Wissen und Tipps

Autor: Susannah Hickling

27 Gesetze von amüsant bis bizarr

Ob vor Jahrhunderten verfasst oder gerade erst in Kraft getreten – hier sind 27 Gesetze, die von amüsant bis geradezu bizarr reichen und uns teilweise nur den Kopf schütteln lassen.
27 Gesetze von amüsant bis bizarr

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©istockfoto.com / AndreyPopov
Schwofen verboten
In Schweden ist es illegal, in einer Bar oder einem Restaurant spontan zu tanzen. Die Besitzer müssen sich an ein altes Gesetz halten und eine Tanzlizenz erwerben. Das Parlament kündigte zwar 2016 an, dieses Gesetz aufzuheben, doch noch 2020 wurde ein Restaurantbesitzer in der Provinz Härje­dalen wegen Verstoßes dagegen bestraft.


Licht aus!
Im Umkreis von fünf Kilometern um das Schlafzimmer des Königs im Schloss von Versailles in Frankreich darf kein Licht zu sehen sein – auch wenn dort schon lange kein Monarch mehr residiert. Dieses Gesetz aus dem 18. Jahrhundert hat zur Folge, dass das Spielfeld des Fußballvereins von Versailles nicht über eine Flutlichtanlage verfügt. So musste das Spiel gegen Toulouse im Januar 2022 auf den fast 700 Kilo­meter entfernt liegenden Fußballplatz des Gegners verlegt werden.


Einreiseverbot
Ratten dürfen nicht in die kanadische Provinz Alberta eingeführt werden, auch nicht als Haustiere. Sie gelten als Schädlinge, die Ernten zerstören und Krankheiten verbreiten. Ein staat­liches Ratten­bekämpfungsprogramm hält die Population der Tiere seit den 1950er-Jahren in Schach.


Gestrandet
Einem Erlass aus dem Jahr 1322 zufolge müssen alle gestrandeten Wale und Störe in Großbritannien dem regierenden Monarchen angeboten werden. Königin Elisabeth II. verzichtete aber 2004 auf ihr Recht an einem 120 Kilogramm schweren Stör, den der Fischer Robert Davies in Wales auf­gesammelt hatte.


Nur mit klarem Kopf
Bei der eigenen Trauung bewusstlos zu sein oder unter Drogen- beziehungsweise Alkoholeinfluss zu stehen, ist in Deutschland nicht erlaubt. Die Ehe kann aufgehoben werden, wenn eine der Personen nicht wusste, dass er oder sie heiratet.


Wetterwarnung
Im US-Bundesstaat Texas muss man es vorab ankündigen, wenn man das Wetter beeinflussen will. Wer beispielsweise eine Wolke „impfen“ möchte, um Regen zu erzeugen, muss in drei aufeinanderfolgenden Wochen eine Anzeige in einer lokalen Zeitung veröffentlichen.


Sicheres Stallgold
In Belgien darf Ihnen niemand Ihre letzte Kuh oder die letzten zwölf Schafe beziehungsweise Ziegen wegnehmen. Das gilt auch für Ihr letztes Schwein oder Ihre letzten 24 Hühner. Dieses Gesetz soll verhindern, dass ein Gerichtsvollzieher Sie mittellos zurücklässt.


Außerirdisch
1995 erließ die Stadt Barra do Garças in Brasilien ein Gesetz, das fünf Hektar für einen UFO-Flughafen vorsah – für die fliegenden Untertassen, die angeblich in der Gegend gesichtet wurden. Die Stadt feiert seitdem auch jährlich einen „E. T.-Tag“.


Klamotten an!
Nacktwandern ist in der Schweiz verboten. Der Kanton Appenzell Inner­rhoden hatte einen Mann wegen Unsittlichkeit zu einer Geldstrafe von 100 Franken ver­urteilt, nachdem er an einer Familie mit kleinen Kindern vorbeigegangen war, die ein Picknick machte. 2011 wurde dem Einspruch des Nacktwanderer gegen die Strafe, nicht stattgegeben. Seither ist das textilfreie Wandern explizit verboten.


Übertrieben?
Auf den Philippinen ist es gesetzlich verboten, jemanden zu ärgern. Der Straftatbestand der „ungerechtfertigten Belästigung“, also der absicht­lichen Verärgerung einer Person, kann mit einer Gefängnisstrafe von bis zu 30 Tagen oder einer Geldstrafe ge­ahndet werden. Obwohl es sinnvoll sein kann, Belästigung zu verbieten, schießt man beim Durchsetzen dieses Gesetzes mitunter auch weit über das Ziel hinaus. So wurde beispielsweise der Bürgermeister von Caibiran wegen ungerechtfertigter Belästigung ver­urteilt, weil er einen Marktstand mit einem Vorhängeschloss gesichert hatte, nachdem die Standinhaberin die Miete nicht bezahlt hatte.


Mitnehmen verboten
In Norwegen dürfen Sie Molte­beeren pflücken – aber nur, wenn Sie sie vor Ort essen. Die Früchte, die orangefarbenen oder gelben Brombeeren ähneln und wild wachsen, sind eine teure Delikatesse.


Es kann nur einen geben
In Rosario, Argentinien, dem Geburtsort des Fußballstars Lionel Messi, darf man seinem Kind nicht den Vornamen Messi geben. Der Leiter des Standesamtes in der Provinz Santa Fe entschied, dass dies gegen das Gesetz verstößt, weil Messi ein Nachname ist. Lionel bleibt aber selbstverständlich ein akzeptierter Vorname.


Heißer Sitz
In Pakistan ist es in einigen Provinzen an bestimmten Feiertagen verboten, einen Beifahrer auf dem Motorrad mitzunehmen. Diese Regel gilt jedoch nicht immer: Ausnahmen können für Frauen, Kinder, ältere Menschen, Vollzugsbeamte, Sicherheitspersonal und Journalisten gelten.


Anrüchige Selbstjustiz
In den Niederlanden dürfen Sie einen Einbrecher nicht in die Toi­lette sperren, wenn Sie ihn auf frischer Tat ertappen. Das gilt nämlich als Freiheitsberaubung – auch Ver­brecher haben Rechte.


Moderne Piraterie
Im australischen Bundesstaat Victoria kann man einem relativ neuen Gesetz von 1958 nach zu bis zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt werden, wenn man mit einem Piraten Handel treibt oder mit ihm kommuniziert.


Knallen kostet
Wer in Hongkong innerhalb eines Radius von 200 Metern um ein Haus eine Kanone oder eine Schusswaffe abfeuert, „um einen Bewohner oder Passanten zu belästigen“, und dies trotz Aufforderung aufzuhören erneut tut, wird mit einer Geldstrafe von umgerechnet etwa 25 Euro belegt.


Na dann, Prost!
Ein Gesetz aus dem Jahr 1734 schreibt vor, dass in Finnland alle Bauern Hopfen anbauen müssen – es sei denn, ihr Land ist dafür ungeeignet. Wer dagegen verstößt, kann theoretisch mit einer Geldstrafe belegt werden, die in Talern beglichen werden muss – auch wenn die Silbermünzen schon lange nicht mehr als Zahlungsmittel dienen.


Bitte Abstand halten
In der italienischen Haupstatdt Rom dürfen die Lippen nicht mit dem Wasserhahn eines öffentlichen Trinkbrunnens in Berührung kommen. Dies ist eine der Vorschriften, die 2019 eingeführt wurden, um die Gesundheit der Menschen zu schützen.


Nicht mit Füßen treten
In Thailand ist es verboten, auf Münzen und Scheine der Landeswährung zu treten. Es gilt als Majestätsbeleidigung, wenn man den König oder sein Abbild – das ja auf dem Geld zu sehen ist – nicht respektiert.


Saubere Straßen
In Malaysia ist es nicht erlaubt, sich selbst, jemand anderen, sein Auto oder ein Tier auf öffentlichen Straßen zu waschen.


Glück im Spiel?
Wer in Monaco geboren wurde, darf nicht in den dortigen Kasinos spielen – obwohl das Fürstentum als Glücksspielort weltberühmt ist. Im 19. Jahrhundert wollte die königliche Familie die Staatsfinanzen aufbessern und machte Monaco zu einem Paradies für Wohlhabende aus aller Welt. Die eigene, nicht ganz so wohl­habende Bevölkerung sollte hingegen vor Verarmung geschützt werden.


Achtung, Rost!
In Valencia, Spanien, kann die Polizei rostige Sonnenschirme beschlagnahmen. Sie kann auch Stühle und Hängematten mitnehmen, „um jede Art von Ausbreitung zu vermeiden“.


Teures Versäumnis
Wer nach der Benutzung einer öffentlichen Toilette in Singapur vergisst, die Spülung zu betätigen, kann mit einer Geldstrafe von umgerechnet bis zu 700 Euro belegt werden.


Kostbare Krümel
Die Verwendung von Brot zum „Putzen von Tapeten oder Fußböden“ ist in Österreich laut einer Verordnung von 1915 verboten.


Am Boden bleiben
In Indien darf man ohne Genehmigung keine Papierdrachen steigen lassen, da diese nach einem Gesetz von 1934 als Luftfahrzeuge gelten.


Würzige Wünsche
Salz, Ketchup und Mayonnaise sind in Uruguay von den Tischen der Res­taurants verbannt worden. In der Hauptstadt Montevideo muss man extra danach fragen, wenn man sein Essen würzen möchte. Die Maßnahme ist Teil einer Initiative zur Senkung der hohen Blutdruckwerte der Bevölkerung.


Mitgegangen, mitgehangen
In Japan kann man wegen Trunkenheit am Steuer belangt werden – selbst wenn man weder Alkohol getrunken hat noch das Fahrzeug lenkt! Es verstößt nämlich gegen die Straßenverkehrsordnung, als Beifahrer in einem Auto zu sitzen, dessen Fahrer zu viel Alkohol getrunken hat.

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