Haus und Garten

Autor: Reinhard Otter

Internet-Fernsehen: Was und wann Sie wollen

TV-Sendungen zeitversetzt sehen? Mediatheken und Dienste wie Netflix oder Amazon Prime machen es möglich.

© iStockfoto.com / simpson33

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Es ist Sonntagabend und die Familie versammelt sich vor dem TV-Gerät: Um 20 Uhr wird Tagesschau geschaut, eine Viertelstunde später Tatort. Solche Fernsehrituale gehören mittlerweile der Vergangenheit an. ARD, ZDF & Co. strahlen ihr Programm zwar weiterhin zu festen Zeiten aus. Doch wer heute eine Sendung verpasst, schaut sie sich einfach dann an, wann er dazu kommt – online.

Erste Anlaufstelle: Mediathek

Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, also Das Erste und die dritten Programme der ARD, das ZDF mit den Partnerprogrammen wie ZDFneo und arte sowie der ORF, bieten Mediatheken im Internet an (zdf.de, arte.de, ardmediathek.de, tvthek.orf.at). Das selbst produzierte Programm ist dort kurz nach der TV-Ausstrahlung mindestens eine Woche lang abrufbar, viele Sendungen auch länger. Publikumslieblinge sind dabei ähnliche Sendungen wie im Live-TV: „Am meisten genutzt werden Sendungen wie Sturm der Liebe, Tatort und Rote Rosen“, berichtet ARD.de-Redaktionsleiter Thomas Laufersweiler. Die Nutzung der Mediatheken kostet Sie über die monatlichen Rundfunkgebühren hinaus, die jeder Haushalt bezahlen muss, nichts extra.

In den Mediatheken können Sie auch das Liveprogramm der Sender sehen. Das ist praktisch, falls Sie unterwegs sind und eine Sendung dennoch live verfolgen möchten, etwa auf Ihrem Tablet oder Smartphone. Die großen Privatsender wie RTL, Pro7 und Sat.1 bieten ihr Fernsehprogramm und die zugehörigen Mediatheken ebenfalls online an. Letztere zeigen allerdings meist nur kurze Clips aus vergangenen Sendungen. Wenn Sie das Dschungelcamp oder Germany’s next Topmodel zeitversetzt in ganzer Länge sehen möchten, benötigen Sie einen Zugang zur jeweiligen Mediathek. Bei der Sendergruppe RTL heißt sie „TV NOW“ (tvnow.de) und ist kostenpflichtig. Bei der Pro-SiebenSat.1-Gruppe heißt die Mediathek „7TV“ (7tv.de), und der Zugang ist kostenlos.

Videotheken im Netz

Spielfilme und ausländische Fernsehserien sind allerdings in allen Mediatheken Mangelware. Für sie besitzen die Sender meist nur die Lizenzen für die Fernsehausstrahlung, nicht aber für eine Onlineverwertung. James-Bond-Filme oder internationale TV-Kultserien wie Two and a Half Men können Sie dennoch zeitunabhängig sehen, ohne sie aufzuzeichnen oder als DVD zu kaufen. Onlinevideotheken wie Netflix, Amazon Prime oder maxdome machen es möglich. Für monatlich zwischen fünf und zehn Euro können Sie alle verfügbaren Filme und Serien der jeweiligen Videothek anschauen. Amazon und Netflix setzen in den letzten Jahren übrigens sehr erfolgreich auf exklusive, selbst produzierte Filme und Serien wie Pastewka oder Haus des Geldes.

So funktioniert es

Onlinemediatheken und -videotheken können Sie am Computer, auf Smartphones oder Tablets, aber auch auf Ihrem TV-Gerät schauen. Am einfachsten geht das mit einem sogenannten Smart-TV – ein Fernsehgerät mit Netzwerkanschluss und eigenem Internetmenü. Diese Funktionen sind in der Bedienungsanleitung häufig auch mit dem Kürzel „HbbTV“ oder „Red-Button-Funktion“ beschrieben. Um diese zu nutzen, muss Ihr TV-Gerät über WLAN oder ein Netzwerkkabel mit dem Internetrouter verbunden sein, etwa mit einer Fritzbox oder dem Speedport Router der Telekom.

„Ist das TV-Gerät mit dem Internet verbunden und Sie schalten zum Beispiel auf das ZDF um, erscheint im Bild ein Hinweis auf die Mediathek, die Sie mit einem Druck auf die rote Taste der Fernbedienung starten können“, erklärt Carine Chardon, Geschäftsführerin des Branchenverbands Deutsche TV-Plattform. Videotheken wie Netflix oder Maxdome rufen Sie über eine eigene Taste in einem separaten Onlinemenü auf. Falls Ihr Gerät keine Smart-TV- Funktion besitzt, bringt Ihnen ein separates Streaming-Gerät wie Google Chromecast (um 40 Euro) zusammen mit Ihrem Smartphone das zeitversetzte Fernsehen ins Haus. Wie das funktioniert, erklärt das Kästchen selbst: Nachdem Sie es an eine der HDMI-Buchsen des TV-Geräts angeschlossen haben, startet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Konfiguration auf dem Bildschirm.

Ist die Box in Betrieb, starten Sie TV-Sendungen oder Filme in der App von ARD, Netflix oder anderen Videoanbietern auf Ihrem Smartphone und können sie dann per Fingertipp zum Fernseher „umleiten“. Jetzt können Sie schauen, was immer Sie möchten, wann immer Sie möchten. Bleibt ein Problem: Wie finden Sie in all den konkurrierenden Onlineangeboten Sendungen, die Sie interessieren könnten? Die Deutsche Telekom hat dafür eine Lösung: In ihrem Internet-TV-Angebot Magenta TV ist eine übergreifende Suche integriert. Geben Sie hier einen Filmtitel oder auch den Namen eines Schauspielers ein, dann erhalten Sie Ergebnisse aus dem Live-Programm, aus Mediatheken und allen Onlinevideotheken, die Sie gebucht haben.

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