Gesundheit

Autor: Reader’s Digest Book

Grauer Star-OP schützt vor Demenz

Trüben sich im Alter die Augenlinsen ein, führt dies ab einem bestimmten Zeitpunkt zu deutlichen Seheinschränkungen. Da sich die Eintrübung über Jahre langsam vollzieht, ist dies mit einem Gewöhnungseffekt verbunden und den meisten Betroffenen nicht bewusst.

Grauer Star-OP schützt vor Demenz

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©istockfoto.com / megaflopp

Eine Operation des grauen Stars verbessert durch den Austausch der eingetrübten Augenlinse gegen eine künstliche Linse die Sehfähigkeit in hohem Maß. Dies kann sich, so eine US-amerikanische Studie, auch positiv auf die kognitive Leistung auswirken. Augenmediziner der Universität von Washington in Seattle werteten hierzu Daten aus einer Langzeitstudie (ACT, „Adult Changes in Thought“) aus, bei der seit 1994 regelmäßig Gesundheitsdaten von Teilnehmern im Alter über 65 Jahren erhoben wurden. Ebenso wurden sie regelmäßig auf Anzeichen kognitiver Störungen hin untersucht. Unter ihnen waren etwa 3000 Personen mit grauem Star; von ihnen unterzog sich etwa die Hälfte im Beobachtungszeitraum einer Kataraktoperation. 850 von ihnen entwickelten eine Demenz. Dabei ließ sich beobachten, dass das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, bei Teilnehmern mit einer Kataraktoperation zu 30 % geringer war als bei Personen ohne den Eingriff am Auge. In einer Vergleichsanalyse überprüften die Forscher auch, wie sich eine Operation des grünen Stars (Glaukom) auswirkte, bei der nur die Verschlechterung des Sehvermögens gestoppt, es aber nicht wiederhergestellt wird. Hier zeigte sich im Gegensatz zur Kataraktoperation kein Einfluss auf das Demenzrisiko.

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Bereits in einer vorhergehenden Studie hatte sich gezeigt, dass die kognitiven Leistungen in den ersten Wochen nach einer Katarakt-OP häufig besser wurden, was sich auch in der Bildgebung (funktionelle MRT) durch eine vermehrte Großhirnaktivität im Sehrindenbereich widerspiegelte. Die aktuelle Studie belegt nun, dass die Wiederherstellung des Sehvermögens auch langfristig die kognitive Leistung stärkt und einer Demenz vorbeugen kann. Obwohl die Studienergebnisse keinen ursächlichen Zusammenhang nachweisen können, legen sie nahe, dass die Wiederherstellung der Sehkraft entscheidend ist: „Kein anderer medizinischer Eingriff hat einen so starken Zusammenhang mit der Verringerung des Demenzrisikos bei älteren Menschen gezeigt“, so die Studienautoren. Die Wissenschaftler erklären dies damit, dass Störungen der Sinneswahrnehmung, zum Beispiel auch Schwerhörigkeit, mit einem Verlust an äußeren Reizen und oft auch sozialem Rückzug einhergehen – beides Faktoren, die sich negativ auch auf das Denkvermögen auswirken.

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