Körper und Psyche

Autor: Reader's Digest Book

E-Zigarette: Tutti Frutti als Verführer

Peppige Verpackungen und Werbesprüche zeigen offenbar Wirkung: Die E-Zigarette wird immer beliebter. Das birgt Gefahren.

© RPM / Fotolia.com

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"Knallbunte und strass-besetzte Geräte und Sorten wie 'Tutti Frutti' oder 'Schokolade' verführen Kinder und Jugendliche zum Ausprobieren von E-Zigaretten", wie Martina Pötschke-Langer erklärt. Sie leitete bis August 2016 die Stabsstelle Krebs-Prävention im Deutschen Krabs-Forschungszentrum in Heidelberg (DFKZ).

2014 hatte die E-Variante bei US-Jugendlichen erstmals den Konsum herkömmlicher Zigaretten überholt. In Europa konsumieren eher unter 15-Jährige vermehrt Elektro-Zigaretten. Das zeigt eine Untersuchung aus Wales.

Die Verbreitung der neuen Glimmstängel verlief rasend schnell: Erfunden wurde die E-Zigarette 2003 in China. Über den Internet-Handel gelangte sie schnell in die USA und nach Europa. Zwischen 2012 und 2014 stiegen fast alle großen Tabak-Konzerne in den Markt für E-Zigaretten ein.

Entgegen vieler Behauptungen sind E-Zigaretten – auch solche ohne Nikotin – keinesfalls unschädlich. Nikotin ist ein Gift und die schädlichen Folgen der Chemikalien für die Lunge Heranwachsender selbst in E-Zigaretten ohne Nikotin sind nicht abzuschätzen. Das Werbe-Versprechen, E-Zigaretten seien schadstofffrei und belasteten Dritte nicht, ist daher in Deutschland und Großbritannien verboten.

Als Mittel zum Raucherstopp – wie oft geworben wird – sind sie wissenschaftlich nicht anerkannt. Rund 90 % der Raucher in Italien und Großbritannien nutzen gleichzeitig Tabak- und E-Zigaretten. Jugendliche üben außerdem beim Konsum von E-Zigaretten das Ritual des Rauchens frühzeitig ein – und steigen später dann womöglich schneller auf Tabak um.

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