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Autor: Reader's Digest Book

Warum wir die Adventszeit feiern

Wieso wir die Adventszeit feiern, wer sie "erfunden" hat und welche Bräuche zum Advent dazu gehören.
Warum wir die Adventszeit feiern

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©istockfoto.com / ThomasVogel

Der Name „Advent“ kommt vom lateinischen Wort „adventus“ („Ankunft“). Damit gemeint ist die vierwöchige Zeitspanne der Vorbereitung auf das bevorstehende Geburtsfest Jesu. Eingeführt wurde sie im Jahr 826 auf der Kirchenversammlung in Aachen. Die Kirchenvertreter wollten die damals noch stark von vorchristlichen Bräuchen und magischen Riten geprägte Zeit vor der Wintersonnenwende mit anderen, positiven Inhalten füllen. Daraus sollte eine frohe Zeit der Erwartung und Besinnung werden.

Einiges aus den alten Zeiten ist jedoch trotzdem ins christliche Brauchtum eingeflossen: Ende Dezember ein großes Fest zu feiern und dafür Haus und Hof mit immergrünen Zweigen zu schmücken, das haben die Menschen schon lange vor Auftreten des Christentums in Mitteleuropa getan Jahrhundertealte Bräuche lassen sich eben nicht von einem Jahr auf das nächste einfach so beenden. Die Christianisierung war ein Prozess, der Jahrhunderte dauerte. Vieles von dem, was bereits bestand nahm er dabei auf, veränderte und formte es. Es ist teils schwierig, mit letzter Sicherheit zu sagen, woher die einzelnen Bräuche kommen, da die Germanen und keinerlei schriftlichen Zeugnisse dazu hinterlassen haben.

Der Adventskranz - erfunden in Hamburg

Ein Adventsbrauch, den (fast) jeder kennt, ist der Adventskranz. Für die meisten von uns ist ein Symbol der Adventszeit, das mit seinen nacheinander entzündeten vier Kerzen das herannahende Weihnachtsfest anzeigt. Eine Art Weihnachts-Countdown! Die Sitte, Haus und Hof in der kargen Winterzeit mit immergrünen Zweigen zu schmücken ist schon uralt. Eiben-, Mistel-, Stechpalmen- und Tannenzweige sollen Gefahren bannen und Fruchtbarkeit und Wohlergehen beschwören. Und ein paar grüne Pflanzen währen der kargen Wintermonate, in denen draußen alles kahl und braun ist, hoben zudem die Stimmung.

Die christliche Kirche bekämpfte diese Bräuche mit Verboten, weil sie sie für heidnische Magie hielt. Der Adventskranz wie wir ihn heute kennen wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfunden. Johan Hinrich Wichern (1808 – 1881) ein evangelischer Pfarrer, gilt als sein Schöpfer. In Hamburg kümmerte er sich um Waisenkinder und gründete für sie das sogenannte „Raue Haus“. Irgendwann begann er damit, während der Adventszeit jeden Tag an einem Kronleuchter eine Kerze zu entzünden. Später wurde daraus ein Kranz aus Tannenzweigen mit vier Kerzen, die die einzelnen Adventswochen symbolisieren. Nach dem ersten Weltkrieg verbreitete sich der Kranz vom evangelischen Norden in den katholisch geprägten Süden. Heute ist die Adventszeit ohne Adventskranz fast nicht mehr denkbar.  

Ein weiterer Brauch zur Adventszeit ist das Nikolausfest. Was es damit auf sich hat, können Sie hier nachlesen. 

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