Körper und Psyche

Autor: Reader's Digest Book

Erste Hilfe für Schnarcher

Viele Schlafzimmer verwandeln sich nachts in Schnarchzimmer. Doch es gibt Hilfe.

© iStockphoto.com / PIKSEL

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Die Lautstärke des Schnarchens reicht von etwa 20 Dezibel (wie Laubrauschen im Herbst) bis zu 80 Dezibel (lauter Lastwagen).Ab Lautstärken von etwa 40 Dezibel stört das Schnarchen zunächst einmal die Nachtruhe des Partners, Von den Betroffenen selbst wird das Schnarchen in den meisten Fällen gar nicht bemerkt. Leider lassen sich Schnarchen und die damit verbundenen Atemschwierigkeiten in der Nacht mit Medikamenten oder Verhaltensänderungen selten dauerhaft abstellen. Mechanische Hilfsmittel oder Operationen können dann helfen.

  • Nasenpflaster
    Sie werden von außen auf die Nase über den Nasenrücken geklebt. Flexible Kunststoffverstärkungen ziehen die Nasenflügel leicht nach oben. Dadurch öffnen sich die Atemwege, die Sauerstoffzufuhr durch die Nase wird verbessert. Die Schnarchgeräusche lassen nach.

  • Unterkiefer-Schienen
    Mund- und Kieferspezialisten verordnen Schnachern manchmal sogenannte Unterkiefer-Protrusions-Geräte. Diese Schienen verlagern den Unterkiefer nach vorn. Dadurch kann die Zunge nicht mehr so leicht nach hinten fallen und die Atemwege verengen. Die Patienten schnarchen weniger und bekommen besser Luft. Das verringert das Risiko für nächtliche Atemstillstände und verbessert die Schlafqualität.
  • Atemmasken
    Sie werden bei Schlafapnoe-Syndrom eingesetzt. Eine ganze Reihe von Studien belegt die Erfolge der Methode. Dem Patienten wird Raumluft mit leichtem Überdruck via Nasenmaske zugeführt. Das verleiht den oberen Atemwegen von innen Festigkeit, so dass sie geöffnet bleiben. Doch das Tragen der Atemmaske wird oft als belastend empfunden.
  • Kieferchirurgische Maßnahmen
    Nächtliche Atemstillstände können durch anatomische Besonderheiten des Gesichts begünstigt werden. Dazu gehört eine Unterkieferverkürzung. Normalerweise verlagert sich der Unterkiefer im Schlaf in Rückenlage nach hinten. Ist er jedoch verkürzt, wirkt er wie eine Sperre, verengt den Rachenraum und erschwert die Atmung. Durch einen chirurgischen Eingriff kann die Stellung des Unterkiefers korrigiert werden. In vielen Fällen kann dies das Schnarchen beseitigen.
  • Nasen- und Nasennebenhöhlen-Operationen
    Nasenscheidewandkorrekturen, die Entfernung von Wucherungen (Polypen) oder Naselmuschelplastiken können Menschen mit vormals engen und wenig belüfteten Nasen helfen, wieder freier zu atmen. Das mindert das Schnarchen.

Übrigens: Weltmeister im Schnarchen ist der Schwede Kare Walkert. Er schnarcht bis zu 93 Dezibel laut. Das heißt, in seinem Schlafzimmer ist es genauso laut wie auf einer stark befahrenen Straße.

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