Haus und Garten

Autor: Reader's Digest Book

Smart Home: Funk macht‘s möglich

Bei Smart Home-Systemen via Funk konnte sich bisher noch kein Quasi-Standard etablieren, es gibt eine ganze Sammlung unterschiedlicher Lösungen, von denen sich aber einige wenigstens kombinieren oder in verschiedene Systeme einbinden lassen.

© iStockfoto.com / gopixa

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Geräte wie Tür- oder Fensterkontakte, Temperatur-, Bewegungs- und Feuchtesensoren, Stoßsensoren, Fernbedienungen und Wandregler sind bei Funksystemen meist batteriebetrieben. Produkte zur Jalousiesteuerung, Lichtsteuerung sowie Steuerzentralen, Gateways und Bridges werden direkt am Stromnetz betrieben. Mit Gateways und Bridges werden unterschiedliche Funknetze miteinander oder mit dem Internet verbunden. Auch Smart Home-Einzelgeräte kommen oft mit einem Gateway im Paket, wenn sie nicht selbst via WLAN kommunizieren können. Einige Steuerzentralen lassen sich durch USB-Funksticks aufrüsten, um so zusätzliche Funkstandards zu beherrschen.

Der Funkstandard mit der international weitesten Verbreitung und auch den höchsten Sicherheitsstandards ist nach eigenem Bekunden das in Dänemark entwickelte Z-Wave. Mehr als 2100 zueinander kompatible Geräte von mehr als 600 Herstellern soll es geben. Z-Wave funkt auf dem hierzulande bei Smart Home-Geräten verbreiteten 868-MHz-Frequenzband. Die Zertifizierung übernimmt die Z-Wave-Allianz als Dachorganisation. Ein ebenfalls weltweit verbreiteter Standard ist ZigBee mit fast 1500 zertifizierten Produkten. Als Funkfrequenz dient hier das 2,4-GHz-Band, das auch von Bluetooth und teilweise WLAN verwendet wird. Allerdings funken diese Techniken mit anderen Protokollen, können also keine Daten austauschen.
WLAN und eine Low-Energy-Variante von Bluetooth werden ebenfalls im Smart Home-Bereich verwendet: WLAN meist für Kameras aller Art, den Multimedia-Bereich oder für Geräte mit permanenter Stromversorgung wie Gateways und Bridges. Bluetooth Low Energy kommt mit deutlich weniger Strom aus und stellt damit eine Alternative zu Z-Wave und ZigBee dar. Smart Home-Geräte, die zu Apple HomeKit kompatibel sind, verwenden meist dieses Übertragungsverfahren. Hier dient dann ein iPhone oder iPad als Fernbedienung – auch mit Sprachsteuerung mittels Siri. Für eine Automatisierung von miteinander verknüpften Geräten oder einen Fernzugriff via Internet benötigt Apples HomeKit eine Steuerzentrale. Diese Funktion kann entweder die Multimedia-Box AppleTV übernehmen oder ein iPad, das dafür allerdings in Haus oder Wohnung bleiben muss.

Eine breite Smart Home-Plattform will Qivicon sein. Sie steht beispielsweise hinter Magenta Smart Home, bildet aber auch die Basis für die Angebote einiger Energieunternehmen wie EnBW oder Vattenfall. Zu den Vätern von Qivicon zählen auch Samsung und Miele. Die diversen Anbieter von Qivicon-Lösungen nutzen alle die Home Base als Steuerzentrale, allerdings mit jeweils eigens angepassten Apps. Als Funkstandards nutzt Qivicon die von der deutschen Firma eQ-3 entwickelten Homematic und Homematic IP, die beide das 868-MHz-Frequenzband verwenden, allerdings mit unterschiedlichen Protokollen. Zudem kann die Home Base auch mittels USB-Funkmodulen um zusätzliche Standards erweitert werden.

Eigene Wege gehen Bosch und Innogy mit ihren Smart Home-Lösungen. Sie verwenden beide Funk zur Übertragung von Daten und Befehlen, allerdings mit eigenen Protokollen. Beide Hersteller können nicht nur eigene Geräte einbinden, sondern auch solche von anderen etablierten Anbietern. So arbeitet Bosch etwa mit Philips Hue, Amazon Alexa und Buderus Heizungen zusammen. Auch einige der eigenen Haushaltsgeräte und Wärmeerzeuger von Junkers oder Bosch sind integrierbar. In das Smart Home-System der RWE-Tochter Innogy lassen sich beispielsweise die Wetterstationen von Netatmo, ein Schließsystem von Yale, eine Kamera von Samsung oder Haushaltsgeräte von Miele einbinden. Zudem stehen auch hier Philips und Buderus auf der Liste der Partner.

Der deutsche Hersteller AVM, bekannt für die FRITZ!Box-Router, erweitert seine Produktpalette ebenfalls um einige Smart Home-Geräte. Den Anfang machen dabei Heizkörperthermostate und Zwischenstecker. Der FRITZ!Powerline 546E kombiniert das Netzwerk mittels Stromkabel und den Zwischenstecker in einem Gerät. Für die Steuerung der Smart Home-Komponenten nutzt AVM den eigentlich für drahtlose Telefone entwickelten DECT-Standard.

Generell sind zwar Funksysteme deutlich günstiger als kabelgebundene KNX-Lösungen, für die Ausstattung eines kompletten Hauses mit Heizungssteuerung, Steckdosen, Lichtsteuerung, Rauchmeldern und Schaltern ist aber trotzdem ein vierstelliger Betrag fällig. Zudem verlangen einige Anbieter noch zusätzliche jährliche Zahlungen für Cloud-Speicher oder einen Fernzugriff via Internet.

Einige Adressen zu Anbietern:

www.knx.de
www.loxone.com
www.zwave.de
www.zigbee.org
www.apple.com/de/ios/home
www.qivicon.com
www.eq-3.de
www.bosch-Smart Home.com
www.innogy.com/www.avm.de/ratgeber/smart-home/

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