berührungsreiz würde von der eigentlichen Tätigkeit stark ablenken.

Höchst reizbar

Die einzelnen Rezeptoren in der Haut sind auf unterschiedliche Reize spezialisiert. Am einfachsten aufgebaut sind die freien Nervenenden. Ihre Reizschwelle ist relativ hoch, sodass sie vor allem auf stärkeren Druck und Schmerzempfindungen reagieren. Andere Nervenfasern, die insbesondere dem Tastsinn dienen, enden in speziell gebauten Strukturen und Sinnesorganen. Dazu gehören die Meißner-Tastkörperchen und die Merkel-Tastscheiben, die in vermehrtem Maß an den Fingerspitzen, Hand- und Fußsohlen oder auch den Lippen vorkommen. Beide Strukturen reagieren bereits auf die kleinsten Verformungen der Hautoberfläche. Weitere Sinnesorgane in der Haut, wie die Vater-Pacini-Körperchen, reagieren eher auf Druck und Vibrationen.

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