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Autor: Reader's Digest Book

Gab es den heiligen Nikolaus wirklich?

Der Nikolaus gilt in Mitteleuropa in vielen Ländern als Gabenbringer im Advent. Je nach Region beschenkt er am 5. Oder 6. Dezember die Kinder. Gelebt hat er wirklich: im 4. Jahrhundert war er Bischof von Myra in Kleinasien.

Gab es den heiligen Nikolaus wirklich?

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©istockfotos.com / Breedfoto

Myra ist eine antike Stadt im Südwesten der heutigen Türkei, in der Provinz Antalya. Heute heißt sie Demre. Viele Menschen pilgern bis heute zur Grabeskirche, die dort etwa um 600 n. Chr. zu Ehren des später heilig gesprochenen Bischofs Nikolaus von Myra errichtet wurde. Er wurde berühmt für seine Weisheit und Wundertaten und soll sich für die Armen und Bedürftigen der Region eingesetzt haben. Nach seinem Tod haben sich an seinem Grab angeblich Wunderheilungen und unerklärliche Dinge ereignet. Eine Nikolaus-Legende erzählt, dass einige Seeleute mit ihrem Schiff in einen Sturm gerieten. In höchster Not riefen sie den heiligen Nikolaus an, der den Sturm beruhigte und ihnen damit das Leben rettete. Aufgrund dieser Legende wählten ihn die Seeleute zu ihrem Schutzpatron, dem entlang der großen See- und Handelswege viele Kirchen und Kapellen geweiht wurden. Die Nikolaus-Verehrung begann in den romanischen Ländern und gelangte im Mittelalter auch in den deutschsprachigen Raum.

Gabenbringer für die Kinder

Der heilige Nikolaus galt schon von alters her als Gabenbringer für die Kinder. Einmal, so erzählt es eine Legende, half Nikolaus einem armen, aber frommen Mann. Der hatte drei Töchter. Er besaß aber nicht genug Geld, um die Mädchen zu verheiraten, damit sie versorgt waren. Nikolaus warf ihm nachts Goldklumpen (in manchen Texten auch „goldene Äpfel“) durchs Fenster, damit er seine Töchter für die Heirat ausstatten konnte. Seitdem gilt der heilige Nikolaus als Wohltäter der Kinder. Dass man Kinder auch zu Weihnachten beschenkt, ist erst seit dem 19. Jahrhundert allgemein üblich. Auch in anderen Ländern gibt es Nikolaus-Bräuche. In Spanien führen Kinder am 6. Dezember das „Nikolaus-Spiel“ auf, das auf eine uralte Wunder-Legende zurückgeht: Nikolaus erweckt drei Kinder, die von einem bösen Mann getötet wurden, wieder zum Leben.

Knecht Rubrecht, der unheimliche Begleiter des Nikolaus

Der dunkle, unheimliche Knecht Rubrecht begleitet den Heiligen schon lange. Während Nikolaus die Kinder belohnt, ist es Knecht Rubrecht, der die unartigen Kinder bestraft. Eine geschichtlich nachweisbare Person liegt ihm nicht zugrunde. Manche sehen in ihm den Schatten einer vorchristlichen nächtlichen Spukgestalt. Das Christentum gab Nikolaus diese Gestalt als Helfer mit, um so das Böse in ihm unwirksam zu machen: Nikolas ist ausschließlich ein guter Mann.

In Frankreich zieht der Nikolaus wie in Süddeutschland als Bischof und Mitra und Krummstab umher. In vielen anderen deutschsprachigen Regionen haben sich jedoch Helfer-Gestalten erhalten, die ihre Wurzeln wohl in vorchristlichen Zeiten haben. Sie necken und erschrecken Kinder und Erwachsene in vielerlei Verkleidungen: als Aschenklas, Pelznickel, Hans Muff im Linksrheinischen, Hans Trapp im Elsass, der Kaubauf in Bayern oder der Crampus in Österreich. Zudem gibt es in Berchtesgaden die Strohmänner und in Thüringen die Buttenmänner. Sie sind Begleiter des heiligen Nikolaus, die mit Stroh vermummt sind und Masken tragen.


Wer die Adventszeit eingeführt und wer den Adventskranz erfunden hat: hier nachlesen...

 

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